Das Salz in der Suppe jeder Filmberichterstattung ist natürlich auch der Umstand, dass man im Vorfeld spekulieren und Gerüchte verbreiten kann. Das geht umso besser, wenn man es – was selten genug vorkommt – mit einer Produktion zu tun hat, bei der die Sicherheitsmaßnahmen so eng gesteckt sind, dass wirklich kaum etwas nach außen dringt.

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Dabei gibt es zu bedenken, dass gerade Lucasfilm schon immer exzellent darin war, die Geheimnisse eines neuen „Star Wars“-Films zu schützen. Das war schon zu Zeiten der alten Trilogie so, als es noch ungleich leichter war, ist aber auch heute noch so. Darum weiß man über „Episode VII“ auch so gut wie nichts. Aber Gerüchte, die gibt es zuhauf.

Die sind dabei wie selbsterfüllende Prophezeiungen. Wann immer eine Website ein Gerücht – oder nach eigener Lesart: eine handfeste Information – postet, springen andere Websites darauf an und wiederholen, was sie gerade selbst gelesen haben. Urplötzlich ist die Information überall, nicht nur in den USA, sondern weltweit. Der Ursprung der Information wird dabei immer stärker vergessen, die Glaubwürdigkeit indes immer höher bewertet. Denn wenn viele Websites einheitlich über etwas berichten, dann muss es doch zumindest ein Körnchen Wahrheit innehaben. Oder nicht?

Star Wars Inside - Wie Spoiler sich verbreiten – Plot von Episode VII bekannt?

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Wir können auch nur raten, wie es in Episode VII weiter gehen wird.
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Neueste Spoiler

Spoiler sind es natürlich nur, wenn sich diese Information im Nachhinein als wahr erweisen würde. Ob dem so ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. In heutigen Zeiten gehört im Filmgeschäft auch Desinformation zur PR. Einerseits wird über das Produkt berichtet, andererseits ist der Inhalt so wenig substanziell, dass er dem Produkt nicht schadet. Es ist darum nicht undenkbar, dass manche dieser „Spoiler“ auch gestreut wurden. Das wäre umso cleverer, da man eine Lüge am besten innerhalb einer Wahrheit verbirgt.

Ein Beispiel: Es heißt, Daisy Riddles Figur, die angeblich Kira heißen soll, lebe auf einem Wüstenplaneten – mutmaßlich Tatooine – im Wrack eines zerstörten AT-AT. In einem Canyon soll der Koloss auf der Seite liegen. Man soll sehen, wie Kira auf dem Kopf sitzt und bis zum Ende des Canyons blickt. Vielleicht, weil sie von einem besseren Leben träumt, oder von Abenteuern. Immerhin lebt sie wie einst Luke Skywalker auf einem öden, langweiligen Steinhaufen.

Packshot zu Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der MachtStar Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht

Es mag sein, dass es diese Szene wirklich im Film geben wird. Man könnte sie auch spoilern, weil sie relativ irrelevant ist. Aber man kann sie auch benutzen. Denn der Kern dieses Gerüchts, das, was es als wahr deklarieren soll, ist der Umstand, dass es vor ein paar Wochen ein Setfoto gab, das den Fuß eines AT-AT gezeigt hat.

Nun kann es sein, dass jemand kombiniert hat. Oder aber, dass jemand sich etwas ausgedacht hat. Oder aber, dass ein Gerücht lanciert wurde. Das einzige, das man mit Sicherheit weiß: Es gibt den Fuß des AT-AT. Aber darüber hinaus? Eigentlich nichts, nur viele Möglichkeiten, und nicht zwangsläufig eine davon wahr.

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Ein weiteres Gerücht besagt, dass Luke Skywalker selbst der große Antagonist der siebten Episode ist.
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Hommage oder Rip-off

Ein anderer Spoiler ist, wenn es denn stimmt, dass Kira in einer Cantina (mutmaßlich auf Tatooine) auf Chewbacca und Han Solo trifft. Sie soll wohl nach Han suchen – oder möglicherweise auch nach Luke, man weiß es nicht – und gerät mit einem Außerirdischen aneinander, der ihr den Blaster wegnimmt und wohl droht, sie zu töten. „Tot bist du gleich“ – ja das kennt man aus „Episode IV“, als Luke in der Cantina-Szene mit einem hässlichen Außerirdischen aneinandergerät, der in zwölf Systemen zum Tode verurteilt ist. Ihm half Obi-Wan Kenobi, Kira wird von Chewbacca gerettet.

Das kann wahr sein, das könnte im Film zu sehen sein, aber ist das nicht auch etwas einfallslos? Kann es wirklich sein, dass J.J. Abrams so sehr den Originalfilm zitieren will? Sein Film soll eine Fortsetzung, ein Wiedersehen mit alten Freunden, nicht das Widerkäuen schon bekannter Szenen sein. Darum darf man zumindest zweifeln, ob es diese Szene wirklich gibt. Oder: Ob es sie im Film geben wird. Wer weiß schließlich schon, wie sich die Geschichte im Verlauf der verschiedenen Drehbuchvarianten schon entwickelt hat.

Auch das ist ein wichtiger Punkt, wenn man im Netz auf Spoiler und Gerüchte trifft. In der Regel wird keine Quelle genannt. Im oftmals besten Fall wird es sich um ein Drehbuch handeln, aus dem die Information extrahiert wurde, aber war es komplett? War es das Shooting Script? Oder eine frühe Version? Im schlechtesten Fall ist es das Hirngespinst eines übereifrigen Fans.

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J.J. Abrams weiß sicherlich, ob an den Gerüchten etwas dran ist oder nicht.
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Wie dem auch sei, es macht sicherlich Spaß, sich mit diesen „Spoilern“ auseinanderzusetzen, man sollte nur nicht zu überrascht sein, wenn im fertigen Film nichts davon zu sehen ist.

Hier geht es weiter: "ACHTUNG GIGANTISCHER SPOILER: So endet Star Wars Episode VII!".