Na wen haben wir denn da? Einen alten Bekannten? Nicht ganz. Das Family-Sharing-Feature kommt dieses Mal nicht von Microsoft, sondern von Valve über Steam. Und es ist das volle Paket!

Steam - Steam Family Sharing erlaubt das Teilen und Verleihen von Spielen

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Ausleihen wird noch bequemer
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Wer hätte das gedacht? Quasi aus dem Nichts kündigt das US-Unternehmen Valve für seine Online-Plattform Steam ein Feature an, das an ein, mittlerweile auf Eis gelegtes Feature von Microsoft für die Xbox One erinnert: Family Sharing.

Zwar deutete sich bereits im Juni derartiges an, aber wirklich offiziell war bislang nichts.

Das Prinzip ist einfach: Autorisiert ein Steam-Account-Besitzer ein Gerät, erhält der Besitzer des Gerätes, wenn er selber über Steam verfügt, die Möglichkeit, über seinen eigenen Account auf jedes Spiel des eigentlichen Besitzers zurückzugreifen, das Spiel seiner Wahl herunterzuladen und zu spielen. Sogar mit eigenen Achievements und eigenen Profilen. Und es gibt keinerlei zeitliche oder spieletechnische Beschränkungen. Valve erlaubt autorisierten Geräten also den Zugriff auf Vollversionen.

Einzige Einschränkungen. Jeder Steam-Account kann maximal bis zu 10 Geräten den Zugriff auf seine Spielebibliothek erlauben, wobei nur die gesamte Bibliothek freigegeben werden kann und nicht etwa einzelne Titel. Auch kann immer nur ein autorisiertes Gerät auf die freigegebene Spielebibliothek zugreifen. Will man also ein Spiel aus einer Bibliothek spielen und ein anderes Gerät greift schon auf die Bibliothek zurück, wird einem der Zugriff verwehrt. Positiv: Ist man allerdings der Besitzer, hat man natürlich auch Priorität. Der leihende Spieler erhält dann ein paar Minuten, um entweder das Spiel selber zu erwerben oder aber die Session abzubrechen.

Das Ganze gilt aber nicht für Spiele, die entweder einen Key eines Drittanbieters benötigen oder gar einen separaten Account oder eine separate Anmeldung. Auch wird es einem Leiher nicht möglich sein, für ein geliehenes Spiel zusätzliche DLC zu erwerben. Bei In-Game-Käufen wird der gekaufte Gegenstand dem Account zugewiesen, der den Kauf getätigt hat. Kauft man also einen Gegenstand in einem Spiel, das man geliehen hat, verbleibt der Gegenstand im Besitz und geht nicht in den Besitz des Verleihers über.

Auch was regional beschränkte Inhalte angeht, wird man die Beschränkung nicht durch dieses Feature umgehen können. Man kann also nicht etwa Man**** spielen, indem man es sich von jemanden leiht, der das Spiel besitzt.

Aufgepasst auch bei Cheatern und / oder Betrügern. Nutzt ein Leiher einen Account dazu, in Spielen zu cheaten, entzieht Steam dem Verleiher die Möglichkeit, seine Spielebibliothek mit anderen zu teilen.

Mitte September startet Steam eine limitierte Beta-Phase, um Steam Family Sharing ausgiebig zu testen. Wer daran teilnehmen will, sollte sich dieser Gruppe anschließen.

Man könnte jetzt meinen, Valve hat das Feature direkt von Microsoft geklaut. Aber bei Microsoft war es bei diesem Feature vorgesehen, dass man als Nicht-Besitzer maximal zwischen 15 bis 45 Minuten, teilweise auch eine Stunde, kostenlos das komplette Spiel ohne Einschränkungen spielen durfte, bevor die Xbox One einen in den Shop lotste, um das Spiel zu erwerben. Also im Grunde nur eine Demo.

Bei Valve hingegen, hat man das volle Programm. Und da man schon immer über jedes Gerät auf seine Steam-Bibliothek zugreifen konnte, scheint das Family-Sharing-Feature nur ein weiterer, logischer Schritt zu sein. Wenn schon Bücher digital verliehen werden können, warum nicht also auch Spiele?

Sollte sich das Prinzip als Erfolg herausstellen, könnten andere Anbieter nachziehen. Selbst Konsolenhersteller dürften da ihre Strategie nochmals überdenken, schließlich haben auch hier digitale Downloads schon lange Einzug gehalten. Interessant dürfte sein, ob Microsoft das fallengelassene Family-Sharing-Feature wieder aufnehmen wird, und vor allem, ob man dann auch auf der Xbox One die Möglichkeit haben wird, Vollversionen zu spielen, statt nur kurze Demos.

Was meint ihr? Freut ihr euch über das Feature? Wollt ihr an der Beta teilnehmen? Oder haltet ihr das Ganze für eine ganz dreiste und billige Kopie?