Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis... So in etwa beginnen alle Märchen – auch die ganz modernen. Dort werden die Drachen zwar Rancor genannt, doch noch immer kämpfen mächtige Ritter in glänzenden Rüstungen mit ihren Schwertern um Ruhm und Ehre – seit nunmehr dreißig Jahren. Da ist es wohl höchste Zeit, auch die Konsolen wieder einmal gehörig von der Macht durchströmen zu lassen.

Wie sie uns doch ans Herz gewachsen ist, die Familie Skywalker. Von der jungfräulich gebärenden Oma Shmi, über die atemberaubende Mama Padmé, bis hin zum putzigen Geschwisterpärchen Luke und Leia sind sie allesamt ein Ausbund an Moral und Tugend. Naja – von Papa Anakin einmal abgesehen. Der hat sich immerhin zum schwarzen Ritter gemausert und dient dem mächtigen Imperator. Und während der brave alte Mann nichts anderes im Sinn hat, als Frieden und Ordnung in der Galaxis zu installieren, führt sein erster Ritter unter dem Künstlernamen Darth Vader schon wieder Böses im Schilde.

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„Unterschätze nie die Macht des Imperators!“

Einen Schüler hat er unter seine dunklen Fittiche genommen, mächtig und geheim. Der Knabe soll ihm eines Tages dabei behilflich sein, den viel beschäftigten Imperator des Thrones zu verweisen und auf selbigem Platz zu nehmen. Und da schon Meister Yoda immer betonte, dass man nie die Macht des Imperators unterschätzen sollte, hat sich der Jungspund vorab als würdig zu erweisen. Dabei – wie sollte es auch anders sein – dürfen wir ihm helfen.

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Darth Vaders geheimer Schüler steht im Mittelpunkt von The Force Unleashed.
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Zuletzt war es die Softwareschmiede Raven, die den Fans einige ausgesprochen solide Abenteuer mit Sci-Fi-Wummen, Macht und Lichtschwertern bescherte – allerdings auf dem PC. Einen Sprung zu den Krome Studios und damit hin zu den Konsolen hatte eigentlich kaum jemand erwartet, und so betrachteten viele eingefleischte Fans den Titel von Beginn an äußerst kritisch. Zu Recht?

Vaders dunkles Geheimnis

Angesiedelt zwischen den Episoden III und IV wirkt die Story von Anfang an solide und überzeugend. Auch wenn das Drehbuch mit Sicherheit nicht aus der Feder von George Lucas hervorgegangen ist, so kann man doch davon ausgehen, dass der Meister beim groben Entwurf seine Finger mit im Spiel hatte. LucasArts schlägt ein neues Kapitel von Star Wars auf, in dem die bekannte Geschichte des Antihelden Darth Vader um einige interessante Facetten ergänzt wird, die wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten wollen.

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Die Story spielt zwischen den Episoden III und IV.
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Vorangetrieben wird die Geschichte in technisch ausgereiften Zwischensequenzen, die weit mehr vom Charme des Originals besitzen als der jüngste Animationsfilm. Recht positiv fallen auch die Sprecher auf. Auch wenn jeder „neue“ Darth Vader anfangs etwas ungewohnt klingen muss – so kann man sich doch recht schnell mit dem Sprecher anfreunden und voller Spannung wartet man bald auf jeden neuen Schnipsel Film. Doch was spielt sich eigentlich zwischen den Sequenzen ab?

Nach einer kurzen Eröffnungsmission schlüpft man in die Rolle des geheimen Schülers. Auf der Jagd nach untergetauchten Jedi-Rittern, die „Order 66“ überlebt haben, findet man sich recht bald zwischen den Fronten wieder – bis auf das Lichtschwert unbewaffnet. Das ist allerdings nicht weiter tragisch, denn dafür ist man mit einer Portion Macht gesegnet, von der ein Luke Skywalker Jahre später nur hätte träumen können.

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Als Sith-Anwärter geizt man nicht mit dem Einsatz der Macht.
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Schon in den ersten Minuten des Spiels wird deutlich, dass „The Force Unleashed“ seinem Titel alle Ehre macht. Da werden schwerste Hindernisse zur Seite geschleudert, als wären sie aus Styropor. Gegner werden schon aus der Ferne gegriffen, wie Marionetten durch die Luft manövriert, mit Macht-Blitzen gegrillt und schließlich in eine Horde weiterer Feinde geschmettert. Nie zuvor kam in einem „Star Wars“-Titel derart viel Macht zum Einsatz – sei es nun auf der Leinwand oder virtuell.

Mächtige Physik

All das bereitet jedem Nachwuchs-Sith große Freude, keine Frage. Ab und an wirkt das Machtspiel in einer solchen Wucht allerdings etwas zu aufgesetzt. Zeitweise scheint es, als sei den Machern die neue Digital Molecular Matter Engine tatsächlich wichtiger gewesen als manch anderes Element im Gamedesign. Verstehen kann man es, denn seit DMM brechen Gegenstände nicht nur durch physische Einwirkung, sie brechen auch jedes Mal unterschiedlich, entsprechend der eigenen Beschaffenheit und der des einwirkenden Objekts. Wer auch immer für DMM verantwortlich zeichnet – er muss den Einsatz der Macht bereits im Sinn gehabt haben.

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Fans dürfen sich auf den Besuch bekannter Locations freuen.
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Schwierig wird es mit dem Machteinsatz allerdings, wenn man in Zeitnot ist. Das Spiel sucht sich das Ziel quasi automatisch – angesichts der ungenauen Steuerung handelt es sich dabei selten um das Objekt der Begierde. Diese Ungenauigkeit setzt sich bei der automatischen Kameraführung fort. Zwar blickt man dem Helden meist von schräg oben über den Rücken, doch vollzieht die Kamera dabei schwer nachzuvollziehende Richtungswechsel. Bisweilen treten dabei Nackenschmerzen auf, da man als Spieler geneigt ist, den seltsamen Blickwinkel durch eigene Kopfbewegungen zu korrigieren.

Wie einst Luke Skywalker zwischen Seiten der Macht, werden die Fans hin- und hergerissen sein - zwischen Faszination und Frust.Fazit lesen

Der virtuelle Tod aus Gründen fehlender Übersicht ist leider die Regel und nicht selten wird sich der Jedi-Altmeister wehmütig an Ravens solide PC-Steuerung erinnern. Überhaupt wird mancher PC-Spieler Schwierigkeiten haben, sich mit dem Gameplay anzufreunden. Das wurde seit dem letzten Titel doch deutlich actionlastiger.

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Gewusst wie! Die Bosskämpfe erfordern wenig Talent, dafür die richtige Methode.
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Verlorene Lebensenergie holt sich der Sith-Anwärter ähnlich wie bei God of War aus den gefallenen Gegnern, und Kamikaze-Aktionen verlaufen oft erfolgreicher als der bedachte und dosierte Einsatz der Macht. Etwas frustrierend sind auch die Kämpfe gegen die diversen Bosse, die meist auf das „Gewusst-wie-Element“ setzen. Dadurch bleibt wenig Motivation, sich den Titel nach einmaligem Durchspielen noch einmal vorzunehmen. Schade, denn in weniger als zehn Stunden hat selbst der unerfahrene Sith das Abenteuer gemeistert.

Feintuning für den Sith-Nachwuch

Die Macht lässt sich im Laufe des Abenteuers übrigens gehörig aufrüsten. Regelmäßig werden Punkte vergeben, die der Spieler dann in den Bereichen Machttalente, Machtkombos und Machtkräfte nach Belieben verteilen darf. Auch die Kleidung und das Lichtschwert lassen sich im Laufe des Spiels an die eigenen Vorstellungen anpassen. Ein gravierender Unterschied im Gameplay lässt sich dadurch allerdings nicht erzielen.

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Unschön: Die an sich gelungene Grafik wird immer wieder durch Ruckler gestört.
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Eine Datenbank mit allen wichtigen Informationen zum „Star Wars“-Universum lädt zum Schmökern ein, setzt allerdings einen ordentlichen Bildschirm voraus. An einem normalen Fernsehgerät wird das Entziffern der Zeilen zur Tortur. Ebenso störend wirkt die stellenweise nicht ganz ruckelfreie Grafik sowie der eine oder andere schwerwiegende Grafikfehler. Die erwecken den Eindruck, dass dem Titel ein paar Wochen mehr Entwicklungszeit durchaus gut getan hätten. Vielleicht wäre dann auch noch der eigentlich unverzichtbare Multiplayer-Modus drin gewesen, den es bisher nur exklusiv für Wii gibt.