Ihr seid Masochisten, steht total auf Blut und braucht mal richtig Dresche á la 90er? Dann ist Strafe für euch die richtige Bestrafung, denn der Old-School-Shooter unterzieht jeden Spieler einer Blutdusche, die sich gewaschen hat.

Strafe - Blutrausch auf Speed

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Blutig, blutiger, Strafe - im FPS-Shooter erwartet euch Pixel-Gore vom Feinsten.
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Eins vorab: Wie erwartet gibt es keine epische Story im ehemaligen Kickstarter-Projekt Strafe. Ihr werdet als Kämpfer an den Rand der Galaxie geschleudert, auf eine Raumstation voller Aliens, denen ihr über die Zonen hinweg entkommen müsst. Das war’s.

Erste Minuten & Tutorial

Meine ersten Minuten in Strafe fühlen sich sehr noobig an. Ich weiß zwar in etwa, worauf ich mich eingelassen habe, aber zu Beginn stehe ich im ersten Raum wie bestellt und nicht abgeholt. Ich starte an einem Ort ohne Gegner, eine Art Meta-Level, in dem ich mir eine von drei Ballermaschinen aussuchen kann: Shotgun, Maschinenpistole und Lasergewehr. Durch Probieren finde ich heraus, was was ist und dann geht es auch schon los: Ab in eine Transporter-Röhre, die mich ins erste zufallsgenerierte Level beamt. Dabei verzichtet Strafe auf einen langen Prolog, der stattdessen über das Tutorial im Hauptmenü abgedeckt wird.

Packshot zu StrafeStrafeErschienen für PC und PS4 kaufen: Jetzt kaufen:

Und das ist ebenso skurril wie die genialen 90er-Trailer zum Spiel.

Strafe - STRAFE Launch-TrailerEin weiteres Video

Im Stil eines Kurzfilms erklärt euch hier eine Frau im kleinen Schwarzen, was es alles zu beachten gibt, ehe ihr üben dürft. Zum Beispiel, ob ihr gut nach oben, unten, links und rechts schauen könnt. Auf einer Laufstrecke testet ihr das W eures WASD-Dreiecks und auch der Sprung mit der Leertaste wird unter die Lupe genommen. Ergebnis: Fantastische Voraussetzungen für das Gemetzel! Weiterhin werden euch natürlich auch alle wichtigen Details erklärt, wie etwa das Bedienen von Werkbanken, die euch Munition und Batterien zum Aufladen eurer Schilde droppen. Offensichtlich wird hier (und nicht nur hier) der unschlagbare Humor des Games, welcher sich durch alle Schichten von Strafe zieht – ein großer Pluspunkt, der gegen das steigende Frust-Level im blutigen Lauf durch die Zonen ansteht.

Erste Kills, erste Tode

Die ersten Kills im Retro-Shooter sind wie ein Rausch. Ich fliege geradezu durch die klaustrophobischen Sci-Fi-Gewölbe; zucke in Quake-Manier nach links und rechts, springe meterweit und knalle so viele – Zombies? Aliens? Zwischengestalten aus der Hölle? – ab, wie ich nur kann. Doch das High wird zum Horrortrip: Aus vielen Gegnern werden unzählige; sie kommen von allen Seiten und nach etwa zehn Minuten enden meine ersten Versuche in der Regel. Eigentlich ja kein Problem, denn ich kann per Schnellstart sofort wieder zum Anfang beamen – ohne nervige Wartezeiten. Wären da nicht die zufallsgenerierten Level aus der Hölle.

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Zwar sterbe ich, aber das zumindest nicht allein.
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Im Feuerrad von Strafe

Dort, wo die Sterne waren, drehen sich Feuerräder. Wir feiern eine Leidenschaft. Der Schmerz ist schön... („Feuerräder“ – Rammstein)

Obwohl die elektronische 80er-Musik im Hintergrund ihren Teil dazu beiträgt, mich in den Blutrausch zu begleiten, könnte Rammstein auch gut zum FPS-Shooter passen. Denn der Schmerz ist in Strafe allgegenwärtig. Ich drehe mich im Feuerrad der Level: Starten, Schießen, Blut, Sterben; wieder und wieder, was anfangs noch verdammt viel Spaß macht, aber schnell frustriert. Es gilt in Strafe mehrere aufeinanderfolgende Level zu meistern; endet ihr jedoch in der dritten Zone als Fleischhaufen, wird alles wieder auf Null zurückgesetzt. Und da der göttliche Zufallsgenerator mit gnadenlosem Auge über meine erbärmliche Existenz wacht, ist beim nächsten Versuch ein plötzlicher Tod nach nur 30 Sekunden durchaus im Rahmen des Möglichen. Spaß macht das nicht.

Mit eigenem Gore-System blutet Strafe aus eurem Screen, wobei das Shooter-Fest leider schnell frustrieren kann. Kurzweiliger 90er-Trip für Quake-Liebhaber und FPS-Junkies.Fazit lesen

Zur Abwechslung beginne ich schließlich den Modus Murder-Zone.

Womöglich hätte ich mir im Vorfeld denken können, dass die Murder-Zone keine besonders ermutigende Erfahrung werden würde. Es handelt sich um eine nette Arena, die mich mit Gegnerhorden geradezu flutet, sodass ich nach nur wenigen Sekunden panisch gegen Wände renne und wie wild um mich schieße. Besonders nett ist dann der Kommentar nach jedem meiner gefühlt sekündlichen Tode: ‚Unbelievable‘ sagt mit das Spiel in schwarzer Schrift auf knallrotem Hintergrund. Unglaublich gut? Sicher nicht, denn lange habe ich ja nicht überlebt.

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Auch von oben können Gegner euch anspringen - ugh!
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Ich gebe es zu: Ich bin kein FPS-Profi, sondern gehöre eher zu der Sorte Spieler, die abends gemütlich eine Runde Halo zocken. Quake lotet bereits meine Grenzen aus und Strafe ist nach nur kurzer Zeit leider ziemlich frustrierend. Aber: Liebhaber des Genres werden hier zumindest eine kurzweilige Offenbarung erfahren. Kurzweilig deshalb, da Strafe nicht nur durch die zufallsgenerierten Zonen ernüchtert.

Geiler Humor, Semi-geiles Spiel

Strafe weiß sich zu verkaufen. Und Liebe steckt auch in dem Spiel, ein Kriterium, das mich persönlich schon von mittelmäßigeren Titeln überzeugt hat. Das wird nicht nur im Tutorial oder in den amüsanten Todes-Screens klar, sondern auch über die zahlreichen Details. Wie etwa der Glitch-Raum: Ich poppe nach zahlreichen Toden erneut in Zone eins auf, renne im Blutrausch den Monsterhorden entgegen und – falle.

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Glitch-Raum begeistert durch akkurate Grafik und beruhigende Worte.
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Falle durch den Boden, durch die Raumstation, durch das All und glaube bereits, einen Bug gefunden zu haben. Aber falsch gedacht: Ich lande schließlich im Glitch-Raum, ein skurriler Ort durchzogen von Grafik-Chaos und zitternder Skins sowie einem Schild, das endlos über die kaputten Wände kriecht – mit der Aufschrift: Just Chill. Strafe schafft es, zu amüsieren und erinnert in solchen Momenten an Spiele wie Stanley Parable. Schön!

Nicht so schön ist die grottige KI sowie der Umstand, dass es überraschend wenig Waffen für einen FPS-Shooter gibt. Monster bleiben gerne in Absenkungen oder Säure-Pfützen stecken, während sie euch blindlings überallhin folgen. So gesehen orientiert sich der Schwierigkeitsgrad eher an ihrer Anzahl sowie dem gnadenlosen Rogue-like-System im Spiel. Mit drei Hauptwaffen plus einer Hand voll Gewehren und Pistolen, die von Gegnern übernommen werden können, enttäuscht leider auch hier die geringe Abwechslung.