Gerne werden gewalthaltige Medien wie Filme oder auch Spiele als Buhmänner hergenommen, wenn es gilt, einen Übeltäter für all die Amokläufe und gewalttätigen Ausbrüche der heutigen Gesellschaft ausfindig zu machen. Wer schon als Kind brutale Filme und Spiele konsumiere, so der Volksmund, der neige später als Erwachsener umso mehr zu gewalttätigem Verhalten. In einer aktuellen Studie der Texas A&M International University konnte allerdings keine direkte Auswirkung festgestellt werden.

Studien - Konsum gewalthaltiger Medien ist kein Indiz für späteres gewalttätiges Verhalten

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Die TAMIU sieht einen eher geringen Einfluss der Medien
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Die vom Universitäts-Vorsitz und Partner Professor der Psychologie Dr. Christopher J. Ferguson geleitete Studie befasste sich mit dem Einfluss und den Auswirkungen von Medien, aber auch Genetik und sozialem Umfeld auf Individuen und mögliches gewalttätiges Verhalten.

Die gesammelten Daten zeigten, dass genetische Varianz für das gewalttätige Verhalten bei 58 Prozent der Frauen und 20 Prozent der Männer mitverantwortlich war. "Wir haben grundsätzlich herausgefunden, dass Vererbung mit sozialen Problemen kombiniert, viel eher Verhaftungen im Erwachsenenalter vorhersagen," so Dr. Ferguson. "Trotz der Bedenken wegen dem Einfluss der Medien, scheinen sie keinen Risikofaktor für spätere Kriminalität im Erwachsenenalter darzustellen."

So sei die Gesamtheit aus dem Umfeld eines Kindes, also seine Familie, die Gleichaltrigen, als auch der sozioökonomische Status für das Verhalten eines Individuums verantwortlich und nicht ein einzelnes Element.

"Vererbung alleine scheint kriminelles Verhalten nicht hervorzurufen, aber man kann negative Folgen beobachten, wenn sie mit einer brutalen Erziehung einhergeht. Unseren Ergebnissen nach, reduziert das Erleben mütterlicher Liebe die Auswirkungen der Vererbung auf spätere Kriminalität."

Seiner Meinung nach lehnen die Menschen einige Inhalte der Medien zwar moralisch ab, das Konsumieren von gewalthaltigen Medien sei dennoch kein Prädiktor für späteres kriminelles Verhalten. Nicht der Konsum solcher Medien sei also entscheidend für gewalttätiges Verhalten, sondern Vererbung und soziales Umfeld.