Seit Jahren versucht Electronic Arts nun schon vergeblich, in der MMO-Branche Fuß zu fassen, die ausgerechnet vom ärgsten Konkurrenten dominiert wird. Der ist jedoch träge geworden und seine Macht bröckelt. Für EA der perfekte Zeitpunkt, eine Allianz mit dem Lucas-Imperium einzugehen und zum Angriff zu blasen. Die Hoffnung: den Feind mit dessen eigenen Waffen schlagen.

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Die Macht ist stark in Star Wars: The Old Republic. Das ist auch kein Wunder, denn nach der Schlappe mit Warhammer Online vor drei Jahren hat Electronic Arts diesmal tatsächlich alle Register gezogen. Mit BioWare hat man das vielleicht beste Team des Hauses auf die Sache angesetzt und es mit einem traumhaften Budget ausgestattet.

Das Spiel mit der Macht

Als Bonus bekam das Studio noch die vielleicht bekannteste Lizenz obendrauf gepackt, mit der man ja schon beim mit Knights of the Old Republic Erfahrungen gesammelt hatte. Dass das Projekt dennoch mit einem gewissen Risiko verbunden ist, liegt vor allem an zwei Faktoren: BioWare hat nie zuvor ein Online-Spiel entwickelt und Onkel Lucas will als Lizenzgeber etwas vom Kuchen abhaben, und zwar satte 35 Prozent.

Star Wars: The Old Republic - Die Macht wird mit euch sein! Immer?

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Am Anfang steht die Qual der Wahl: Welche Klasse?
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Das stimmte vorab nicht nur die Fans nachdenklich, sondern sorgte selbst in der Chefetage von Activision Blizzard für Kopfzerbrechen. An welcher Stelle, fragte sich Bobby Kotick jüngst, will Electronic Arts da noch das dicke Geld verdienen? Hätte er sich doch vorab mal in der Beta umgesehen, vielleicht wäre ihm ein Licht aufgegangen. Das Spiel wurde nämlich nicht als Goldesel entwickelt, sondern als Waffe gegen Azeroth.

Never change a winning team!

Das muss sich insbesondere der erfahrene MMO-Spieler bewusst machen, bevor er sich zum Kauf entschließt. Bioware, das sei gleich vorab gesagt, erfindet nicht nur das Rad nicht neu, man rollt es auch noch über möglichst eingetretene Pfade. Die alte Republik wurde von Grund auf so erbaut, dass sich ein gelangweilter WoW-Abtrünniger sofort dort heimisch fühlt - mit allen Vor- und Nachteilen.

Packshot zu Star Wars: The Old RepublicStar Wars: The Old RepublicErschienen für PC

Erläuterungen zur Mechanik kann ich mir also weitgehend sparen. BioWare hat hier ein Themepark-MMO gebastelt, wie es im Buche steht - angefangen bei der Steuerung über die Auswahl der Klassen und Skills bis hin zur Tastenbelegung entspricht alles dem mittlerweile gängigen Muster. Und natürlich gibt es auch die obligatorischen zwei Fraktionen.

Unkomplizierte Online-Unterhaltung für Star-Wars-Fans. Erstmals in einem Themepark-MMO ist der Weg das Ziel.Fazit lesen

Die ergeben zwar inhaltlich Sinn wie kaum in einem anderen MMO, werden aber auch in der Alten Republik bald zu den bekannten Nebenwirkungen führen - zu einer unausgewogenen Balance der Kräfte auf dem jeweiligen Server, einem witzlosen Marktsystem und einer bedauerlichen Spaltung der Bevölkerung.

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Star-Wars-Feeling: Begegnung mit alten Bekannten - oder deren Verwandten.
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Man tut, was man kann

Doch statt sich Gedanken über komplizierten gestalterischen Firlefanz zu machen, wendet sich BioWare lieber den Dingen zu, auf die man sich versteht: das Einbinden des Spielers in eine Geschichte. Und um die zu erleben, muss man sich eben entscheiden, ob man nun für die Republik oder das Imperium in den Krieg ziehen möchte.

Vier Klassen stehen einem dafür auf jeder Seite zur Auswahl. Für die Republik kämpfen Jedi-Ritter, Jedi-Botschafter, Soldat und Schmuggler gegen Sith-Krieger, Sith-Inquisitor,  Imperialen Agent und Kopfgeldjäger aufseiten des Imperiums. Die vier Klassen jeder Fraktion wurden dabei quasi gespiegelt, was dem Balancing insgesamt recht guttut. Später darf man dann noch zwischen jeweils zwei erweiterten Klassen wählen.

Angriff der Klon-Krieger

Neu ist das alles nicht und nach wie vor muss man sich vorab die Frage stellen, welche der klassischen Rollen einem am ehesten liegt. Die Entscheidung nimmt dann wahrscheinlich auch mehr Zeit in Anspruch als das Erstellen des Charakters. Die Optionen, die einem hierfür zur Verfügung stehen, sind nämlich in jeder Hinsicht mager. Ein paar Gesichter hier, ein paar Frisuren da - und fertig ist der Klonkrieger.

In einem Solo-Rollenspiel wäre das vielleicht nicht weiter aufgefallen - in einem MMO, in dem es eigentlich darum gehen sollte oder könnte, eine virtuelle Identität aufzubauen, wirkt es ausgesprochen störend, wenn einem alle paar Minuten ein Zwillingsbruder über den Weg gelaufen kommt, der sich nur dadurch von einem selbst unterscheidet, dass seine Narbe die andere Gesichtshälfte ziert.

Hässliche Gesichter, schöne Stimmen

Überhaupt fällt dem erfahrenen MMOG-Fan bereits an diesem Punkt auf, dass BioWare - wie die meisten US-Studios - kein sonderliches Talent für die Gestaltung von Personen zu haben scheint. Dieser Eindruck erhärtet sich spätestens dann, wenn man auf dem Server angekommen ist und die erste Zwischensequenz erleben durfte.

Doch halt - was rede ich denn da - Zwischensequenz in einem MMO? Ja, in dieser Hinsicht sprengt Star Wars: The Old Republic alle gängigen Genre-Konventionen. Jeder Kommunikationsversuch mit einem markierten NPC wird mit einer Zwischensequenz belohnt - und zwar inklusive Vertonung.

Mittendrin im Krieg der Sterne

Klingt spannend - ist es auch. Schon nach wenigen Minuten ist man voll in eine Welt eingetaucht, in der man als Spieler tatsächlich einen Platz zu haben scheint. Es ist eine Welt voller Konflikte, Intrigen und Helden - Star Wars eben. Und so dauert es auch nicht lange und man achtet überhaupt nicht mehr darauf, dass man einem hölzern wirkenden NPC gegenübersteht.

Die konsequente Vertonung ist es, die dafür sorgt und die den Quest-Gebern Charakter verleiht. Anders, als man es im Genre gewohnt ist, haben diese Wesen nicht nur eine Aufgabe für den Spieler, sie haben auch ein echtes Problem, eine Persönlichkeit und gewisse Launen. Wenngleich die Aufgaben letzlich auch nur dem für MMOs typischen Muster entsprechen, so schafft es BioWare zumindest über die ersten zwanzig Level hinweg, das wunderbar zu kaschieren.

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Helle oder dunkle Seite: Häufig überlassen die Quests euch die Entscheidung.
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Zwei Seiten einer Medaille

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man dem Star-Wars-Universum etwas abgewinnen kann. Die Alte Republik existierte über 3000 Jahre, bevor die Familie Skywalker die Macht erschütterte, und entsprechend gefüllt ist das Spiel mit allerlei Informationen zur Lucas'schen Sci-Fi-Welt.

Wobei man durchaus anmerken muss, dass sich in den drei Jahrtausenden weder technisch noch politisch sonderlich viel getan zu haben scheint. Schon damals stritten Imperium und Rebell... pardon... Republik um die Vormachtstellung in der fernen Galaxie - unterstützt und geführt von Jedi-Rittern und Sith, in denen sich die Macht in ihren zwei Ausrichtungen manifestiert.

Dunkle Jedi und helle Sith

Und auch im eigenen Avatar manifestiert sich diese Macht, denn im Umgang mit den mehr oder weniger freundlichen NPCs hat der Spieler tatsächlich gewisse Freiheiten, darf mitunter entscheiden, ob ein virtueller Charakter am Leben bleibt oder nicht - ob er in einem Verhör unter gutem Zureden zum Plaudern gebracht wird oder durch Folter.

Derartige Entscheidungen bleiben von der Macht natürlich nicht unbemerkt und so verschiebt sich die Gesinnung im Laufe des Spiels langsam in Richtung der hellen oder dunklen Seite - und zwar bei beiden Fraktionen. Ein dunkler Jedi ist also ebenso spielbar wie ein Sith, der sich eher der hellen Seite hingezogen fühlt. Entsprechend gepolte Ausrüstungsgegenstände sowie ein verändertes Antlitz sorgen dafür, dass die Ausrichtung auch gewisse, wenngleich geringfügige Auswirkungen im Spiel hat.

Star Wars: The Old Republic - Auf der dunklen Seite: Sith-Inquisitor

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Holpriges Deutsch

Starke Auswirkungen auf das Spielerlebnis hat übrigens die Wahl der Sprachausgabe. Die deutschen Sprecher klingen zwar ebenso professionell wie bemüht, doch mangelt es den Studios hierzulande offenbar noch immer an Erfahrungen bei der richtigen Inszenierung von Sprache in Computerspielen.

Einige Sprecher sind durchaus gut, andere jedoch scheinen Schwierigkeiten zu haben, sich mit dem Inhalt oder der Figur zu identifizieren. Viele Dialoge klingen nicht ganz rund. Hier haben die Sprecher der Originalversion ganz klar die Nase vorn. Wer fit genug in der englischen Sprache ist, sollte auf jeden Fall ins Englische umschalten.

Der nächste Schritt in Richtung Solo-MMO

Doch das sind Kleinigkeiten, die angesichts der Masse von Text, die man im Spiel zu hören bekommt, durchaus verschmerzen kann. Viel schwieriger wird es sein, nach Star Wars: The Old Republic noch ein anderen MMOG zu spielen, in dem man nicht dauerhaft akkustisch berieselt wird.

Wobei die Sprachausgabe auch gewisse Probleme bereitet, denn sie fördert nicht unbedingt die Kommunikation, wie man sie in normalen MMO-Clans gewöhnt ist. Wer auch immer in meinem Clan in den letzten Tagen in der Alten Republik unterwegs war, war kaum im Teamspeak anzutreffen, weil er mit den Cutscenes akustisch ausgelastet war.

Zur Not auch mal ‘ne Party

Überhaupt gestaltete sich das gemeinsame Spielen schwieriger, als man das von einem MMOG erwarten darf. Die meiste Zeit verbringen der Spieler allen, schließt sich allenfalls für eine Gruppeninstanz mal für kurze Zeit mit anderen zusammen - und selbst da bietet es sich an, einfach fix ein paar Leute  einzuladen, die im Spiel gerade an der gleichen Stelle stehen.

Während einer Spielsitzung sind es dann auch meist die gleichen Leute, denen man immer wieder begegnet, denn das MMOG nimmt einen bei der Reise durch den Themepark derart stark an der Hand, dass das Abenteuer bei jedem Spieler gleich verläuft - immer auf der Jagd nach den nächsten Brocken Story, den einem die Entwickler vor die Füße werfen.

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SWTOR ist das MMO mit einer richtigen Story.
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Und noch ein Multiplayer-Online-Game - ohne “massively”

Wobei der Hauptstrang der Geschichte natürlich - je nach Klasse - komplett individuell verläuft, was für eine gewisse Motivation sorgen dürfte, das Spiel mit weiteren Charakteren durchzuspielen. Überhaupt ist Star Wars: The Old Repubic damit wohl eines der wenigen MMOs, die man durchspielen kann. 200 Stunden hat BioWare pro Klasse veranschlagt - viele Spieler werden es sicherlich in der Hälfte der Zeit schaffen und kommen mit dem enthaltenen Freimonat hin.

Und so stellt sich die berechtigte Frage, warum man das Spiel überhaupt zu einem MMO gemacht hat. Massiv sind nicht die Bevölkerungszahlen, mit denen ein Server klarkommt, sondern eher die Instanzierungen, die sich auftun, sobald eine Zone zu voll wird. Die meiste Zeit verbringt der heranwachsende Träger der Macht ohnehin alleine. Bisweilen fühlt man sich wie in einem Knights of the Old Republic 2.5 - mit allen Vor- und Nachteilen.

Star Wars: The Old Republic - Unsere ersten Abenteuer als Jedi-Ritter

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BioWare muss noch ein paar Hausaufgaben erledigen
Elemente, die in vielen modernen MMOGs mittlerweile zum Standard gehören, scheint BioWare nicht zu kennen. So nimmt man durchaus verwundert zur Kenntnis, dass man die legendären Cantinas zwar besuchen, sich jedoch nicht einmal auf die Stühle dort setzen darf - obwohl eine derartige Funktion durchaus ins Spiel integriert wurde, wie man an anderer Stelle sieht.

Weit nerviger sind solche Kleinigkeiten in der Spielmechanik wie das Aufheben von Belohnungen. Mittlerweile sollte es zum Standard gehören, dass sich türmende Leichen mit Loot automatisch in einem Rutsch geleert werden können und nicht mühselig eine nach der anderen angeklickt werden müssen. Zum Standard wird es aber erst, wenn man es in den Optionen aktiviert. Hier hat BioWare die Hausaufgaben noch nicht erledigt.

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Kritikpunkt für viele Fans: Die Raumkämpfe laufen nur auf Schienen ab.
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KotOR 2.5 featuring Rebel Assault 2.5

Natürlich können derartige Funktionen auch unproblematisch nachgereicht werden. In dieser Hinsicht haben die Entwickler ohnehin schon ein paar Dinge angedeutet, die sie verbessern wollen. Allem voran den Raumkampf, den man mit viel Wohlwollen noch als Minispiel bezeichnen kann, das man zumindest mal ausprobiert haben sollte.

Die Flugbahn des Jägers ist dabei vorgegeben und man ballert lediglich aus allen Rohren auf feindliche Jäger, Kampfschiffe und Raumstationen - ältere Semester werden sich dabei an Rebelt Assault erinnert fühlen. Zwar sollte man BioWare den Versuch, ein zusätzliches Element ins Spiel zu bringen, nicht unbedingt negativ auslegen, doch wäre es vielleicht ratsam gewesen, das Minispiel etwas weniger “casual” zu gestalten oder mit der Umsetzung noch zu warten.

Housing in Rohform - aber immerhin...

Immerhin lässt sich das eigene Raumschiff auch mit neuen Bauteilen bestücken und nicht zuletzt dient es dem Spieler als Unterkunft und Beförderungsmittel gleichermaßen. In dieser Hinsicht hat man also schon mal die Grundlage für ein Housing geschaffen, das selbst MMOs, die schon viele Jahre am Markt sind, oft noch vermissen lassen.

Und nicht nur das Raumschiff darf man ausrüsten, sondern auch den Gefährten, der sich einem schon recht früh im Spiel mehr oder weniger freiwillig anschließt und der die eigene Klasse recht gut im Kampf unterstützt. Als heilender Sith-Hexer konnte ich so beispielsweise durchaus die eine oder andere Zone im frühen Spiel meistern, die eigentlich für zwei Spieler vorgesehen ist.

Ich bin’s - dein Tamagotchi!

Die putzigen Gefährten verfügen dabei nicht nur über Kampfskills, sondern auch über gewisse Vorlieben und eine Gesinnung. Sie lauschen den Unterhaltungen mit NPCs und gewinnen oder verlieren im Laufe des Abenteuers an Zuneigung gegenüber ihrem Herrchen. Ausgerüstet werden sie wie der eigene Charakter und sie müssen sich bisweilen auch mal mit ein paar abgelegten Klamotten zufriedengeben.

Und weil man sich als mächtiger Sith nicht die Hände schmutzig macht, dürfen die Untertanen gleich noch zum Sammeln von Rohstoffen, zum Verkauf von Trash-Loot und zum Crafting eingesetzt werden. Schade, dass selbiges, wie in fast allen Themepark-MMOs, in der Praxis keine sonderlich große Rolle spielt, denn die Crafting-Skills hinken dem Charakter selbst und seiner Ausrüstung meist gnadenlos hinterher.

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Die Grafik ist aus einer Galaxis weit, weit entfernt... Der Stil ist trotzdm gelungen.
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Die meiste Zeit des Lebens wartet der Soldat vergebens

Das wird nicht besser, wenn man sich zwischendurch schon mal etwas in den PvP-Arenen tummeln möchte, denn dort wird der Spieler mit Erfahrungspunkten derart üppig bedacht, dass er nebenbei auch noch den Story-Mobs davonlevelt. Kurzweilig ist das PvP dennoch und man merkt deutlich die Verwandschaft zu Warhammer Online. Immerhin hat Electronic Arts zahlreiche ehemalige Mythic-Mitarbeiter zu BioWare versetzt.

Noch ist es allerdings zu früh, verbindliche Aussagen zum PvP zu machen, denn das wird sich erfahrungsgemäß erst im Laufe der Zeit richtig entfalten und zudem bedarf es einer ständigen Überarbeitung. Die Grundlagen sind auf jeden Fall geschaffen - inklusive der entsprechenden exklusiven PvP-Belohnungen. Jetzt kommt es darauf an, dass BioWare die Sache weiter begleitet und gut ausbalanciert.

Für Einsteiger und Story-Verliebte

Wie bei fast allen MMOGs verlangt das PvP den Spielern auch bei Star Wars: The Old Republic weit mehr ab als der Kampf gegen computergesteuerte Widersacher, die kaum jemals zu einer echten Bedrohung werden dürften - außer man rennt vollkommen übermüdet und grob fahrlässig im Elitegebiet herum.

Der niedrige Schwierigkeitsgrad scheint aber durchaus so gewollt und trägt letztlich dazu bei, dass man sich wirklich wie ein echter Held fühlen darf, der von der Macht durchströmt wird - wie einst Anakin Skywalker, als er unter den Sandleuten gewütet hat. BioWare geht hier einen Schritt weiter und erweitert das an sich recht eng definierte Themepark-Genre um eine neue Facette.

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Geniale Idee: Die Begleiter in SWTOR haben ihren eigenen Kopf und ihre eigene Geschichte.
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Die Leichtigkeit des virtuellen Seins

Denn während es in den meisten MMOGs allein darum geht, seinen Charakter voranzubringen, stärker zu werden, zu leveln und sich auszurüsten, spielen diese Dinge für Jedi, Sith und ihre Kollegen eine untergeordnete Rolle. Der Spieler befindet sich viel eher auf der Jagd nach dem nächsten erzählerischen Fetzen, lehnt sich zurück, genießt die bisweilen sehr unterhaltsamen Sequenzen und achtet dabei kaum auf seinen Level, geschweige denn die Ausrüstung.

BioWare liefert viel Geschichte und wenig Spiel - doch vielleicht ist es gerade diese spielerische Leichtigkeit, die dem Themepark-Genre in letzter Zeit gefehlt hat. Zumindest dann, wenn sie mit einer guten Erzählung verknüpft ist. Die Alte Republik ist ein Ort, an dem sich abenteuerlustige Feierabendzocker vergnügen, ohne dass ihnen dort auch noch größere Steine in den Weg gelegt werden.