Starship Troopers (PC Review)
von Patrick Streppel

Buuuuugs! So ähnlich riefen wir häufig beim Test von Empires Starship Troopers, denn der britische Ego-Shooter fängt die Atmosphäre des Kult Science Fiction-Streifens gekonnt ein: Wenn Hunderte Bugs auf unsere Stellung zustürmen oder die fetten

Plasma-Bugs ihre Ladung durch die Nacht schießen kommt richtig Flair auf. Schade nur, dass Starship Troopers auf der anderen Seite zu viele Fehler macht.

Starship Troopers - E3 2005 Trailer [hi-res]2 weitere Videos

Der 1997 veröffentlichte Kinofilm Starship Troopers, basierend auf dem Roman von Robert Heinlein, ist bis heute mehr als umstritten - für die einen ist er eine leere Actionfarce, für die anderen ein genialer Anti-Kriegsfilm. Eines ist aber sicher: Die fulminanten Kriegsszenen, in denen Hundertschaften junger Marines von Tausenden insektoider Aliens überrannt werden, sind bis heute im Genre unübertroffen. Ein Ego-Shooter, der diese Atmosphäre einfängt - wo dürfen wir uns einschreiben?!

Doch Hardcore-Gamer wissen: Paul Verhoevens Sci-Fi Satire, die im Stillen eine computeranimierte TV-Serie ("Rougnecks - Starship Troopers Chronicles") sowie eine im

Starship Troopers - Bugs ohne Ende - wir sagen euch, was das Spiel zum Kultfilm wirklich taugt.

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B-Movie Stil produzierte Fortsetzung ("Heroes of the Federation") hervorbrachte, wurde schon einmal in ein Computerspiel verwandelt. Im Jahr 2001 versuchten sich Microprose und Entwickler Blue Tongue an einem Squad-basierten RTS, das jedoch Kritiker und Fans enttäuschte. Langweilige Missionen, strategiearmes Gameplay und eine unterdurchschnittliche Grafik ließen die Atmosphäre von epischen Massenschlachten kaum aufkommen - vorab also die Entwarnung, dass es diesmal deutlich besser ausschaut.

Packshot zu Starship TroopersStarship TroopersErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Das große Krabbeln
Starship Troopers handelt vom epischen Konflikt der Menschheit gegen die insektoiden Araknoiden - von den Soldaten schlicht "Bugs" genannt. Die käferartigen, primitiven Aliens fallen in großer Überzahl über eine Siedlung nach der anderen her, den Grund für diesen Krieg kennt jedoch niemand so genau.

Ob die Menschheit vielleicht zu tief in ihr Territorium eingedrungen sei, fragt ein Reporter im Orbit des Planeten selbstkritisch, doch die jungen Rekruten interessiert das "Warum" nicht. Blind folgen sie den Anweisungen dieses fast schon totalitären Staates - wer nicht kämpft, der wird getötet, für Fragen ist keine Zeit.

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Dabei sind es ohnehin die jungen Rekruten, die täglich an der Front verheizt werden - Gratulation, denn als Spieler sind Sie einer von ihnen. Nun, doch nicht ganz: Anstatt wie in Ravens Quake 4 den Platz in einem Team einzunehmen und als gewöhnlicher Fußsoldat seine Laufbahn zu beginnen, startet das Abenteuer unseres namenlosen Helden als Mitglied einer Spezialeinheit, der Marauder. Genauer gesagt startet das Spiel im Bett einer ansehnlichen Pilotin, doch wie auch das eigene Quartier auf dem großen Schlachtschiff sind diese Annehmlichkeiten nur von kurzer Dauer: Die Bugs auf Hesperus - einem unbedeutenden Klumpen Erde, um den sich die Kriegsparteien

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schon seit längerem Streiten - haben mit Angriffen auf die Flotte begonnen und der Spieler wird nach unten geschickt, um die Artillerie-ähnlichen Plasmabugs rechtzeitig auszuschalten.

Starship Troopers Remix
Versprüht das als Tutorial gedachte Schlachtschiff-Level noch Elite Force-Flair, wird schon kurz darauf klar, dass Strangelights Ego-Shooter ein einsames Unterfangen wird, denn als Elite-Soldat kämpfen wir zwar an der Seite unserer Kameraden, doch nur selten bleibt einer von ihnen am Leben. Außer der feschen Pilotin, die uns an einigen Stellen aus brenzliger Lage retten muss, begleiten uns keine Charaktere durch das Spiel -

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schade eigentlich, denn das hätte der Atmosphäre und Identifikation sicherlich noch einen Schub gegeben. Dass Jonny Rico, Held des Films, als General die Briefings vorliest, ist zwar nett, im eigentlichen Spiel taucht er jedoch nicht auf und die verschiedenen Gastauftritte - u.a. Psi-Agent Karl - sind ebenfalls zu unspektakulär inszeniert.

Es ist interessant, dass sich die Entwickler zwar nicht an die Story der Filmvorlage halten, die "neue" Storyline, die einige Jahre später angesiedelt ist, aber dennoch frappierend an den Film erinnert. Tatsächlich sind die Missionen sowohl von den Filmen und Animations-Episoden als auch vom Buch selbst inspiriert.

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Mal verteidigen wir ein Forts in der Wüste gegen Unmengen an Gegnern, wehren den Tanker Bug ab, der Feuer speiend durch die Mauer bricht und flüchten schließlich in letzter Sekunde mit einem Shuttle. In einer anderen Mission gilt es die Energiezäune eines Treibstofflagers zu re-aktivieren oder bei einer Nachtmission die Bedrohung durch Plasma-Bugs zu neutralisieren. Teilweise sind wir sogar allein unterwegs: Um einen vermissten Kameraden zu finden, werden wir in einem Level in eine verlassene Basis tief unter der Oberfläche geschickt. Nett ist, dass die einzelnen Missionen mit kurzen Clips aus den Filmen eingeleitet bzw. beendet werden, die nahezu perfekt zur jeweiligen Situation passen.

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Die Story ergibt allerdings nur Sinn, wenn man mindestens den ersten Film gesehen hat.

Buuugs!!!
Die zwölf relativ langen Missionen sind abwechselungsreich und stark gescriptet: Mal ist pure Action angesagt, bei der dem Zeigefinger keine Ruhe gegönnt wird, mal erkunden wir wachsam die Umgebung und im nächsten Moment schaffen wir wichtige Gegenstände heran. Rätsel gibt es zwar nicht, aber das Spiel ist dennoch wesentlich anspruchsvoller als ein Serious Sam. Wichtig ist auch, dass die Aufgaben in kurzen Abständen wechseln: Um das vom zweiten Film inspirierte Treibstofflager zu halten, müssen wir die Energiezäune reparieren.

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Der Ingenieur, der diese Aufgabe erledigen kann, ist jedoch im Feindgebiet abgestürzt und will zunächst herausgeboxt werden. Dann laufen wir mit ihm Punkt für Punkt die Reparaturpunkte ab, bis die Verteidigung wieder steht. Ruhe ist uns jedoch nicht gegönnt, denn nun greifen Flugeinheiten die Transporter an - also schnell hinter das Geschütz klemmen und die Viecher vom Himmel holen.

Als aber schließlich wieder die Verteidigung ausfällt, brechen Hunderte Bugs durch und überrennen uns und unsere Kameraden… die einzige Chance ist die Flucht zum höchsten Punkt der Anlage, wo zum Glück ein Shuttle auf uns wartet.

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Diese Massenschlachten, die wir aus dem Film in bester Erinnerung haben, sind natürlich der Kern des Spiels: In nahezu jeder Mission dringen wir mit unseren Truppen in Feindgebiet vor oder werden von heranstürmenden Gegnermengen in die Ecke getrieben - bis zu 300 Bugs sollen laut den Entwicklern gleichzeitig auf dem Schirm sein und obwohl wir nicht gezählt haben, wirkt diese Zahl realistisch.

Zum Glück gibt es ein ordentliches Waffenarsenal, das aus verschiedenen Morita-Varianten mit unterschiedlicher Feuerrate und Reichweite, einer effektiven Shotgun, Snipergewehr sowie Rocket- und Missile-Launcher besteht.

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Das Standard-Maschinengewehr mit unbegrenzten Munitionsvorrat erlegt die ungepanzerten Spinnenbugs, in Höhlen lauernden Kliffmilben oder lebenden Blendgranaten im Handumdrehen Für die Feuer speienden Tanker Bugs und Artillerie-ähnlichen Plasma-Bugs sind jedoch Raketenwerfer von Nöten. Wer zudem auf das Nervensystem zielt, macht aus den Viechern schnell Kleinholz.

Technik mit Licht und Schatten
Starship Troopers bringt mit seinem Missionsdesign sowie der schieren Menge an Gegnern die Atmosphäre des Kinofilms gekonnt herüber, wer jedoch die spektakulären Massenschlachten in Erinnerung hat, der wird von den technischen Schwachstellen enttäuscht sein.

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Anstatt Gegner aufzuspießen und durch die Luft zu wirbeln, "hacken" die Bugs einfach auf ihre Feinde ein (bzw. durch die fehlerhafte Kollisionsabfrage sogar daneben) bis diese unspektakulär zu Boden gehen. Die einzige Ausnahme sind gescriptete Ereignisse - von diesen mal abgesehen sehen die Kämpfe relativ "unecht" aus. Wenn uns Dutzende Bugs zugleich angreifen, ist der Bildschirm voll von ruckelhaft animierten Tentakeln und wir halten auf alles drauf, was sich bewegt. Getroffene Bugs zucken und versinken irgendwann in grünem Schleim - hier wird die schiere Quantität durch Qualität bezahlt.

Auch sonst hat Strangelights eigens entwickelte Engine zwei Seiten.

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Während wir auf Echtzeit-Licht verzichten müssen, sehen die Partikeleffekte richtig nett aus. Texturen und Charaktermodelle sind zwar relativ undetailliert, die Levelarchitektur ist jedoch glaubwürdig und interessant gestaltet. Dabei schwankt die optische Qualität jedoch von Einsatz zu Einsatz: Die unterirdische Basis wurde mit sehr viel Sorgfalt erstellt, der nächtliche Level mit dem "Plasma-Mountain" wirkt dagegen uninspiriert und detailarm, da die Engine mit organischen Strukturen und Landschaften nicht besonders gut zurecht kommt.

Die Soundkulisse punktet durch die orchestrale Musik sowie im englischen die Original-Sprecher.

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Die Soundeffekte und deutsche Sprachausgabe sind jedoch unterdurchschnittlich. In unserer Testversion wurden zudem Sätze abgeschnitten oder die Musik brach plötzlich ab.

Auch an anderer Stelle hätte Starship Troopers Feinschliff benötigt: Anstatt uns die Stange zu halten, fallen verbündete Einheiten meist wie die Fliegen, Gegner-Nachschub wird solange re-spawned bis wir ein scheinbar unabhängiges Ziel (z.B. einen bestimmten Punkt auf der Karte) erreicht haben, einige Stellen sind unfair schwer oder langatmig (beschießen Sie einen Plasmabug nach dem selben Schema für über 10 Minuten!) und auch die grundlegende Spielmechanik ist nicht ganz "rund".

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Gegner sind selten mehr als Kanonenfutter und die Waffen fühlen sich zu unecht an, was an der geringen Schlagkraft, minimalen Animationen sowie dem schwachen Sound liegt. Eine Enttäuschung ist auch der Mehrspielermodus: Deathmatches sind weitestgehend langweilig und der Cooperative-Modus besteht lediglich aus drei Leveln, in denen es gemeinsam einen Ingenieur zu schützen gilt. Richtige Einsätze dürfen wir (noch) nicht gemeinsam absolvieren.

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Gegner sind selten mehr als Kanonenfutter und die Waffen fühlen sich zu unecht an, was an der geringen Schlagkraft, minimalen Animationen sowie dem schwachen Sound liegt. Eine Enttäuschung ist auch der Mehrspielermodus: Deathmatches sind weitestgehend langweilig und der Cooperative-Modus besteht lediglich aus drei Leveln, in denen es gemeinsam einen Ingenieur zu schützen gilt. Richtige Einsätze dürfen wir (noch) nicht gemeinsam absolvieren.