Der Traum wird wahr: Ausgerüstet mit Headset und einem eigenen Lichtschwert können wir ab jetzt in unserem Wohnzimmer gegen Sith kämpfen und sogar eine Runde Dejarik mit dem Computer spielen. Einziger Haken: 299 Euro. Naja, und ein paar technischen Mankos. Lohnt sich Jedi Challenges oder bleiben wir dabei, unseren Nachbarn hin und wieder mit einem moosbewachsenen Stock zum Duell herauszufordern?

Jedi Challenges ist kein VR-Spiel, sondern funktioniert in AR: Augmented Reality. Wie das aussieht, zeigt euch Lenovo im Video:

Star Wars: Jedi Challenges - Awaken Your Inner Jedi Trailer

Es ist ein Samstagabend irgendwo in Berlin. Draußen schwebte eine unsichtbare Nebelwand durch die Straßen, der Himmel ist grau und ich entscheide, der Realität den Rücken zu kehren. Es ist Zeit, mich meinem Schicksal zu stellen – es ist Zeit, die Konzentration meiner körperinternen Midi-Chlorianer zu messen und festzustellen: Ja, Marina, du kannst Jedi Challenges spielen, du kannst dein Lichtschwert schwingen und dich den Stormtroopern in deinem Zimmer stellen.

Star Wars: Jedi Challenges - Da steht ein Sith in meinem Schreibtisch

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Star Wars: Jedi Challenges besteht aus drei Teilen: Die AR-Brille, ein Peilsender und das Lichtschwert
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Befummelt das Headset der Macht

Jedi Challanges ist nicht nur ein Spiel, sondern ein ganzes Set an verschiedenen Geräten: Enthalten ist das Lenovo Mirage AR Headset, in das ihr euer Handy stecken könnt, ein Lichtschwert und eine leuchtende Kugel, die ihr auf den Boden stellen müsst. Dazu gibt’s jede Menge Kabel und eine App, die ihr euch über den Store kostenlos herunterladet.

Erster Haken: Nicht jedes Handy wird fähig sein, die App abzuspielen. Bis jetzt sind nur verschiedene iOS- und Android-Modelle dazu imstande, eine vollständige Liste findet ihr auf der Seite zum Spiel. Doch auch mit einem kompatiblen Smartphone artet das Einstellen von Jedi Challenges in ein langwieriges Gefummel aus: Handy rein, Nachricht ploppt auf, Handy raus, Handy wieder rein, verbinden; etwas funktioniert nicht und - ihr erratet es - das Ganze von vorne.

Alle Geräte (Handy, Lichtschwert, Kugel) müssen zudem aufgeladen sein, was logisch ist, aber mehr als zwei Stunden Spielspaß am Stück verhindert. Ich hatte damit jedoch kein Problem, da nach eineinhalb Stunden ohnehin ein leichter, pochender Kopfschmerz durch meine Schädeldecke surrte. Die Übelkeit nahm dagegen nach der ersten Session ab.

AR, VR, Was-R?

Es gibt viele Rs, die momentan im Technik- und Videospiele-Jargon herumschwirren, eines davon ist AR, Augmented Reality oder Erweiterte Realität. Im Gegensatz zu VR handelt es sich bei AR um keine komplett simulierte Welt, in der ihr euch bewegt, sondern lediglich um simulierte Inhalte, welche über die Realität gelegt werden.

Darth Maul in eurem Wohnzimmer: Ihr schwingt euer Lichtschwert also durchaus bei euch zu Hause, weswegen ihr euch auch bewegen könnt und dabei keine Angst haben müsst, gegen eine Wand oder (noch schlimmer) den Fernseher zu laufen.

Sei ein Jedi

Es ist ein Samstagabend irgendwo in Berlin. Ich stehe in meinem Zimmer, das blaue Lichtschwert in der Hand und eine AR-Brille auf dem Kopf. Das Headset ist recht schwer, während meine Jedi-Waffe ein wenig zu leicht in meinen Händen liegt. Als das Spiel startet, höre ich die typische Star-Wars-Hymne aus dem Handy in der Brille plärren, Kopfhörer wären allerdings (mit weiterem Gefummel) auch möglich gewesen.

Star Wars: Jedi Challenges - Da steht ein Sith in meinem Schreibtisch

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Neben den Lichtschwert-Kämpfen gegen Sith und Stormtrooper gibt es noch weitere Spiel-Modi, wie Dejarik
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Schließlich erscheint ein Holocron über der Kugel, die gleichsam als Peilsender fungiert und die AR-Hologramme entsprechend im Raum platziert. Die Archivarin ploppt über dem Holocron auf und erklärt mir: Ja, ich sei ein Jedi und bereit, verschiedene Prüfungen abzulegen! Jedi Challenges funktioniert über eine Sternenkarte, die in eurem Wohnzimmer schwebt und euch Zugang zu verschiedenen Planeten gewährt. Über die Planeten schaltet ihr nacheinander verschiedene Level frei; es handelt sich um drei Arten von Missionen:

  • Kämpfe gegen Stormtrooper, Droiden und Sith-Lords
  • Dejarik-Partien
  • Strategische Kämpfe

Eines vorweg: Die wahren Highlights von Jedi Challenges sind tatsächlich die Lichtschwertkämpfe. Während das Lenovo-Lichtschwert genau genommen nur ein Griff ist, wird die eigentliche Klinge über AR simuliert. Während ihr es schwingt, summt die Jedi-Waffe im typischen Sound und zieht helle Schlieren nach sich, getreu der Filme.

Jedi Challenges zeigt eine noch unausgereifte AR-Technologie, die einen grandiosen Lichtschwertkampf ermöglicht.Fazit lesen

Ihr denkt, ihr kennt alle Star-Wars-Spiele? Dann einmal aufgepasst:

Lichtschwert trifft auf Schreibtisch: Bum

Die Gefechte gegen Sith und Droiden sind zwar kein Augenschmaus; die vermeintlichen Hologramme springen immer wieder vor und zurück oder verschwinden gelegentlich am Rand der Brille; aber: ICH BIN EIN JEDI! Das Gefühl, tatsächlich ein Lichtschwert zu schwingen, Laser-Geschosse abzuwehren und sogar die Macht gegen meine Feinde einzusetzen ist atemberaubend. Lenovo hat ganz Arbeit geleistet, denn trotz einiger technischer Ungereimtheiten versinke ich innerhalb von wenigen Sekunden im Jedi-Kampf und vergesse völlig, wo ich mich befinde.

Bum.

Es passiert, was passieren musste: Ich treffe nicht nur Darth Maul mit meiner Klinge, sondern auch meinen Schreibtisch mit dem realen Griff des Schwerts. Denn nein, ich besitze keine Sporthalle, noch einen großen Raum, in dem ich genug Platz für das Spiel freischaufeln kann. Das gute Nachricht: Es funktioniert trotzdem. Die schlechte Nachricht: Armer Schreibtisch (armes Lichtschwert!).

Star Wars: Jedi Challenges - Da steht ein Sith in meinem Schreibtisch

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Auch der dritte Modus wirkt in Realität nicht so flüssig wie auf diesem Bild
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Weiteres Gefummel

Wenn ich ehrlich bin: Jedi Challenges wirkt wie der blutige Anfang einer atemberaubenden AR-Generation, denn ja, ich möchte mehr solche Spiele; ich möchte bessere Spiele, mit besserer Grafik und keinem Hin-und-her-ploppen von Hologrammen, keinen Verzerrungen und schiefen Lichtschwertern.

Abgesehen von den Jedi-Kämpfen widmete ich auch den anderen Modi meine Zeit, doch so cool die Idee hinter Dejarik (“Holoschach”, aber es ist kein Schach) und einem Strategiespiel ist, das Lichtschwert als “Mauszeiger” zu bewegen und damit verschiedene Figuren auszuwählen ist äußerst fummelig und frustrierend. Leider.