Im Kino ist die Geschichte um den Krieg der Sterne zu Ende erzählt – doch die Star-Wars-Saga geht weiter: nicht nur in Form von zwei TV-Serien, die sich derzeit in Planung befinden, auch das Videospiel The Force Unleashed wird offene Handlungsfäden aus dieser einen Galaxis weit, weit entfernt fortspinnen. In München trafen wir die Entwickler von LucasArts und durften bei der Gelegenheit ausgiebig Probe spielen.

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Der Jedi-Orden wurde zerschlagen, die galaktische Republik hat sich zum finsteren Imperium gewandelt, und der einst Auserwählte Anakin Skywalker erwacht in der schwarzen Rüstung von Darth Vader.

Star Wars: The Force Unleashed - Neue Hoffnung oder dunkle Bedrohung? Darth Vader lässt düstere Zeiten anbrechen.

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The Force Unleashed schließt die Lücke zwischen Episode 3 und 4.
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So endete die Prequel-Trilogie der „Star Wars“-Saga. Doch Kinobesucher wissen, dass knapp 20 Jahre später der Funken einer „neuen Hoffnung“ am Sternenhimmel glimmen wird. Mit „The Force Unleashed“ möchte LucasArts diese erzählerische Lücke, die zwischen den Episoden 3 und 4 klafft, schließen und offen Fragen klären.

Die Handlung setzt etwa drei Jahre nach der „Rache der Sith“ ein. Durch die Order 66 und das Massaker im Jedi-Tempel wurde der Orden der einstigen Hüter von Frieden und Gerechtigkeit nahezu komplett ausgelöscht. Der Sith-Lord Darth Vader hat sein Leben der Jagd nach den letzten überlebenden Jedi-Rittern verschrieben. In Gestalt des dunklen Ritters begibt sich der Spieler nach Kashyyyk, dem Heimatplaneten der Wookies, um dort seinem tödlichen Handwerk ein weiteres Mal nachzugehen.

Effekte von Industrial Light & Magic

Der erste Level auf dem Waldplaneten dient nicht nur als Tutorial, sondern auch als beispiellos spektakulär inszenierter Einstieg ins Spiel. Während ihr euch als Sith-Lord den Weg über die Hängebrücken und Baumhäuser der Wookie-Stadt bahnt, tobt um euch herum eine Schlacht, ähnlich der Kashyyyk-Episode im dritten Kinofilm: Unter Laserbeschuss zerbersten Baumstämme, abgeschossene TIE-Jäger stürzen brennend in die Wipfel und in der Ferne rücken massige Armeen aufeinander zu.

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Allein gegen die Wookies: Darth Vader im Einsatz auf Kashyyyk.
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Die im Wortsinne zerbrechliche Natur des Levels liefert gleichsam eine schicke Demonstration der dem Spiel zugrunde liegenden Physik-Engine: Zerschossene Bäume explodieren nicht einfach, sie splittern realistisch und individuell simuliert in ihre Einzelteile. Die wackligen Hängebrücken schaukeln auf bedrohliche Weise beim Einsatz von Vaders flächendeckenden Macht-Stößen, und sein schwarzer Umhang weht wirklichkeitsgetreu im Wind.

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Geniale Inszenierung: In dieser Disziplin steht Force Unleashed den Kinofilmen in nichts nach.
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Für solche Physik-Berechnungen greift LucasArts auf Techniken und Tools zurück, die von der Spezialeffekte-Schmiede Industrial Light & Magic erstellt wurden. Die Firma, die ebenfalls zur Lucasfilm-Gruppe gehört, macht seit 20 Jahren als Marktführer für Film-FX von sich reden, nicht nur für die „Star Wars“-Saga, sondern zuletzt auch für Iron Man, Transformers oder die „Fluch der Karibik“-Trilogie.

Euphoria und Macht-Fähigkeiten

Die Engine dahinter nennt sich „Digital Molecular Matter“: Sie sorgt dafür, dass Objekte sich nicht nach vordefinierten Skripten mit einprogrammierten Sollbruchstellen verhalten, sondern als komplexe Gebilde simuliert werden. Wenn ein Projektil beispielsweise auf eine Holzplatte prallt, dann reißt es auch tatsächlich an der Einschlagstelle ein Loch hinein, von dem sich dann die Risse ausbreiten, bis das Brett in seine zahlreichen Einzelteile zersplittert.

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Die Euphoria-Engine sorgt für spektakuläre Physik-Effekte.
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Eine weitere Technik, die in The Force Unleashed zum Einsatz kommt, ist die Euphoria-Engine: Sie soll dafür sorgen, dass sich Charaktere im Spiel authentischer verhalten. Packt der Spieler beispielsweise einen feindlichen Sturmtruppler mit der Macht in seinen Würgegriff und reißt ihn hoch in die Luft, so zappelt dieser wild umher, versucht sich an Wänden und Gerüststangen festzukrallen, packt sogar seine Kameraden bei den Händen und zieht diese mit sich.

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Cool: Der geheime Schüler in Action.
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Ähnlich spektakulär sind auch die Macht-Fähigkeiten: Hierbei wirkt The Force Unleashed wie eine Mischung aus der artverwandten „Jedi Knight“-Serie und dem Gravity-Gun-Gameplay von Half-Life 2. Die Entwickler versprechen in dieser Hinsicht ein Leveldesign nach dem „Sandkasten“-Prinzip, indem sie dem Spieler jederzeit die Wahl lassen, auf welch kreative und unterschiedliche Weise sie die zahlreichen Fähigkeiten in ihre Kampftaktiken mit einbeziehen.

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Die Macht-Blitze dürfen in keinem Star-Wars-Spiel fehlen.
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Beispielsweise lassen sich die allerorts herumstehenden Kisten wie mit der berühmten Anti-Grav-Kanone aus Valves Shooter-Meisterwerk packen und auf Gegner schleudern. Oder ihr packt den Gegner gleich selber und schleudert ihn – gegen die Wand, auf andere Gegner, einen Abhang hinunter… Dem Spieltrieb sind kaum Grenzen gesetzt. Positiv aufgefallen ist uns auch beim Durchspielen der ersten drei Level, dass das Lichtschwert verhältnismäßig „unterpowered“ ist. Dadurch wird der Spieler motiviert, die Macht-Fähigkeiten auch tatsächlich zu nutzen, statt einfach nur wild drauflos zu schnetzeln. Da der Spieler nicht nur Kisten, Felsen und Sturmtruppen, sondern gar ganze Raumschiffe durch die Gegend schleudern kann, vermittelt das Spiel ein exzellentes Superhelden-Feeling.

Die Story: Besser als in den Filmen?!

Nach einem Boss-Battle gegen den gesuchten Jedi-Flüchtling kommt die Story von The Force Unleashed dann so richtig in Fahrt. Noch während der dunkle Lord sein Opfer im Würgegriff hält, spürt er die Präsenz eines mächtigen Jedi, als ihm auf einmal das glühend rote Lichtschwert aus den Händen gerissen wird. In einem Anflug von Panik dreht sich der Sith-Lord zu dem Angreifer um und erblickt… einen kleinen Jungen.

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Darth Vader begegnet seinem neuen Schüler.
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Augenblicke später muss dieser mit ansehen, wie Vader seinem Vater das Genick bricht und sich ihm zuwendet, als ein Sturmtrupp den Raum betritt und die Blaster auf ihn anlegt. Den Bruchteil einer Sekunde später entreißt ihm Vader sein Schwert, metzelt seine eigenen Leute nieder und macht den Jungen zu seinem neuen Schüler… Diese Szene ist an Dramatik kaum zu überbieten.

Die Dunkle Seite der Macht ist der Pfad zu mannigfaltigen Fähigkeiten, welche manche von uns für unnatürlich halten. Haben will!Ausblick lesen

Jahre später. Das Kind von Kashyyyk ist zu einem jungen Mann herangereift. Als seinen geheimen Schüler konnte Vader dessen Existenz vor dem Imperator geheim halten, plant er doch, seinen Meister zu ermorden und die Kontrolle über das Imperium an sich zu reißen und somit das Reich zu schaffen, das er sich einst bei seinem Wechsel auf die dunkle Seite vorgestellt hatte.

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"Rise!" Erzählerisch orientiert sich Force Unleashed an der düsteren Episode 3.
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The Force Unleashed greift damit den differenzierten Handlungsfaden auf, der bereits Episode 3, „Die Rache der Sith“, seine erzählerische Tiefe verlieh. Vader ist hier nicht das personifizierte Böse, sondern ein vielschichtiger Charakter mit eigenen Plänen, Wünschen und Beweggründen. Gleichzeitig ist das Spiel ebenso düster, gar um einige Stufen düsterer als der dritte Teil der Saga.

Besonders im späteren Spielverlauf lässt The Force Unleashed seine narrativen Muskeln spielen: Ohne zuviel verraten zu wollen, können wir bereits einige Story-Wendungen versprechen, die mit dem genialen Twist aus „Knights of the Old Republic“ vergleichbar sind.

Spektakulär: die Boss-Kämpfe

Den dunklen Lord selber spielt ihr übrigens nur in der Tutorial-Mission. Fortan übernehmt ihr die Kontrolle über den Schüler mit dem Rufnamen „Starkiller“, eine Reminiszenz an die frühen Drehbuchfassungen von Star Wars, wo die Skywalker-Familie noch diesen Namen trug. Euer Auftrag im Spiel ist es, die letzten verbliebenen Jedi zu jagen und zu vernichten.

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In der TIE-Fabrik macht der "Starkiller" seinem Namen alle Ehre.
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Die zweite Mission führt euch auf eine orbitale TIE-Jäger-Werft über dem Planeten Nar Shaddar, wo ihr den Jedi-General Rahm Kota stellen sollt. Leider ist das Abenteuer dort nicht mehr ganz so packend inszeniert wie der spektakuläre Auftakt – dafür sind die ewig gleichen Gänge der Raumstation eine Spur zu steril geraten. Dennoch überzeugen die vielen liebevollen Details: Geht beispielsweise ein Außenfenster zu Bruch, wird unerbittlich alles nicht Niet- und Nagelfeste in die eisige Kälte des Weltraums gesogen, bis sich die schweren Sicherheitsschotts geschlossen haben.

Der abschließende Endkampf gegen den Jedi-Meister ist dann aber wieder an Bombast kaum zu übertreffen: Während die Raumstation in ihre Einzelteile zerbricht und in die glühende Atmosphäre des Planeten stürzt, liefert ihr euch ein nervenaufreibendes Duell mit einem ebenbürtigen Gegner.

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Der Boss-Kampf gegen den Rancor gehört zu den Höhepunkten des Spiels.
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Auch im weiteren Spielverlauf gehören die Boss-Kämpfe zu den eindeutigen Höhepunkten des Spiels. Auf Falucia, einem Planeten mit exotischem Wildwuchs, der in Episode 3 lediglich als Randnotiz vorkam, spürt ihr eine Jedi auf, die einen ausgewachsenen Rancor-Bullen als Haustier hält. Der Kampf gegen einen Widersacher solchen Kalibers erinnert nicht von ungefähr an God of War