Stranger Things? Nein, es geht um Strange Brigade, einen Left-4-Dead-artigen Mumien-Shooter, den viele seit der E3 vermutlich gar nicht mehr auf dem Schirm haben werden. Ich durfte ihn vor Kurzem auf einem Event anspielen und verrate euch in der Vorschau, ob es sich lohnen könnte, bald euer altes Koop-Team wieder zusammenzutrommeln. Wie viel Spaß der Shooter dann wirklich macht, müsst ihr mir anschließend sagen, denn wegen technischer Probleme konnten die Teilnehmer nur den Singleplayer spielen. Aber der hat es in sich.

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Ein exotischer Vergnügungspark für Schießwütige

In einem kleinen Zimmer im Berliner Mandala Hotel bekomme ich einen Controller in die Hand gedrückt, bevor ich mit Kopfhörern vor einen großen Fernseher gesetzt werde. Gleich kann das archäologische Abenteuer starten, doch zuvor gibt mir Entwickler Rebellion ein kurzes Briefing, worum es hier eigentlich geht. Vier spielbare Charakter, jeder mit einer anderen Spezialfähigkeit ausgestattet, sollen jede Menge Zombies abknallen. Den Rest, dass die Strange Brigade eine Gruppe britischer Agenten ist, die eine versehentlich geweckte böse Königin aufhalten sollen, erklärt mir der charmante Sprecher im Schwarz-Weiß-Intro.

Treffen sich Serious Sam und Uncharted in der Wüste...

Kaum setze ich einen Fuß auf den sandigen Boden, begrüßt mich bereits das erste Krächzen aus der ägyptischen Unterwelt. Ich greife zum Gewehr und brauche es eigentlich die nächsten zehn Minuten nicht mehr abzusetzen. Kommt mir eine Mumie zu nah, verpasse ich ihr einen Energieschlag. Tummeln sie sich weit hinten, werfe ich ihnen ein brennendes Päckchen Dynamit zu. Abgesehen von dem Blutbad, das ich in dieser denkwürdigen Stätte anrichte, ist es hier bei dem schönen Wetter ganz idyllisch. Es wirkt durch den Comic-Look mehr wie ein Vergnügungspark mit Pharaonen-Thema. Statt Imbissständen gibt es hier Munitionskisten und Werkbänke. Bevor ich sagen kann, dass das selbst für ein Tutorial zu leicht ist, hat sich der nächsten Gegnerhorde bereits ein riesiger Skorpion angeschlossen. Während ich mich die nächsten Minuten mit diesen sich ständig eingrabenden und ausweichenden Biestern abmühe, kommt der Entwickler kurz vorbei, schaut auf meinen Bildschirm und murmelt leise: “Zehn Minuten noch, dann geht es richtig ab.

Darf ich vorstellen? Die Strange Brigade! Wo der Name Programm ist

Kurze Zeit später befinde ich mich in meinem ersten Bosskampf und verstehe, was er gemeint hat. Nicht der Boss ist das eigentliche Problem, sondern er in Kombination mit seinen dutzenden Handlangern, die nicht nur stark sind, sondern das Spielfeld extrem verkleinern. Schießen, zur Seite rollen, panisch wegrennen, beten – am Leben erhalten mich eigentlich nur meine jahrelang eingeprägten Zocker-Instinkte. Als die Schlacht endlich bezwungen ist und ich genauso wenig Energie wie Munition habe, muss ich zugeben, dass ich selten etwas so Unterhaltsames und Forderndes gespielt habe. Und wie wäre das erst mit vier Spielern gewesen?

In einem anderen Level des Shooter-Vergnügungsparks, in dem sich alles um Höhlen und Piraten dreht, spiele ich die Schrotflinten-Lady und schicke reihenweise Skelette über die Planke. Mit Kanonen die Decken zum Einstürzen bringen, einen quasi unsterblichen Kapitän bezwingen und einen Untoten beim Klimpern auf dem Klavier belauschen – jedes Level scheint seine eigenen charmanten Besonderheiten, Witze und Kniffe zu haben. Doch mittlerweile ist meine rechte Hand seit neunzig Minuten mit der Abzugstaste verschmolzen und die ersten Ermüdungserscheinungen stellen sich ein.

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Ja, selbstverständlich könnte ich noch den linken und rechten Korridor erkunden, aber wozu, wenn ich dort nur andere Wummen finde, während meine gerade absolut ausreicht? Vermutlich sind es die Zurufe, Befehle und Sprüche meiner Teamkollegen, die mir hier gerade fehlen und das Ganze abrunden würden. So kann ich mir nur selbst einen High Five geben, wenn ich einen Endboss bezwungen habe. Das Spiel ist auf eine Party ausgelegt und ich bin noch nicht gestört genug, um allein alle anderen Gäste zu simulieren. In meinen Vorstellungen könnte es schon spaßig sein, etwas, womit ganze Abende zugebracht werden können, an die ich mich, meine Gruppe und die lärmbelästigten Nachbarn sich gerne zurückerinnern könnten.