Autor: Sebastian Weidner

Hach, was für ein Leben das doch sein muss: Als Söldner mit dem eigenen Raumschiff durchs Weltall brettern, auf Raumstationen hübsche Mädels abschleppen, spannungsgeladene Aufträge für viel Kohle erfüllen und den Raumpott mit immer dickeren Waffen aufrüsten. Zugegeben, ihr selbst werdet euch diesen Traum wohl nie erfüllen können.

Doch immerhin dürft ihr in Star Wolves 2 virtuell kennen lernen, wie es sich als Berufskämpfer lebt. Gleich vorweg: Ganz so spannend, wie sich das Söldner-Dasein anhört, ist es in der aktuellen Version noch nicht. Doch immer schön der Reihe nach. Wir haben die Betaversion genauestens unter die Lupe genommen und geben euch einen kleinen Einblick in die Neuerungen.

Dungeon Siege meets Homeworld
Die Story von Star Wolves 2 schließt an das Prequel an. Das von Konzernen gebeutelte Imperium gewinnt wieder mehr Macht und setzt sich gegen die privaten Raffgeier durch.

Den obligatorischen Aliens ist das freilich völlig egal. Die lassen es sich nicht nehmen, für Unruhe zu sorgen. Gut so, denn sonst hättet ihr als Söldner wohl weit weniger zu tun! In Sachen Spielprinzip ist alles beim alten geblieben.

Star Wolves 2 - Im dunklen Weltall ist gut munkeln. Sternenwölfe wollen Sommerloch stopfen...

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Nach wie vor gilt es bis zu sechs unter eurer Flagge vereinte Raumschiffe in den Kampf zu führen, fiese Piraten, Aliens und ähnliches Gesocks zu bekämpfen und massenhaft Erfahrung abzustauben.

Lohn der Mühen: Ihr werdet wie in Rollenspielen üblich immer stärker, könnt immer mächtigere Spezialfähigkeiten dazu lernen und für das verdiente Geld coole neue Waffen an die Starfighter basteln. Für Motivation ist also gesorgt. Das aus Diablo und Co. bekannte Suchtprinzip greift auch in Star Wolves 2 perfekt.

Das kenn ich doch irgendwoher!
Auch die eigentliche Spielmechanik hat Entwickler Xbow Software auf den ersten Blick kaum verändert. Die spannenden Kämpfe gegen zahlreiche Feinde nehmen nach wie vor einen Großteil der Zeit ein. Sobald eines eurer Schiffe einen Gegner sichtet, pausiert das Spielgeschehen und ihr gebt die Kampfbefehle.

Standardangriffe mit dem Maschinengewehr oder der Laserwumme lassen eure Söldner alleine vom Stapel. Doch richtig fiese, fette Gegner sind so kaum klein zu kriegen. Was hier nur hilft, ist der intensive Einsatz eurer begrenzten Spezialwaffen- und Fähigkeiten. Hier eine Rakete abgeschossen, dort per speziellem Skill ein Feindschiff gehackt und für einige Sekunden kampfunfähig gemacht und schon ist der Sieg euer.

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Okay, ganz so einfach gestaltet sich das Vorhaben "Erfolg auf ganzer Linie" im späteren Spielverlauf natürlich nicht mehr. Dank der praktischen Pausefunktion kommt allerdings nie Hektik auf. Was zählt, ist Strategie und Taktik, nicht das möglichst schnelle Abklicken von Sonderfähigkeiten. Von letzteren hat das Spiel übrigens mehr als genug in petto.

Bereits beim Einstieg in die Solokampagne müsst ihr euch auf eine von vier Richtungen spezialisieren (Flugkunst, Schießwesen, Fernlenkgeschosse und elektronische Kriegsführung).

Als toller Flieger könnt ihr eure Erfahrung beispielsweise in bessere Manövrierfähigkeiten oder höhere Endgeschwindigkeiten stecken.So kommt ihr schneller zum Schuss und werdet vom Feind schlechter getroffen. Schießwütige stecken die Punkte stattdessen lieber in die Genauigkeit und Schussfrequenz ihrer Waffen oder erhöhen die Chance, kritische Treffer zu landen.

Alle Talente und Verbesserungen könnt ihr in bis zu fünf Stufen aufwerten, vom absoluten Neuling zum Oberguru sozusagen.

Und was ist neu?
Da wäre zum Beispiel die Fraktionswahl gleich zu Beginn eures Abenteuers. In unserer Preview-Version noch nicht enthalten, müsst ihr euch in der finalen Fassung einer von drei Parteien anschließen.

Je nach Wahl sollen sich die Missionen stark unterscheiden. Ob auch verschiedene Endsequenzen implementiert werden, ist aber noch unklar. Die bedeutendste Neuerung, die wir schon jetzt antesten konnten, ist das wesentlich nichtlinearere Spielgefüge. Ihr werdet nicht mehr von einer Mission zur nächsten geschickt.

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Stattdessen dürft ihr das Weltall nun selbst relativ frei bereisen und euch bei Händlern zufallsgenerierte Nebenquests abholen. Für die Geschichte sind diese Minimissionen unbedeutend.

Um an mehr Erfahrung und stärkere Waffen zu gelangen, sind sie aber optimal. Sonderlich originell sind die Aufträge leider noch nicht. Immer wieder Piraten jagen und Geleitschutz geben, das ermüdet spätestens beim zehnten Mal.Weitere Kehrseite der spielerischen Freiheit: Das Durchqueren der unzähligen Raumsektoren dauert quälend lange. Bis zu fünf ereignislose Minuten verstreichen, ehe ihr das System durchflogen und in ein angrenzendes übergesiedelt seid.

Hier sollte Xbow noch an der Zeitbeschleunigung arbeiten. Ebenfalls neu, wenn auch nicht wirklich spektakulär: Für schwierige Kämpfe dürft ihr unabhängige Söldnerkollegen anheuern, die euch für eine kleine Finanzlspritze temporär unter die Flügel greifen.

Alte Probleme aufgewärmt
Star Wolves hat uns letzten Sommer ausgesprochen gut gefallen. Einige der Kritikpunkte haben wir aber auch in Teil 2 wieder getroffen. So ist die Steuerung mitunter noch immer recht hakelig.

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Des Öfteren wollen unsere Schiffe Befehle partout nicht entgegen nehmen und wir klicken uns einen Wolf, bis die zickigen Söldner endlich reagieren. So wie wir uns das Weltall in Wirklichkeit vorstellen, gestaltet es sich in Star Wolves 2 leider auch: Leer! Hier sehen wir einen Planeten im Hintergrund, dort wabert etwas Nebel. Trotzdem kommen wir uns in den Sektoren recht verlassen vor.

Echte Abwechslung wie Meteoritenstürme, aufregende Scriptsequenzen und ähnliches vermissen wir bislang noch. An der Grafik haben die Entwickler deutlich geschraubt. Die Texturen sind schärfer, die Explosionen knackiger und die 31 Schiffsmodelle (davon sechs komplett neu) detaillierter.

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Ein Multiplayermodus ist erneut nicht enthalten. Und das, obwohl wir ihn uns im Rahmen des Vorgänger-Tests so sehnlich gewünscht haben!

Ausblick
Star Wolves 2 ist keine Revolution des ersten Teils, sondern eine evolutionäre Weiterführung des gekonnt inszenierten Spielprinzips. Getreu dem Leitfaden "Mehr Waffen, Fähigkeiten und Missionen" erhalten Fans reichlich neues Futter zum Befriedigen der Star Wolves-Sucht.

Wenn Entwickler Xbow die kleinen Macken noch ausgebügelt, kann Star Wolves 2 das leidige Sommerloch eindrucksvoll überbrücken!