Mann, waren das noch Zeiten, als wir Bruce Lee-Filme im Kino geschaut haben und uns anschließend voller Adrenalin im Blut wie die Halbstarken in ähnlichen, meist eher peinlich anmutenden Verrenkungen versucht haben. Besser funktionierte das natürlich an Spielautomaten, wo ab 1987 die „Street Fighter“-Beat ´em Ups für sich rasant leerende Taschengeld-Ressourcen sorgten.

Jahrzehnte später gibt es glücklicherweise leistungsstarke Konsolen und PCs und so dürfen wir Meilensteine wie Street Fighter 4 halbwegs kostensparend in unseren eigenen Buden zocken. Ein halbes Jahr nach den Konsolenversionen veröffentlicht Capcom nun die PC-Fassung des Edel-Prüglers, und wir sagen euch, ob man auch auf dieser Plattform stilgerecht die Nasen seiner Kontrahenten plättet.

Street Fighter 4 - Ken im Arcade-Modus20 weitere Videos

Kaum Unterschiede auszumachen

Eines sei vorweg geschickt: Die Unterschiede zwischen beiden Varianten sind minimal. Daher gehen wir in diesem Review überwiegend auf die Abweichungen der PC-Variante ein. Aufgrund der großen Inhaltsgleichheit verweisen wir für alle notwendigen Details auf Davids Konsolentest von Street Fighter 4.

Street Fighter 4 - PC-Hadouken! Das Meisterwerk erobert die Heimrechner

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Nein, keine neue Kamasutra-Stellung, sondern der Anfang vom Ende.
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Ihr bekommt auf dem PC ebenso die volle Dröhnung aus Arcade-Modus (verkappte Story-Kampagne), Versus-Modus, Herausforderungs-Modus und Trainingsplatz. Insgesamt greift ihr nach dem Freischalten von neun Charakteren auf 25 spielbare Figuren (darunter vier neue) zurück und habt damit eine breite Palette an Kampfstilen zur Verfügung.

Im Gegensatz zur Konsolenversion bringt die PC-Fassung natürlich einen Kopierschutz mit. Diesmal müsst ihr mit Securom vorlieb nehmen, während die angekündigte Steam-Version wohl ohne Kopierschutz auskommen wird. Eine erzwungene Internetaktivierung scheint es jedoch nicht zu geben. Unsere Version musste für die Spielsessions nicht im Rechner verbleiben, das kann sich jedoch in der Kauf-Fassung noch ändern.

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Jede Menge toller Effektspielereien verwöhnen das Auge.
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Allerdings konnten wir den Multiplayer-Modus noch nicht testen, weil der dafür notwendige Games for Windows Live-Service noch nicht eröffnet war. Nur wer einen Account besitzt, kann seinen Spielfortschritt speichern und Onlinematches angehen. Wollt ihr ausschließlich offline zocken, könnte dies tatsächlich zu einem dicken Stolperstein werden.

Tastatur? LOL, danke!

Das gilt auch für den Fall, dass ihr kein Gamepad wie den Xbox 360-Controller an eurem Rechner angeschlossen habt. Zwar ist es prinzipiell auch möglich, Street Fighter 4 direkt per Tastatur zu zocken - das würden aber wohl nur ausgesprochene Masochisten in die Tat umsetzen. Es ist schlicht unmöglich, die volle Bandbreite der Techniken und die gesamte Spieltiefe der Prügelorgie ohne Controller auch nur ansatzweise zu erleben.

Profis werden auch darüber nur müde lächeln und sich gleich einen Arcade-Stick zulegen, mit dem man dann so richtig loslegen kann. Wer sich partout nicht von seiner Maus/Tastatur-Kombi lösen will, sollte sich den Beat Em Up-Einsatz eigentlich gleich wieder abschminken.

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Smoke on the water, fire in the, ähm, mouth!
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Alle anderen bekommen das gewohnte 6-Button-Prinzip geboten, mit dem man intuitiv die Standard-Hiebe und Tritte austeilt und Spezialattacken, die mächtigen Finisher wie Super- und Ultrakombos oder Fokus-Manöver ausführt, mit denen man seine cleveren computergesteuerten Kontrahenten auf die Bretter schickt. Die Steuerung ist glücklicherweise frei konfigurierbar, sodass ihr das Handling der Spielfiguren ganz an eure Vorlieben anpassen könnt und die enorme Spieltiefe noch besser ausnutzt.

So schön hat man sich am PC noch nie geprügelt!Fazit lesen

Wer auch nur einen der Vorgänger gespielt hat, weiß, dass sich kaum eine der Figuren wie die andere spielt und sich allein schon deshalb das Spielvergnügen und -verhalten mit jeder Auswahl im Charakter-Screen manipulieren lässt. In Kombination mit dem in acht Stufen regelbaren Schwierigkeitsgrad bietet Street Fighter 4 nicht nur ein äußerst zugängliches, sondern auf Wunsch auch gleichzeitig enorm forderndes Spielerlebnis, das für Einsteiger und Profis gleichermaßen geeignet ist.

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Manchmal kommt es nur auf Sekundenbruchteile an, wenn’s darum geht, wer wem die Fresse poliert.
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Optisch ist das Game den Konsolenversionen mindestens ebenbürtig. Sofern man über einen entsprechend leistungsstarken Rechner verfügt und höhere Antialiasing-Werte oder anisotropisches Filtering einstellt (ohne, dass das Spiel langsamer wird - nicht ruckelt!), winkt sogar eine noch hübschere Kulisse im Comicstil gehaltener 3D-Spielfiguren und 2D-Hintergrund-Szenarien, sowie butterweicher Animationen, die man so nur ganz selten zu sehen bekommt.

Exklusiv für den PC wurden die drei neuen Grafikmodi "Tusche", "Wasserfarben" und "Poster" eingebaut. Diese wirken sich jedoch nur marginal auf den ohnehin schon tollen Anblick aus. Viel imposanter sind da schon die herausragenden Partikel- und Lichteffekte, die man bei diversen Spezialattacken und Finishern zu sehen bekommt. Augenschmaus pur! Lange Ladezeiten, wie noch bei den Konsolen-Fassungen sucht man hier übrigens (glücklicherweise) vergeblich. Innerhalb von Sekunden steht man im Ring oder begutachtet zuvor die kurzen Video-Schnipsel im Anime-Stil.