Mit der TV-Serie „The Clone Wars“ wird nun auf Teufel komm raus das letzte bisschen an verwertbarem Actionmaterial aus dem Krieg der Sterne herausgepresst. Und so wie es zu fast jedem „Star Wars“-Film oder Serienteil das entsprechende Marketingprodukt gibt, so lässt auch die Versoftung nicht lange auf sich warten.

Die Lichtschwertduelle der Serie und darüber hinaus einen echten Partyknaller im Mehrspielermodus soll „Star Wars - The Clone Wars: Lichtschwert-Duelle“ bieten. Wir haben die Klingen geschwungen und sagen euch, ob ihr den nächsten Spieleabend mit Anakin und Obi-Wan verbringen solltet.

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Schon nach meinem ersten „Star Wars“-Film, den ich als Kind im Kino sah (1997, Episode IV als Special Edition), war der Wunsch geboren, auch einmal als Jedi mit einem Lichtschwert herumzufuchteln. Erstmals im LucasArts-Spiel Jedi Knight durfte ich mich dann zumindest virtuell als geschickter Jedi mit der Energiewaffe beweisen.

Star Wars - The Clone Wars: Lichtschwert-Duelle - Die Macht ist nicht mit dieser Lizenzverwurstung

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Ein Traum: selbst das Lichtschwert schwingen. Wie Schaum: geplatzt!
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Doch trotz erweiterter Lichtschwertkontrolle in den Nachfolgern stellte sich nie ganz das Gefühl ein, die Waffe selbst zu führen. Jetzt aber tritt „Star Wars - The Clone Wars: Lichtschwert-Duelle“ auf den Plan. Mit der Wii-Mote soll sich der Spieler als echter Jedi-Ritter am Lichtschwertgriff fühlen.

Handlung? Battle for Endor lässt grüßen

Was wäre ein „Star Wars“-Spiel ohne Story? „Star Wars - The Clone Wars: Lichtschwert-Duelle“ zeigt eine solche zumindest ansatzweise. Eine eigene Handlung gibt es nicht. Vor jeder „Mission“ wird euch der Grund für den anstehenden Kampf erklärt, indem eine Kurzzusammenfassung von Folgen der Fernsehserie „The Clone Wars“ abgespielt wird.

Der Kommentator, der die Ereignisse zusammenfassend erklärt, klingt dabei aufs Äußerste unpassend. Anstatt typische „Star Wars“-Dramatik aufkommen zu lassen klingt er eher nach einem Werbesprecher von Pro7. Vielleicht ist er das auch. Schließlich wird die Vorlage auf dem Privatsender ausgestrahlt.

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Die dünne Story verknüpft die Kämpfe nur lose.
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So nett es auch ist, die Lichtschwertduelle gegen Count Dooku, General Grievous oder gefährliche Sith-Assassinen in verschiedenen Rollen zu bestehen, die Inszenierung reißt wahrlich keine Bäume aus. In einem mehrstufigen Tutorial werdet ihr zu einer verkorksten Version des „Star Wars“-Soundtracks von Anakin Skywalker höchstpersönlich in die Steuerung eingewiesen.

Wer jetzt gehofft hat, sein Lichtschwert dank des - immer noch einzigartigen - Wii-Mote-Controllers frei schwingen zu können, der irrt gewaltig. Gerade einmal die Richtungen hoch, runter, rechts und links erkennt das Spiel. Und da das nicht immer reibungslos funktioniert, merkt man bald, dass hier sogar eine altherkömmliche Steuerkreuzkontrolle besser funktionieren würde. So hätte man das Prügelspiel wesentlich besser im Griff.

Wohl einen Clone gefrühstückt? Die platten Sprüche machen die Duelle zur Tortur.Fazit lesen

Das ist doch rundenbasiert!

Nichts anderes ist „Star Wars - The Clone Wars: Lichtschwert-Duelle“ nämlich. Ganz in Beat’em Up-Manier müsst ihr zwei Kämpfe gegen einen Sithkontrahenten bestehen. Verliert ihr einen Kampf, folgt eine dritte Runde, um die Entscheidung zu bringen. In kurzen Sequenzen zwischen den Runden wechselt dann einmal pro Mission das Hintergrundgeschehen. Beispielsweise stößt Anakin Skywalker seine Gegnerin in Jabbas Palast die berüchtigte Falltür hinunter, worauf man dann erbittert vor der Kulisse eines Clonetrooper zermalmenden Rancors kämpft und per Machttelekinese Skelettüberreste auf die Gegnerin wirft.

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Geschüttelt, statt geführt: Die Kämpfe sind denkbar anspruchslos.
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Dies erledigt ihr recht ordentlich über den Nunchuck, mit dem ihr per Schütteln auch einen Machtschub auslösen oder per Tastendruck eure Lichtschwertangriffe verstärken könnt. Dabei wird Machtenergie verbraucht, die sich durch gelungene Kombos und Angriffe wieder auflädt. Die besonders starken finalen Kombos unterscheiden sich je nach Protagonist. Ihr könnt unter anderem als Obi-Wan Kenobi, Anakin Skywalker und dessen Schülerin kämpfen.

Schlimmer als ein Folterdroide

Eines haben diese Protagonisten aber alle gemein: Sie sind echte Sprücheklopfer. In nicht enden wollender Häufigkeit prasseln platte Floskeln und typisch banale Jediweisheiten auf euch ein. „Wenn euer Meister wüsste, dass ihr ihn verraten habt“, ist zwar ein in die Spielwelt passender Satz, die Stimmung wird aber sofort wieder zunichte gemacht durch pubertäre Beleidigungen und vor allem die häufige Wiederholung der Sätze. Selbst die Dialoge in den kurzen Ingame-Zwischensequenzen sind aus dem Standardrepertoire zusammengeschustert.

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Die Grafik ist nett, aber die Wii kann mehr.
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Wer jetzt auf die sonst so grandiose „Star Wars“-Musik hofft, wird ebenfalls bitter enttäuscht. Die „Clone Wars“-Version des Soundtracks ist eine seltsam modernisierte Fassung der bekannten Themen aus der Feder von John Williams. Hörvergnügen kommt da keinesfalls auf.

Auch die Grafik kann leider nicht retten, was zum Teil natürlich der eher schwachbrüstigen Wii-Hardware zuzuschreiben ist. Aber auch mit geringen Ressourcen muss ein Rancor nicht derart hässlich gestaltet sein wie hier. Immerhin sind die Lichtschwerteffekte noch zufrieden stellend, wenngleich auch schwer erkennbar ist, ob der Gegner nun getroffen wurde oder geblockt hat. Dafür gibt es nämlich keine unmittelbar einsichtige grafische Rückmeldung. Nur der abnehmende Lebensbalken eures Kontrahenten lässt euch hier klare Rückschlüsse über dessen Zustand ziehen.

Die Inszenierung in den Missionen kann immerhin noch etwas von der Atmosphäre retten. Wenn sich die gesamte Szenerie auf dem Bildschirm querstellt, weil ihr auf einer abstürzenden Plattform kämpft und um euch herum Rohrleitungen explodieren und Soldaten versuchen, sich in Sicherheit zu bringen, dann kommt doch so etwas wie ein Mittendrin-Gefühl auf.

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Selbst der Multiplayer bietet wenige Macht-, äh Motivationsschübe.
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Das Hauptargument der Trailer zum Spiel waren wilde Multiplayergefechte, in denen ihr mit zwei Controllern gegen eure besten Freunde oder Feinde kämpfen könnt. In der Umsetzung erweist sich das als recht spaßige Angelegenheit für einen kleinen Partyabend. Echter Tiefgang kommt hier aber nicht auf. Dafür sind die Möglichkeiten doch etwas zu begrenzt und die Steuerung zu unflexibel. Letztlich weist das Spiel hier einen ähnlichen Unterhaltungsfaktor auf wie das Wii-Boxing oder ähnliche Reflexspiele.

Spaßig sind dann vor allem die Minispiele, die ihr beim Verhaken von Lichtschwertern lösen müsst, indem ihr stets im richtigen Moment mit dem Controller in die richtige Richtung schwingt. Das Hauptaugenmerk liegt klar auf unkomplizierter Mehrspielerfreude. Für echte Neueinsteiger ist die Singleplayerkampagne nämlich doch recht anstrengend zu bewältigen.