Videospiele werden gerne kontrovers diskutiert. Die einen meinen, sie fördern gewalttätiges Verhalten, die Nächsten finden heraus, dass sie doch nicht so desensibilisierend wirken und wieder andere machen klar, dass die Suchtgefahren doch nicht so schlimm sind, wie man angenommen hatte.

Nun gibt es eine neue, haarsträubende Anschuldigung, was Videospiele angeht: Sie sollen, dem Psychotherapeuten Steve Pope zufolge, mit der Wirkungsweise von Kokain vergleichbar sein.

„Wenn man etwa zwei Stunden an einer Spielkonsole verbringt, ist es äquivalent damit, eine Line Kokain zu schnupfen, betrachtet man die Wirkung, die es im Gehirn erzeugt. Es ist der stille Mörder unserer Generation.

Wir haben es jetzt mit der zweiten Generation von Konsolenspielern zu tun, die quasi damit aufgewachsen sind. Computerspiele-Abhängigkeit kann ebenso zu einer Spirale der Gewalt führen, wenn man gewalttätige Spiele spielt. Die Spieler könnten ihre Fantasien Wirklichkeit werden lassen.

Es ist die am schnellsten wachsende Abhängigkeit des Landes und beeinträchtigt junge Menschen sowohl psychisch als auch physisch.“

Pope forderte Eltern dazu auf, zu ihren Kindern zu gehen und ihnen die Controller weg zu nehmen. Die Reaktionen, die dann zu beobachten seien, seien identisch mit dem Versuch einem Alkoholiker die Flasche wegzunehmen.

Die von Pope beschriebenen Abhängigkeitssymptome können allerdings weder durch aktuelle Studien noch durch Zweitmeinungen belegt werden. Im Gegenteil: Die meisten neueren Studien kommen zu dem Schluss, dass die Wirkungsweise von Videospielen bei Weitem nicht so dramatisch ist, wie sie in älteren Forschungen beschrieben und erwartet worden war.