"An mir kommt keiner vorbei!", labert ein Wach-Droide vor sich hin, während Anakin Skywalker auf den Lift springt und sich einige Etagen höher befördern lässt - natürlich ohne, dass der tollpatschige Roboter ihn auch nur bemerken würde.

Diese Situation gehört zu den wenigen amüsanten Momenten, die mir an Star Wars: The Clone Wars - Republic Heroes in guter Erinnerung geblieben sind. Viele Lichtblicke kann dieser Titel ansonsten trotz surrender Lichtsäbel und Blasterfeuerwerk leider nicht bieten. Wir sagen euch, warum die Versoftung der TV-Serie nur leidlich gelungen ist.

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Ins kalte Wasser geworfen

Wer die TV-Serie "Clone Wars" kennt, weiß, worum es geht, für alle anderen ein kleiner Abriss: Star Wars: The Clone Wars erzählt die Geschichte zwischen Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger und Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith, in denen natürlich der angehende Darth Vader aka Anakin Skywalker, eine tragende Rolle spielt. Mit von der Partie sind weitere bekannte und unbekannte Charaktere wie Obi-Wan Kenobi, Kanzler Palpatine oder auch Yoda. Eines haben sie alle gemeinsam - ihre Visualisierung als Zeichentrickfiguren, die deutlich von Mangas inspiriert ist. Republic Heroes lässt euch nun an diesen Geschehnissen teilhaben, in deren Mittelpunkt die Klonkriege stehen.

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Wer in Deckung geht, lebt nicht nur länger, als Klonkrieger trifft man so auch viel präziser mit dem Blaster.
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Von Beginn an wird vorausgesetzt, dass man mit all den Charakteren und allen Beziehungen zwischen Jedi, Separatisten und Republik vertraut ist. Wer völlig unbedarft ist, wird sich gehörig umschauen, zumal die Erzählung der Geschichte zäh und mitunter oberflächlich durchgeführt wird. „Star Wars“-Fans werden über diesen Makel sicherlich hinwegsehen können, sind sie doch über die meisten Figuren zumindest ansatzweise im Bilde. Immerhin wurde das animierte Setting inklusive ordentlicher Synchronisierung solide ins Videospiel transferiert.

Ahhhhhhhhhh ...

Republic Heroes krankt jedoch an viel elementareren Problemen. Da wäre beispielsweise die viel zu hakelige und unpräzise Steuerung. Das Action-Abenteuer teilt sich grundsätzlich in zwei unterschiedliche Spiel-Mechanismen auf: zum einen das Jedi-Gameplay und zum anderen der Spielablauf als Klonkrieger. In beiden Fällen erweist sich das Handling der Figuren als viel zu schwammig, es kommt sogar vor, dass Eingaben gar nicht erkannt werden.

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Das Kapern von Droiden gehört scheinbar zu den Lieblingsbeschäftigungen von Jedi - so häufig wird dieses Feature eingesetzt.
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Besonders bemerkbar macht sich das im Einsatz als Jedi-Ritter, weil hier sehr viele Jump ´n Run-Passagen den Spielablauf dominieren. Die unsaubere, halb-automatische Sprung-Steuerung sorgt dafür, dass die Charaktere ständig in den Tod stürzen. Nie stellt sich das rechte Gefühl dafür ein, ob das Timing falsch war oder das Leveldesign einfach viel zu konfus ist.

Selbst Lichtsäbel und Blasterkanonen retten die Jedi diesmal nicht vor dem MittelmaßFazit lesen

Häufig lässt sich etwa kaum unterscheiden, ob etwa ein Rohr, ein Vorsprung oder andere Objekte nur Teil des grafischen Hintergrunds sind oder ob wir sie als Plattformen verwenden sollen. Das daraus resultierende Trial & Error-System frustriert schon nach kurzer Zeit immens - und das, obwohl (oder gerade weil?) die Speicherpunkte sehr regelmäßig gesetzt sind. Wiederbelebungspunkte tauchen quasi so häufig auf, dass sie quasi als binäre Entschuldigung für die versaute Steuerung interpretiert werden können.

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Prinzipiell macht das Kämpfen als Jedi schon Spaß, nur sind die Bewegungen viel zu abgehackt, um flüssige Komboattacken zu erlauben.
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Etwas besser gelingt das Herumbugsieren der Klonkrieger, die ihr sogar im Geometry-Wars-Stil kontrollieren könnt. Während der linke Stick die Laufrichtung bestimmt, feuert ihr den Blaster also mithilfe des rechten Analogsticks (oder auf Wunsch der rechten Schultertaste) ab. Auch hier ecken die Charaktere zwar immer wieder an und präzises Ballern ist eher Glückssache. Doch unterm Strich funktioniert das Soldatenleben etwas besser.

Hakelig ist das Gegenteil von flüssig

Die hakelige Steuerung stört das Jedi-Dasein auch auf der Actionebene: Was athletisch-akrobatisch ablaufen soll, gerät zum stotternden Droiden-Gemetzel. Kombo-Angriffe werden immer wieder unterbrochen, weil die Figuren falsch ausgerichtet sind, plötzliche Haker ihren Bewegungsfluss stören oder Tasteneingaben einfach nicht erkannt werden. Das geschieht beispielsweise häufiger, wenn man versucht einen Droiden zu kapern. Eine Handlung, die immer wieder repetitiv ausgeübt wird, wenn Hindernisse aus dem Weg geräumt werden sollen.

Dann besteigt und kontrolliert ihr mithilfe eures Lichtsäbels etwa einen Minen-oder Spinnendroiden und pustet die Hürden aus dem Weg. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass der dafür notwendige Doppelsprung nicht als solcher erkannt wird und wir die Droiden stattdessen zu Altmetall verwerten und so das Vorankommen immer wieder stockt.

Das ist schade, denn eigentlich ist das Geschehen recht abwechslungsreich angelegt. Häufig wechseln nicht nur die Standorte und die Protagonisten (und somit auch das Gameplay), Entwickler Krome gibt sich auch Mühe weitere Elemente zu implementieren - z.B. Fahrzeugmissionen oder das simple Hacken von Terminals bzw. Schaltkreisen. Kurzweilig ist es aber auch deshalb, weil die Missionen der drei Akte selten länger als 15 Minuten dauern und ihr euch das Spiel in kleine Häppchen einteilen könnt. Mit etwa acht Stunden Dauer und der Möglichkeit, die Kampagne im Offline-Koop-Modus zu zweit zocken zu können, wird somit ein befriedigender Umfang geboten.

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Gelegentliche "Fahrzeugmissionen" beleben das Gameplay, leiden jedoch auch an hakeliger Steuerung.
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Doch immer wieder wird die actionreiche Atmosphäre von Makeln unterbrochen: Mal sorgt das verwirrende Level-Design für unnötige Irrwege oder Abstürze, dann nervt die starre Kamera mit Perspektiven aus der "Hölle" oder verwundern völlig passiv herumstehende KI-Kameraden. Merkwürdigerweise trickst sich Republic Heroes sogar selbst aus: Immer wieder besteht die Möglichkeit, Herausforderungen anzunehmen. Diese bestehen jedoch meist nur aus simplen Ballerorgien, bei denen ihr Energiepunkte einsammelt. Durch endlose Wiederholungen dieser Abläufe wird es jedoch möglich, bereits sehr früh im Spiel massenweise Punkte anzuhäufen, mit denen sich alle freischaltbaren Goodies wie Klamotten und Waffenupgrades bis hin zu Cheats einkaufen lassen.

Damit umgeht der Titel seine eigene Spielmechanik, denn im normalen Spielablauf sammelt ihr die leuchtenden Wertmarken eigentlich viel langsamer ein. So richtig durchdacht wirkt dieses Feature nicht, es entsteht eher der Eindruck der spielverlängernden Selbstzweckwaffe.