Dass sich die Online-Weiten des Internet teilweise erheblich von der Realität unterscheiden, sollte jedem klar sein. Das gilt natürlich auch für die Verhaltensmuster der Menschen. Eine IfK-Studie der Universität Münster hat nun aber ergeben, dass gerade schüchterne Spieler die meisten Online-Gaming-Freunde besitzen.

Studien - Je schüchterner, desto mehr Online-Gaming-Freunde

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Sind die hier etwa alle schüchtern?
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Wie? Je schüchterner eine Person, desto mehr Online-Freunde hat sie aus dem Gaming-Bereich? Da kann doch was nicht stimmen, oder? Doch, das stimmt so, zumindest ist dies das Ergebnis, zu dem Forscher des Instituts für Kommunikationswissenschaft der WWU Münster gekommen sind.

Die IfK-Studie von Rachel Kowert, Emese Domahidi und Thorsten Quandt mit dem Titel "The Relationship between Online Video Game Involvement and Gaming-Related Friendships among Emotionally Sensitive Individuals" untersucht dabei den Zusammenhang zwischen emotionaler Empfindlichkeit, laut den Forschern eine Manifestation von Schüchternheit, und den Freundschaftsbeziehungen von Online-Gamern.

Was Schüchternheit ist, und wie es sich auswirkt, das dürfte so ziemlich jeder mehr oder weniger stark ausgeprägt selbst wissen. Die Schüchternheit kann die Angst steigern, sich inmitten vieler Menschen zu begeben. Man fühlt sich in der Gesellschaft fremder Personen unwohl, und es behindert einen dabei, interessanten Menschen zu begegnen, da man nicht über den eigenen Schatten springen kann, mit ihnen in den Kontakt zu treten.

Doch nimmt man einer solchen Situation ihre Tücken, als da wären die Unmittelbarkeit anderer Personen, die Angst vor der Situation des Ausgeliefertseins, die Angst vor dem Zwang sozialer Interaktion, und die Angst vor dem Gefühl, beobachtet zu werden, dann ergeben sich gerade für schüchterne Menschen völlig neue Wege der Kommunikation und Entfaltung. Etwas, das eben das Internet bietet.

Für ihre Studie griffen die Forscher auf eine Telefonumfrage zurück, die unter 396 deutschen Teilnehmern durchgeführt wurde, denen unterschiedliche Fragen gestellt wurden. Die eigentliche Umfrage fand bereits zwischen März und April 2013 statt. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer ist 31,85 Jahre, während die durchschnittliche Spielzeit der Teilnehmer bei 1,24 Stunden am Tag liegt. 73 Prozent der Teilnehmer sind männlichen Geschlechts.

Die Forscher fanden heraus, dass je emotional empfindlicher eine Person sei, desto höher sei auch die Zahl ihrer Online-Gaming-Freunde. Auch sei dann die Wahrscheinlichkeit höher, dass diese Person ihre Online-Gaming-Freunde daraufhin auch offline getroffen habe.

Das liege daran, dass emotional empfindlichere Personen ihre Online-Umgebung bei Spielen anders nutzen würden. Sie würden die fehlende Unmittelbarkeit des Internets dazu nutzen, ihre Schüchternheit zu überwinden.

Um diese Studie festigen zu können, hoffen die Forscher darauf, ihre Studie ausweiten zu können, um tiefer in die Materie einzudringen.

Aber was ist mit euch? Seid ihr schüchtern, und wenn ja, gibt es einen Unterschied für euch zwischen online und offline?