Star Wars: Republic Commando
(von René Grafe)

Star Wars und keine Ende! Wenige Wochen vor dem vermeintlichen Kino-Blockbuster haben Spiele aus dem wohl bekanntesten Zukunftsszenario Hochkonjunktur. Mit Republic Commando will Lucas

Arts die Käufer mit dem Konzept eines Taktik-Shooters locken. Aber können die Schlachten zwischen den Separatisten und der Republik gegen die starke Konkurrenz bestehen?

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Rasante Action
Die Zeit sitzt uns im Nacken, schon fast zwei Minuten sind abgelaufen. Dabei haben wir gerade einmal fünf davon, dann fliegt das ganze Raumschiff in die Luft! Unser Blick schweift auf die taktische Infoanzeige unseres Teams. Seven ist immer noch nicht mit den Droideka´s fertig, während Fixxer bereits das nächste Schott zu hacken versucht.

Um Scorch werden wir uns selbst kümmern müssen; ein Super-Droide hat ihn übel zugerichtet und handlungsunfähig geschossen.

Gerade als wir Scorch ins Leben zurückholen, bebt das Schiff wieder bedenklich und aus einem geborstenen Lüftungsschacht kriecht neues Unheil. Doch dafür haben wir keine Zeit, denn die gesuchten Angriffspläne sind immer noch nicht in unserer Hand! Sev hat die Brücke zugänglich gemacht und das gesamte Team stürmt durch das Schott. Wir selbst ignorieren

sämtliche Blechbüchsen und befehlen unserem Team in der Hatz nach vorn den Frontalangriff auf alles, was sich bewegt.

Relativ heil kommen wir an der Hauptkonsole an und beginnen mit der Übertragung. Argh! Eine ganze Minute wird dafür benötigt! 60 Sekunden, in denen wir auf den Datenschirm starren müssen und in den Kampf nicht eingreifen können. Und der spitzt sich immer mehr zu, die Lebensenergie unserer Kameraden schwindet zusehends. Eine heftige Explosion jagt die nächste und erst im letzten Augenblick können wir uns vom Terminal lösen und ein paar Thermaldetonatoren ins feindliche Gewimmel werfen.

Der Weg ist frei und das Team stürmt zum Rendezvous mit dem Frachter. Wir springen auf und lassen ein verglühendes Wrack hinter uns. Was für ein Sieg für die Republik, dem hoffentlich noch weitere folgen werden!

Tödliche Klone
In Star Wars: Republic Commando gibt es kaum Atempausen und das ist gut so. Eine Schießerei jagt die nächste und als "Boss" der Eliteeinheit Delta haben Sie immer reichlich zu tun. Zusammengebraut aus den besten Genen, die die Republik zu bieten hat, steht Delta weit über den anderen Truppen.

Ein Commando vereint nämlich all das in sich, wovon die 08/15 Sturmtruppen nur träumen können. Die größte Besonderheit: Die Regenation mit Bacta. Dieser Heilstoff bringt ihr Team in Sekundenschnelle wieder auf Trab und damit zurück zu voller Kampfkraft.

Star Wars: Republic Commando - Republic Commando - ein Fest für Klonkrieger

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Da Sie der Anführer der Vierergruppe sind, können Sie zudem noch den Zustand und momentanen Auftrag des gesamten Teams überwachen und hoffentlich sinnvolle Befehle geben. Die Klone gehorchen aufs Wort und führen die Aufgaben aus, die zugewiesen werden.

Die Vorgehensweise ist dabei denkbar einfach: Gibt es eine Stelle im Spiel, wo eine besondere Aktion möglich ist, ist diese durch ein Fadenkreuz gekennzeichnet. Die Palette reicht dabei vom Beziehen von Scharfschützen- oder Granatenstellungen über das Kommando, ein Schott oder eine Barrikade zu sprengen bis zum Befehl, eine Konsole zu hacken oder einen Bacta-Tank aufzusuchen.

Packshot zu Star Wars: Republic CommandoStar Wars: Republic CommandoErschienen für PC und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Ein besonderes Highlight stellt immer das Besetzen von Geschützen dar. Darauf freut sich das ganze Team, Sie als Boss eingeschlossen, der natürlich auch alles selbst erledigen kann. Neben diesen präzisen Kommandos existieren noch weitere Befehle, die eher allgemeiner Natur sind. So weisen Sie eine bestimmte Position zur Sicherung zu oder befehlen den Frontalangriff auf eine Stellung. Dies wird dem Team nicht nur durch die Sprachausgabe sondern auch durch eindeutige Handzeichen vermittelt.

Spaß im Klonkrieg
Apropos Sprachausgabe: Obwohl es sich bei dem Team um Klone handelt, die offiziell auf eher sterile Bezeichnungen wie 40 oder 07 geeicht sind, geht es doch immer wieder recht lustig zu. Intern lassen die Kämpfer für das Gute mächtig Dampf ab und sorgen für Erheiterung. So sind Sprüche wie: "Mir juckt schon der Finger am Abzug." oder "Radikale Umstrukturierung einleiten." am laufenden Band zu hören.

Davon können ihre Gegner, die Separatisten, natürlich nur träumen. Die Droiden sind auf Vernichtung der Republik getrimmt und verfolgen dies mit glühenden Blastern.

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Um so amüsierter gibt sich ihr Team natürlich, wenn wieder eine der Blechbüchsen das Zeitliche segnet. Viel Zeit für Späße bleibt allerdings nicht, denn der Kampf gegen die erdrückende Übermacht verlangt fast immer volle Konzentration.

In der ersten von insgesamt drei Kampagnen, die zu Beginn ein Tutorial enthält, steigt das Team bei Stunde Null der Klonkriege auf Geonosis ein.

Seichte Taktik
Die Klone greifen hier die separatistische Droidenarmee an und ihr Team hat den Auftrag, einen gegnerischen Befehlshaber namens Sun Fac auszuschalten.

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Parallelen zum letztens Star Wars Film sind natürlich vorhanden, immerhin liegt das Spiel zeitlich gesehen zwischen den Blockbustern "Angriff der Klonkrieger" und "Die Rache der Sith", welcher ab dem 19.05. in den Kinos zu sehen sein wird.

Die erste Kampagne kann als flotter Einstieg gesehen werden, denn der Schwierigkeitsgrad, der in drei Stufen regelbar ist, gestaltet sich moderat. Im zweiten Abschnitt des Spiels, dem Kampf auf einem Geisterschiff, geht es dagegen zur Sache. Hier sind Sie eine längere Zeit auf sich allein gestellt und das Fehlen der zusätzlichen Feuerkraft macht sich sofort bemerkbar. Außerdem können Sie ohne Team natürlich auch nicht mehr reaktiviert werden, was sonst möglich ist. Jeder Schritt will hier somit gut überlegt sein.

Die Missionen sind abwechslungsreich und fordern ein Mindestmaß an taktischem Geschick. Nur wenn Sie ihr Team sinnvoll einsetzen, können stärkere Gegner wie Spinnendroiden ausgeschaltet werden. Zwar agieren ihre Kameraden dank der sehr guten KI recht selbstständig, aber ihre leitende Hand ist dennoch gefragt. Manchmal überleben Sie nur Dank eines Bugs der Gegner-KI, die im Vergleich zu der ihres Teams nicht ausgereift ist.Zwar verstecken sich die feindlichen Streitkräfte oder holen Verstärkung, aber zu oft bleiben sie auch einfach stehen und lassen sich ohne Gegenwehr abmeucheln. Hier leidet der Spielspaß.

Die angesprochene taktische Note sollte dennoch nicht überbewertet werden. SW:RC ist in erster Linie ein waschechter Shooter, wenn auch im Team. Im Gegensatz zu vergleichbaren Spielen steht die knallharte Action aber im Vordergrund und langwierige Überlegungen sind fehl am Platz.

Dem Spieler wird kurzweilige Action geboten, die nicht zu sehr ins Detail geht. So ist es meistens nur wichtig, die Kameraden im richtigen Zeitpunkt einen Hack oder eine Sprengung durchführen zu lassen. Dabei hilft eine Zeitanzeige, die die Dauer bis zu Erfüllung des Befehls anzeigt - meistens zehn oder 20 Sekunden.

Der beschäftige Klon muss dabei natürlich gedeckt werden. Wird ein Teammitglied dennoch schwerverletzt, humpelt es realistisch herum und sollte schnell zum nächsten Bacta-Tank geschickt werden. Ist das nicht möglich und muss noch mehr Schaden eingesteckt werden, hilft nur eine Reaktivierung des handlungsunfähigen Klons.

Dabei folgt eine Verabreichung von Bacta durch ein anderes Teammitglied. Auch Sie als Leader können Hilfe natürlich anfordern, ihre Kameraden helfen aber auch selbstständig.

Meinungsverstärker und Zubehör
Ein Shooter definiert sich über die verfügbaren Waffen und auch hier kann Republic Commando punkten. Selbst der einfache Blaster lässt sich mit Aufsätzen bestücken und kommt so später als Granatwerfer oder Scharfschützengewehr zum Einsatz. Eine ideale Lösung, die diese Waffe auch im weiteren Spielverlauf noch interessant macht. Zur Standardausrüstung gehören weiterhin ein Handfeuerblaster, dem nie die Munition ausgeht und diverse Detonatoren.

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Im Bereich der Sekundärwaffen, von denen immer nur eine mitgeführt werden kann, ist das von den Trandoshanern genutzte Strahlengewehr zum empfehlen, das ähnlich einer Schrotflinte im Nahkampf hohen Schaden anrichtet. Ein Highlight stellt die in der dritten Kampagne verfügbare Wookie-Armbrust dar, welche im Sniper-Modus einfach unschlagbar ist. Auch die Gegner teilen natürlich mächtig aus und gerade die Super-Droiden oder die Magnaguards haben es in sich. Jeder Gegnertyp verlangt eine spezielle Herangehensweise, was immer wieder eine gewisse Umstellung erfordert. Ingesamt gibt es mehr als zehn verschiedene Separatistenanhänger, was für ausreichend Abwechslung sorgt. Immer wieder erfrischend ist auch der Kampf in dunklen Gängen oder Räumen. Gerade auf dem Geisterschiff ist es ziemlich duster und der Restlichverstärker wirkt hier Wunder. Damit ist jeder Commando ausgerüstet und hat dadurch enorme Vorteile im Austragen von Meinungsverschiedenheiten. Ist das Team dennoch einmal unterlegen, kommt der sehr faire Speichermodus zum Tragen. Zwar gibt es festgelegte Kontrollpunkte, das Spiel kann aber dennoch zu jeder Zeit gesichert werden.Gelungene Präsentation
SW:RC ist auf der Höhe der Zeit, die grafischen Effekte beweisen das eindrucksvoll. Die Animationen der Spielfiguren wirken sehr realistisch, die Bewegungen sind flüssig. Die Explosionen wurden ebenfalls gut umgesetzt, das gilt auch für die Waffeneffekte.

Die Umgebung, in Raumschiffen wie gewohnt nicht besonders abwechslungsreich, wurde mit vielen Details versehen und wirkt so lebensechter. In der ersten und dritten Kampagne gibt es auch ein paar Außenareale, die Farbe ins Spiel bringen.

Da das Spiel nicht besonders leistungshungrig ist, können die Einstellungen auch auf schwächeren Rechnern recht hoch gewählt werden. Mit Kantenglättung und bei einer guten Auflösung braucht sich der Titel von Lucas Arts nicht hinter vergleichbaren Spielen verstecken.

Die Sprachausgabe ist klar und deutlich und die deutsche Lokalisierung hat einen Ehrenpreis verdient.

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Der humoristische Stil wurde sehr gut umgesetzt, was leider ein Einzelfall ist. Die musikalische Untermalung beinhaltet die für Star Wars typischen Melodien und passt sich der Spielsituation an.

08/15 Mehrspielerkost
Für mehrere Spieler wird leider nur die übliche Kost geboten, hier wäre deutlich mehr Potential vorhanden. Gerade aus dem Teamgedanken hätte mehr herausgekitzelt werden können. So werden gerade einmal die allseits bekannten Modis Deathmatch, Team Deathmatch und Capture the Flag angeboten. Die verfügbaren Karten wirken leider ebenfalls etwas einfallslos.

Eine Verbindung kann über das

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Internet, LAN oder direkt über eine IP Adresse aufgebaut werden. Die eigene Spielfigur wird als Klon oder Trandoshaner aus verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten zusammengesetzt. Die Hoffnungen im Mehrspielermodus ruhen somit eindeutig auf der Community, die sicherlich innovative Neuerungen einführen wird.Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ Star Wars -Bonus + kinderleichte Bedienung + sinnvolle Teamoptionen + realistische Animationen + starke KI der Teamkollegen + hohe Detailverliebtheit

Contra:
- zu lineare Missionsgestaltung - Mehrspielermodus ohne Innovationen - Bugs in der Gegner-KIPro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ Star Wars -Bonus + kinderleichte Bedienung + sinnvolle Teamoptionen + realistische Animationen + starke KI der Teamkollegen + hohe Detailverliebtheit

Contra:
- zu lineare Missionsgestaltung - Mehrspielermodus ohne Innovationen - Bugs in der Gegner-KI