Es gab eine Zeit, da waren die Fronten verhärtet. Da gab es die ganz harten Fans von „Star Wars“ und die vielleicht noch härteren Fans von „Star Trek“. Das waren monothematische Geeks, die in ihrem jeweiligen Universum auch noch das unwichtigste Detail kannten. SW-Fans auf der einen, Trekker auf der anderen Seite.

Für Trekker war „Star Wars“ nur ein kitschiges Märchen mit Prinzessinnen, für SW-Fans war „Star Trek“ der Quatsch mit dem unsäglichen Techno-Babble. Das muss man sich vorstellen wie den ewigen Zwist zwischen Poppern und Headbangern. Die einen verachten die anderen und finden ihre jeweilige Passion so viel besser.

Es gab natürlich auch damals schon Fans, die über den Tellerrand hinausblickten, die Science-Fiction in ihrer Gesamtheit zu schätzen wussten, aber wenn das Thema auf „Star Trek“ und „Star Wars“ kam, dann wurde gemeinhin schon erwartet, dass man eine Seite wählte.

Star Wars Inside - Star Wars vs. Star Trek

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Muss man wirklich eine Seite wählen?!
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In einer Gruppe von SW-Fans sagte man etwa: „Ja, ich kucke schon auch Star Trek, aber das ist halt Unterhaltung auf Fernsehniveau ohne nennenswerte Effekte. Kann man schon gucken.“ Und die anderen SW-Jünger nickten wissend.

In einer Gruppe von Trekkern wiederum sagte man: „Ja, Star Wars hab ich schon gesehen, wegen der Weltraumkämpfe. Die sind schon erste Sahne. Aber eine Botschaft? Ne, die gibt es in den Kinderfilmen nicht.“ Die Trekker machten dann Spocks vulkanischen Gruß und murmelten von Gene Roddenberrys IDIC-Philosophie (auf deutsch: UMUK – unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination).

Das Problem war mitunter aber: Woher wissen, in welcher Gruppe man sich gerade befand? Sicher, bei Conventions war und ist es klar. Entweder sind sie von vornherein auf ein Thema hin aufgezogen oder die Hardcore-Nerds laufen im Kostüm rum. Denn merke: Wer als Klingone seine Runden auf der Convention dreht, wird kaum „Star Wars“ als seine Alpha-Phantasie im Kopf haben.

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~ Ohne Worte ~
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Der ewige Diskurs

In den 1980er Jahren waren „Star Wars“ und „Star Trek“ die Alpha-Phantasien, was Science-Fiction betraf. Es gab auch andere, aber keine nennenswerte Space Operas. Ein „Robocop“, „Zurück in die Zukunft“ oder „Terminator“ war nun mal weder für „Star Wars“, noch für „Star Trek“ Konkurrenz. Das waren einfach weitere Spielarten im unbegrenzten Feld der Science-Fiction.

Aufgrund der augenscheinlichen Ähnlichkeiten – nicht zuletzt des Titels wegen – gab es aber bei „Star Wars“ und „Star Trek“ eine deutlich stärkere Lagerbildung. Dabei soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, dass alle beinharte Mono-Geeks waren. Keineswegs, es gab und gibt genügend Leute, die beides mochten und mögen, mal mehr mal weniger, häufig auch je nach Tageslaune wechselnd. Aber wie jede Bewegung brachte eben auch die Science-Fiction ihre Fundamentalisten hervor.

Für die Trekker war es zeitweise sogar besonders hart. Denn die glaubten, nach dem Ende von „Star Wars“ mit „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ gewonnen zu haben, da keine neuen Filme nachkamen. Aber erstens: sie kamen. Und zweitens: Eine zweite Front wurde eröffnet.

Der gemeine Trekker sah sich schon bald vom Fiver bedroht. Das ist ein beinharter Fan von „Babylon 5“, das konkurrierend zu „Star Trek: Deep Space Nine“ lief, kleiner und günstiger, aber auch unendlich besser war. Das tat weh, wenn man den hehren Anspruch hat, dass das eigene Lieblingsuniversum gefälligst jedem am besten gefallen muss.

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"Babylon 5", der ewige Dritte?
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SW-Jünger und Fiver hatten keine Berührungspunkte. Der Feind meines Feindes und so. Ihr kennt ja den Rest. Der Trekker hatte es da schon schwerer. Nicht nur befand er sich im Disput mit Star Wars und Babylon 5, sondern war dank eines inhaltlich und quotentechnisch immer weiter auf dem absteigenden Ast befindlichen Franchises auch noch in der Verlierer-Position.

Und heute?

Das waren die glorreichen 1980er und 1990er Jahre, in denen es das Internet noch nicht gab und derartige Dispute auf den Leserbriefseiten der entsprechenden Fanzines oder aber live auf Conventions ausgetragen wurden. Damals, so scheint es mir, war noch deutlich mehr Lagerbildung vorhanden, als das heute der Fall ist.

Der heutige Geek hat zahlreiche Götter. Er liebt Kirk ebenso wie Obi-Wan, huldigt Sheridan wie auch den „Stargate“-Helden, er ist weniger monothematisch aufgestellt, sondern vielseitiger interessiert. Immer noch mit Primärinteressen, aber eben nicht mehr als Taliban des SF-Fandoms unterwegs, der keine andere Meinung als die eigene gelten lässt.

Wirklich vermissen tue ich die Zeiten von damals nicht, als Shitstorms noch auf Leserbriefseiten hochkochten. Aber mich mit einem Schmunzeln daran zurückerinnern, das tue ich schon. Es waren bewegte Zeiten, als „Star Wars“ und „Star Trek“ noch in so etwas wie den Kinderschuhen steckten.

Hier geht es weiter: "Star Wars Inside - Wohin des Wegs, du olle Space Opera?".

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