Autor: Sebastian Weidner

Ein altes Sprichwort sagt: "Auf alten Pferden lernt man reiten". Und obwohl dieser Spruch heutzutage primär auf andere, intimere Bereiche des Lebens angewandt wird, so passt er doch wie die Faust aufs Auge zu unserem Review der Street Fighter Alpha Anthology.

Die Sammlung enthält alle vier Spiele der altehrwürdigen Street Fighter Alpha-Reihe sowie den Fan-Ableger Super Gem Fighter MiniMix. Zwar haben die Games allesamt schon weit über 10 Jahre auf dem Buckel und sind für heutige Verhältnisse hässlicher als englischer Fußball. Doch wie bereits erwähnt: Auf alten Pferden lernt man reiten.

Street Fighter Alpha Anthology - Die Rückkehr der Retro-Klassiker. Fünf Prügler auf einer Disc: Gameplay hui, Grafik pfui!

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Oder anders gesagt: Nach dem Konsum der Street Fighter-Titel seid ihr bestens auf neumodische Grafikkracher à la Soul Calibur und Co. vorbereitet!

Es war einmal…
Die Street Fighter Alpha-Reihe gilt als Ableger der ursprünglichen Street Fighter II-Serie. Während letztere auf einen europäischen Grafikstil setzte, liefen die Alpha-Titel im dezenten Anime-Style auf.

Zudem integrierten die Entwickler tief greifende Neuerungen wie besonders zerstörerische Super-Combos und die Möglichkeit, Angriffe in der Luft abzublocken.

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In der Compilation enthalten sind Street Fighter Alpha (1995), Street Fighter Alpha 2 (1996), Street Fighter Alpha 2 Gold (1996) sowie Street Fighter Alpha 3 (1998).

Serientypisch handelt es sich bei den unterschiedlichen Alpha-Versionen nicht um gänzlich neue Spiele. Vielmehr haben die Programmierer peu à peu die Grafik überarbeitet, die Balance verbessert und neue Charaktere hinzugefügt. Street Fighter Alpha 3 ist folglich der objektiv beste Teil. Retro-Fans freuen sich aber selbstverständlich auch über die Beilage der kultigen Vorgänger.

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Sammelsurium der Beat 'em up-Geschichte
Dass die Alpha-Abkopplungen der originalen Street Fighter-Serie so erfolgreich waren, ist insofern überraschend, dass der erste Teil, Street Fighter Alpha, von Fans wie Kritikern mehr schlecht als recht beurteilt wurde. Eine geringe Anzahl von Kämpfern und Arenen sowie vergleichsweise hakelige Animationen locken heute keinen Beat 'em up-Liebhaber mehr hinter Soul Calibur hervor.

Den Titel dürft ihr deshalb getrost missachten und höchstens aus Nostalgie-Gründen einmal kurz anzocken. Deutlich besser und eines Street Fighter-Titels mehr als würdig ist Street Fighter Alpha 2. Der vielleicht legendärste Teil der Reihe macht so ziemlich alles besser als sein Vorgänger. Flüssige, geschmeidige Kampfanimationen schinden auch heute noch Eindruck. Eine Vielzahl an Kämpfern, darunter Oberbösewicht M. Bison, der russische Wrestler Zangief, sowie "Mr. Stretch-Körper" Dhalsim lassen echten Prügelspaß aufkommen.

Vor allem ist die Balance deutlich besser gelungen. Jeder Kämpfer hat herausragende Stärken und Schwächen. Während Dhalsim etwas vor allem aus der Distanz mit Gegnern den Boden aufwischt, läuft der tumbe Zangief im Nahkampf zur Höchstform auf.Street Fighter Alpha 2 Gold gleicht Street Fighter Alpha 2 auf den ersten und auch zweiten Blick wie ein Ei dem anderen. Nur intensives Zocken fördert minimale Balance-Änderungen zutage. Einzige echte Neuerung: Die taffe Cammy, eine überaus schnelle US-Militärbraut. Notiz am Rande: Im mäßigen Street Fighter-Kinofilm wurde die Gute von Gesangskanone Kylie Minogue verkörpert!

Objektiv der mit Abstand beste Teil der Reihe ist das 1998 erschienene Street Fighter Alpha 3. Die Macher haben die Grafik und Charakterdichte nochmals verbessert und viele weitere Charaktere aus Street Fighter II importiert. So dürft ihr hier auch als Boxer Balrog auf Prügeltour gehen, mit dem "Hulk"-Verschnitt Blanka elektrische Stöße auf Feinde ablassen, als Schönling Vega wie X-Men-Mitglied Wolverine mit Klauen herumfuchteln oder als übergewichtiger Sumoringer Honda Kontrahenten platt walzen.Wir prophezeien: Sobald ihr Street Fighter Alpha 3 nur einmal kurz angespielt habt, empfindet ihr die Vorgängertitel so uninteressant wie übergewichtige Frauen.Eine Sonderstellung in der Street Fighter Alpha Anthology nimmt das 1997 veröffentlichte Super Gem Fighter MiniMix ein. Das Spiel gehört nicht direkt zur Street Fighter Alpha-Serie. Stattdessen kämpft ihr mit Miniaturausgaben zahlreicher bekannter Charaktere aus Streetfighter und den hausinternen Beat 'em up-Konkurrenten Darkstalkers sowie Red Earth.

Die Steuerung gestaltet sich simpler als bei den Street Fighter Alpha-Titeln. Statt insgesamt sechs Buttons benötigt ihr derer nur vier. Als besonderes Spielelement könnt ihr in einem alternativen Modus während der Kämpfe Kristalle sammeln, die euren Kämpfer mächtiger machen. Zusätzlich dürft ihr spezielle Artefakte auf den Feind werden, die ihn zu Stein erstarren lassen, verbrennen oder einfrieren.

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Und sonst?
Technisch sind sämtliche Titel völlig veraltet, wenn man sie nach modernen Maßstäben betrachtet. Doch genau wie ein 66er Ford Mustang entfalten die Titel einen gewissen Retro-Charme, der die Augen vor Blindheit durch Erschrecken bewahrt.

Die Portierung der Games auf die PlayStation 2 ist den Programmierern erstaunlich gut gelungen. Ladezeiten fallen kaum an. Grafikfehler und Slow-downs konnten wir während des gesamten Tests nicht feststellen. Leider haben die Jungs von Capcom es versäumt, einen Online-Multiplayermodus zu implementieren. So dürft ihr euren Kumpel nur auf traditionelle Weise an einem Bildschirm windelweich prügeln. Weitere Abzüge in der B-Note muss sich die Street Fighter Alpha Anthology aufgrund des komplett fehlenden Bonusmaterials gefallen lassen. Speziell eingefleischte Street Fighter-Fans hätten sich über Artworks, Skizzen und "Behind the scenes"-Material sicherlich diebisch gefreut. An der gelungenen Rückkehr der Retro-Prügler aus den 90ern ändert das freilich nur wenig.

Wir kramen die CD jedenfalls immer wieder gerne aus der Hülle. Gerade weil die Spiele nicht so überfrachtet sind wie viele moderne Konkurrenten in makellosem 3D-Gewand. Denn wie heißt es so schön? "Auf alten Pferden lernt man reiten".

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Die Portierung der Games auf die PlayStation 2 ist den Programmierern erstaunlich gut gelungen. Ladezeiten fallen kaum an. Grafikfehler und Slow-downs konnten wir während des gesamten Tests nicht feststellen. Leider haben die Jungs von Capcom es versäumt, einen Online-Multiplayermodus zu implementieren. So dürft ihr euren Kumpel nur auf traditionelle Weise an einem Bildschirm windelweich prügeln. Weitere Abzüge in der B-Note muss sich die Street Fighter Alpha Anthology aufgrund des komplett fehlenden Bonusmaterials gefallen lassen. Speziell eingefleischte Street Fighter-Fans hätten sich über Artworks, Skizzen und "Behind the scenes"-Material sicherlich diebisch gefreut. An der gelungenen Rückkehr der Retro-Prügler aus den 90ern ändert das freilich nur wenig.

Wir kramen die CD jedenfalls immer wieder gerne aus der Hülle. Gerade weil die Spiele nicht so überfrachtet sind wie viele moderne Konkurrenten in makellosem 3D-Gewand. Denn wie heißt es so schön? "Auf alten Pferden lernt man reiten".