Psychologin Dr. Arielle Baskin-Sommers Ph.D. von der Yale-Universität hat mit ehemaligen Kollegen von der University of Wisconsin-Madison eine interessante Studie durchgeführt, die beweist, dass sich Psychopathen mithilfe von spezifischen Videospielen therapieren lassen.

Studien - Psychopathen sprechen auf Behandlung mit Computerspielen an

alle Bilderstrecken
Weitere Bilder zuStudien
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/2Bild 3/41/4
Psychologin Dr. Arielle Baskin-Sommers Ph.D.(Bild von wnpr.org)
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Sucht man im Netz nach der Definition für Psychopathie, so erhält man recht schnell folgende Definition: Psychopathie bezeichnet eine schwere Persönlichkeitsstörung, die bei den Betroffenen mit dem weitgehenden oder völligen Fehlen von Empathie, sozialer Verantwortung und Gewissen einhergeht. Psychopathen sind auf den ersten Blick mitunter charmant, sie verstehen es, oberflächliche Beziehungen herzustellen. Dabei sind sie mitunter sehr manipulativ, um ihre Ziele zu erreichen. Oft mangelt es Psychopathen an langfristigen Zielen, sie sind impulsiv und verantwortungslos. Psychopathie geht mit antisozialen Verhaltensweisen einher, so dass oft die Diagnose einer dissozialen / antisozialen Persönlichkeitsstörung gestellt werden kann.

Psychopathen mangelt es also im Grunde an der Fähigkeit, die Emotionen anderer zu erkennen, und entsprechend sozial zu handeln. "Sie sind außerdem die schlechtesten Multi-Tasker, und tendieren dazu, Informationen wie Schmerz und das Leid anderer nicht zu verarbeiten, wenn sie eine kriminelle Tat vollführen", so Dr. Baskin-Sommers. Solche Leute ignorieren also regelrecht Informationen, die normale Menschen dazu anhalten, das antisoziale Verhalten einzustellen. Oft ist ihre Aufmerksamkeit derart in ein bestimmtes Ziel investiert, dass alle anderen Informationen ausgeblendet werden.

Wie müsste also eine Therapie aussehen, die dabei helfen soll, solchen Psychopathen Empathie beizubringen? Für die Psychologin an der Yale-Universität Dr. Arielle Baskin-Sommers Ph.D. ist klar, dass sie es nur lernen können, wenn sie mit solchen Momenten und Situationen konfrontiert werden, wenn sie Entscheidungen treffen müssen, die unmittelbar die Emotionen und Informationen anderer betreffen. Und Computerspiele stellen für sie eine gute Basis dar, den Psychopathen den Umgang damit näherzubringen.

Gemeinsam mit ehemaligen Kollegen von der University of Wisconsin-Madison hat Dr. Baskin-Sommers also spezifische Computerspiele entwickelt, die dazu da sind, ganz spezielle Stimuli anzusprechen, die nicht zum eigentlichen Ziel des zu Behandelnden gehören. Das Ziel sei es, den zu Behandelnden die Bedeutung und Wichtigkeit sekundärer Informationen zu vermitteln, auf dass sie darauf ansprechen und dementsprechend reagieren können. Und tatsächlich, die Psychopathen, die an der Studie teilnahmen, zeigten eindeutige Verbesserungen in ihrem Verhalten und in ihrer Fähigkeit, auf Emotionen zu antworten. Doch seien die Methoden nicht für alle Patienten mit Verhaltensstörungen geeignet.

"Die Behandlungsmethoden für Individuen mit antisozialem Verhalten wie eben Psychopathen sind schrecklich inadäquat", so Dr. Baskin-Sommers. "Solche Erkenntnisse wie unsere werden hoffentlich dabei helfen, wesentlich effizientere Therapien für unsere hartnäckigsten Gefangene zu finden."