Erst gestern berichteten wir über eine Studie der Nanyang Technological University Singapur, die belegte, dass tägliches Spielen die kognitive Leistung verbessern könne. So sollen unter anderem actionlastige Spiele die Fähigkeit verbessern, mehrere Objekte gleichzeitig mit den Augen zu verfolgen. Eine ähnliche Studie haben nun Forscher an der Universität von Toronto durchgeführt und sind zu einem weitesgehend gleichen Ergebnis gekommen. So soll schon das kurze Spielen von First-Person-Shootern und Rennspielen zu einer deutlich verbesserten Fähigkeit führen, bestimmte Ziele in komplexen Szenarien schneller und besser ausfindig zu machen.

Studien - Schnelle Actionspiele verbessern visuelles Suchvermögen

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"Kürzliche Studien in unterschiedlichen Laboren inklusive der Universität Toronto haben gezeigt, dass das Spielen von First-Person-Shootern bestimmte Bereiche der optischen Aufmerksamkeit erhöhen kann," so Psychologie-Professor Ian Spence. "Aber bislang hat keine der Studien gezeigt, dass auch das visuelle Suchvermögen verbessert wird."

So sei effizientes und genaues Suchen und Finden von Objekten unerlässlich für bestimmte Aufgaben wie das Interpretieren von Satellitenbildern oder auch das banale Finden von Freunden oder Bekannten in einer großen Menschenmenge.

Die Studie bestand aus zwei Experimenten. Im ersten Experiment verglichen die Forscher Spieler und Nicht-Spieler aufgrund dreier visueller Suchaufgaben und fanden heraus, dass sich die Spieler wie erwartet leichter damit taten.

Doch das Ergebnis könne laut Sijing Wu, Doktorantenanwärter an Spences Psychologie-Fakultät und Leitender Autor der Studie damit zusammenhängen, dass die Spieler natürlich über mehr Erfahrung besäßen, weswegen es notwendig war, ein weiteres Experiment durchzuführen, welches untersuchen sollte, ob actionlastige Spiele tatsächlich zu einer Verbesserung der Suchfähigkeiten führen könnten.

An diesem zweiten Experiment nahmen rund 60 Probanden teil, die allesamt zuvor noch keine Videospiele gespielt hatten. Nun sollten sie insgesamt zehn Stunden, auf ein- bis zweistündigen Sessions verteilt spielen. Zwanzig Probanden erhielten den First-Person-Shooter Medal of Honor, zwanzig Probanden erhielten das Rennspiel Need for Speed und weitere zwanzig Probanden mussten zur Kontrolle das Puzzle-Spiel Ballance spielen.

"Nachdem sie gerade mal zehn Stunden lang den Shooter oder das Rennspiel spielten, waren die Probanden sowohl schneller als auch genauer bei den drei Suchaufgaben. Die Probanden jedoch, die das Puzzlespiel bekamen, wiesen keine Verbesserung auf. Damit haben wir gezeigt, dass das Spielen von Rennspielen diesselben Vorteile und Leistungen erzeugen können wie das Spielen von First-Person-Shootern," so Wu. "Das könnte sehr wichtig in Situationen sein, in denen man die visuellen Suchfertigkeiten verbessern will."

Dies ist jetzt natürlich kein Freifahrschein für möglichst gewalthaltige First-Person-Shooter, wie Sijing Wu versichert. "Rennspiele dürften dabei aufgrund des niedrigen Gewaltgrades wahrscheinlich auf mehr Zustimmung stoßen als First-Person-Shooter."