1989 hatten die Spielhallen bereits zu kämpfen: Der Viedeospielmarkt boomte zwar, doch mit dem Aufkommen der Heim-Konsolen waren die Fans nicht länger genötigt, den weiten Weg bis zur Arcadehölle aufzunehmen und die harten ersparten Groschen in die Automaten zu werfen. Das Sega Master System und Nintendos NES liefen den sperrigen Automaten schnell den Rang ab.

Dann erschien Streetfighter 2 in den Spielhallen und ging völlig durch die Decke: Mit über 500.000 verkauften Automaten hat es das geniale Prügelspiel sogar ins Guinness Buch der Rekorde geschafft – als meistverkauftes münzbetriebenes Fighting-Game. Zum 20-jährigen Jubiläum soll nun Streetfighter 4 die Legende wieder aufleben lassen und kehrt nach unzähligen Experimenten zu den Wurzeln zurück.

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Ein Schritt zurück…

Links, rechts, oben, unten, Halbdrehung, A, B, Vierteldrehung und so weiter und so fort. Wer in seinem Leben jemals vor einem Prügelautomaten gestanden hat, weiß um die Hirnakrobatik, die das legendäre Streetfighter 2 seinen Kämpfern abverlangt hat. Mit Ausnahme einiger weniger Simpelkombos benötigte beinahe jeder Special-Move eine monströse Liste komplizierter Tastenabfolgen, die sich wohl höchstens Diplom-Mathematiker merken können.

Street Fighter 4 - Wenn der Hadouken mit dem ShoRuyKen...

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Eine Freude für Fans: Moves wie Guiles Flash Kick kennt man bereits aus Street Fighter 2.
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Witzigerweise verhält es sich mit Streetfighter aber ähnlich wie mit dem Fahren eines PKWs: Wer’s einmal kann, verlernt es nicht mehr. Bestes Beispiel: Bei Capcom durfte man den vierten Teil erstmals anspielen. Und obwohl wir seit den seligen Zeiten eines „Super Street Fighter 2 Turbo“ (das immerhin knapp 14 Jahre zurück liegt) nicht mehr Hand an das kultige Franchise gelegt haben, legten wir los, als wäre die letzte Prügeleinlage gerade einmal zwei Tage her.

Dabei war das längst nicht immer so: Nachdem die Serie die ersten Erfolge feiern konnte, wurde das beliebte Konzept einfach endlos ausgewalzt. Meistens stachen diese Teile jedoch eher durch besonders unkreative Namensendungen hervor: Hier ein „Alpha“ angehängt, da ein „Zero“ dran geklebt, zu guter Letzt wird noch irgendeine Seriennummer dazugedichtet, die mit der eigentlichen Chronologie nichts zu tun hat und fertig ist dasselbe Spiel in neuer Verpackung.

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Knuffig: Bei besonders harten Schlägen treten den Kämpfern die Glubscher aus den Augenhöhlen hervor.
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Welcher Serienteil denn nun eigentlich „Super Streetfighter Ultra Alpha Plus 2“ sein soll, wusste bald scheinbar nicht mal mehr Capcom selbst. Dummerweise kam die Reihe mit jeder Veröffentlichung weiter von ihren Pfaden ab. Das Kämpferfeld hatte sich irgendwann von acht Teilnehmern auf über 20 Recken erweitert – den Überblick behielten da nur eingefleischte Veteranen. Für viele Fans und Kritiker war das jedoch zu viel des Guten.

…zwei Schritte nach vorn

Der logische Schritt also: Capcom reiht sich in die lange Liste derjenigen Entwickler ein, die mit ihrem neuesten Serienableger zurück zu den Wurzeln wollen. Als ersten Schritt hat man daher die Kämpferriege drastisch reduziert: Lediglich die acht Ur-Teilnehmer aus Streetfighter 2 um Ryu, Chun Li und Co. sowie die vier Bosse Sagat, Vega, M.Bison und Balrog wurden übernommen – überflüssigen Ballast gibt es nun nicht mehr.

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Eingängig wie eh und jeh: Veteranen verinnerlichen das geniale Gameplay innerhalb weniger Sekunden.
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Dennoch lässt es sich Capcom nicht nehmen, einige wenige Neuzugänge zu implementieren. Die attraktive Geheimagentin C. Viper beispielsweise hat es uns mit ihren blitzschnellen Moves und kräftigen Elektroschlägen richtig angetan. Kickboxer Abel, der mexikanische Wrestler El Fuerte und Fettwanst Abel, dessen Kampfstil am ehesten an die Bewegungen eines betrunkenen Clowns erinnert, runden das Teilnehmerfeld ab.

Capcoms Bestreben nach mehr Zugänglichkeit äußert sich vor allem beim Gameplay: Statt mit unnötig verkomplizierten Elementen zu verwirren, reduziert Capcom gnadenlos aufs Wesentliche. Das hat einen genialen Vorteil: Sämtliche Special Moves lassen sich genau so ausführen, wie man es vom altgedienten Original gewöhnt ist. Ryus „Hadouken“, Sagats „Tiger Uppercut“ oder Guiles „Sonic Boom“ gehen für Veteranen spielend leicht von der Hand.

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Mexiko-Wrestler El Fuerte ist einer der vier neuen Kämpfer.
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Einzig die Ultrakombos gab es im Ur-Streetfighter 2 noch nicht: Während des Kampfes laden sich stetig zwei kleine Leisten am unteren Bildschirm auf. Ist die vertikale Leiste gefüllt, könnt ihr eine besonders starke Angriffskombination ausführen. Die Revenge-Anzeige füllt sich hingegen, wenn ihr ins Hintertreffen geraten. Löst ihr den Ultra-Revenge-Move aus, könnt ihr ein bereits verloren geglaubtes Match noch zu euren Gunsten drehen.