Falls ihr bislang dachtet, dass ihr der Umwelt einen Gefallen tut, indem ihr eure Spiele nur noch digital herunterladet statt sie auf Disc zu kaufen, dann macht euch auf was gefasst: Laut einer Studie des Journal of Industrial Ecology verursacht das einen wesentlich höheren Kohlenstoffdioxid-Ausstoß.

Studien - Spiele-Downloads schaden der Umwelt mehr als Discs

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Ist Steam doch kein Heilsbringer sondern ein Umweltsünder?
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Wenn die aktuelle Studie des Journal of Industrial Ecology auch nur einen Funken Wahrheit besitzt, dürften militante Umweltschützer bald einen neuen Sündenbock neben Autos haben: Digitale Spiele-Downloads. Laut der Studie wird beim Download wesentlich mehr Kohenstoffdioxid ausgestoßen als bei der gesamten Disc-Produktion und Logistik zusammen.

Für die Studie wurde dabei die PS3 von Sony herangezogen. Zudem wurden auf Daten (8,8 GB große BDs) aus dem Jahre 2010 zurückgegriffen, die, wenn man betrachtet, wie schnell sich die Technologie verändert und verbessert, durchaus als überholt betrachtet werden dürften. Dabei wurden die EU und die USA gesondert betrachtet.

Es wurden bei der Studie zwei Szenarios durchgespielt: Einmal die Produktion und Distribution von Bluray-Disc-basierten Spielen, und einmal der digitale Download derselben. Basierend auf der durchschnittlichen Disc-Größe von 8,8 GB im Jahre 2010 wurde errechnet, dass der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß beim digitalen Download zwischen 21,9 und 27,5 kg CO2-e liegt, während der traditionelle Weg über Produktion / Distribution einen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß von 20,8 kg CO2-e verursacht.

Generell wurde die Beobachtung gemacht, dass Spiele ab einer Größe von 4,5 GB wesentlich umweltschonender besorgt werden können, wenn man sie dann auf Bluray kauft. Lediglich beim digitalen Download von Spielen mit einer Größe von weniger als 1,3 GB fiel die Treibhausgasemission deutlich unter die Variante Produktion / Distribution.

Zudem gilt der umweltschädigende Charakter von digitalen Downloads nur für die EU. In den USA ist der ökologische Fußabdruck drei Mal so groß, was in einer annähernd gleichen Treibhausgasemission zwischen digitalem Download und Produktion / Distribution resultiert.

Allerdings weist man auch darauf hin, dass dies nur eine grobe Schätzung darstellt. Denn es spielen in der Realität einfach zuviele Faktoren mit rein, als dass man tatsächliche und genauere Werte erzielen kann. So wird darauf hingewiesen, dass bereits die Art, wie man ein Spiel auf Bluray erwirbt, bereits die Treibhausgasemission entscheidend verändern kann, nach ob wie auch nach unten hin. Würde man also nur für den Zweck, ein Spiel zu kaufen, sich in die Stadt begeben, würden Spiele mit einer Disc-Größe zwischen 5,4 und 19 GB bereits einen ebenso hohen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß verursachen wie der digitale Download.

Auch bleibt die Technik nicht stehen und die fortschreitende Entwicklung und Verbesserung erlaubt weiterhin eine Reduzierung der Internet-Energieintensität, was sich ebenfalls positiv auf den digitalen Download auswirken kann.