Während im Jahr 2015 die langerwartete „Episode VII“ in die Kinos kommt, wurde nun auch bekannt gegeben, dass man einen Regisseur für den ersten Spin-off-Film, der 2016 die Kinoleinwände erobern soll, gefunden hat: Gareth Edwards. Überraschend ist das nicht, hat er doch gerade einen Erfolg mit „Godzilla“ und damit gezeigt, dass er weiß, wie man ein großes Budget handhabt.

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Während man argumentieren kann, dass Edwards mit seinem Überraschungserfolg, dem extrem günstigen „Monsters“, so etwas wie Vision offenbart hat, hat „Godzilla“ nur wenig Eigenheiten, die man der versierten Handschrift eins Regisseurs zuordnen könnte. Was sagt diese Wahl des Regisseurs also, abgesehen von der Tatsache, dass man in Hollywood gerne auf Leute zurückgreift, die gerade erfolgreich sind?

Star Wars Inside #5 - Gareth Edwards – Von Null auf Hundert oder nur ein x-beliebiger Shooter?

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Erst Godzilla, dann Star Wars? Ob das gut geht...
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Monster im Star-Wars-Universum

Die offensichtlichste Schlussfolgerung ist, dass in dem noch unbetitelten „Star Wars“-Film Monster eine nicht unmaßgebliche Rolle spielen werden. So denkt man in Hollywood: „Der Mann hatte Erfolg mit seinem eigenen Monsterfilm und mit Godzilla, er ist also dazu prädestiniert, Monster in Szene zu setzen.

Bei „Star Wars“ gibt es Monster im eigentlichen Sinne aber eher selten. Einige Außerirdische würden sich optisch qualifizieren, sind aber schon mehr oder minder zivilisierte Gesellen. Kreaturen gibt es aber durchaus auch. Man denke nur an den Weltraumwurm in „Das Imperium schlägt zurück“ oder den Rancor in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Oder den Sarlacc mit seinen Tentakeln. Zu diesem würde auch passen, dass die Gerüchteküche wissen will, dass die Hauptfigur des Films Boba Fett sein wird.

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Monster, wie hier der Rancor, sind wohl kaum mit einem Godzilla zu vergleichen.
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Der könnte auch durchaus ein Abenteuer erleben, in dem er gegen allerhand Kreaturen und Monster antreten muss. Insofern scheint Edwards der richtige Mann zu sein, auch wenn er selbst alles dafür tut, dem Hollywood-typischen Typecasting, das nicht nur Schauspieler, sondern auch Filmemacher ergreift, Vorschub zu leisten.

Visionäre?

Anders als bei Marvel Studios, wo man an einem hauseigenen Stil arbeitet und die Regisseure vergrault, die eine Vision mitbringen (erst Edgar Wright bei „Ant-Man“, bald vielleicht auch Joss Whedon, der mit den Einmischungen auch alles andere als zufrieden sein soll), könnte dies bei Lucasfilm anders sein.

Beides sind Disney-Firmen, aber jede handelt nach eigener Firmenideologie. Die Verpflichtung von J.J. Abrams für „Episode VII“ legt nahe, dass man eben nicht nur so genannte Shooter nimmt, die routiniert, aber uninspiriert Filme herunterkurbeln. Man achtet schon darauf, Filmemacher zu finden, die auch einen eigenen Stil mitbringen.

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Ist Gareth Edwards wirklich der richtige Mann für den Job?
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Allerdings muss die Zukunft zeigen, ob dem wirklich so ist. Es ist durchaus möglich, dass sich auch bei Lucasfilm die Erkenntnis einschleichen wird, einen eigenen Haus-Stil zu favorisieren, aber im Moment befindet man sich eben noch in einer frühen Phase, wo man eigentlich Künstler benötigt, die Passion und Inspiration mitbringen.

Ersteres kann man Edwards sicherlich unterstellen. Wer aus seiner Altersgruppe wäre schließlich nicht daran interessiert, im großen „Star Wars“-Sandkasten zu spielen? Die Frage ist nur: was für ein Regisseur wird er eigentlich werden?

Die persönliche Handschrift

„Godzilla“ ist ein unterhaltsamer Film mit schön gemachten Effekten, aber er weist Schwächen auf, die direkt auf die Unerfahrenheit des Regisseurs zurückzuführen sind. Der frühe Verlust der einzig interessanten Figur, die teilweise unfreiwillige Komik, die sich einstellt, die farblose Charakterisierung der Figuren – all das muss sich Edwards ans Revers heften lassen, weil er ultimativ derjenige ist, der die Entscheidungsgewalt über diesen Film hatte.

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Oder wird sich die Story doch um Boba Fett drehen?
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Wenn man davon ausgeht, dass Lucasfilm weit mehr „hands on“ ist, als dies bei „Godzilla“ der Fall war, dann bedarf es eines Regisseurs, der sich einerseits durchsetzen kann, andererseits exakt weiß, was er tut. Der Unterschied ist Irvin Kershner bei „Das Imperium schlägt zurück“ und Richard Marquand bei „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“- ein Regisseur mit Ecken und Kanten auf der einen, ein Shooter auf der anderen Seite.

Bei Edwards ist noch unklar, in welche Richtung das Pendel schwingt. Ich will nicht unfair sein, ein „Star Wars“-Film von ihm wird sicherlich zu gefallen wissen, so wie es „Godzilla“ auch getan hat, aber ich bin nicht überzeugt, dass es der bestmögliche Film wird, der es sein könnte.

Aber Edwards mag uns alle überraschen. Und wenn nicht, dann ist eines natürlich auch unbestritten: „Star Wars“ ist ein Eigenläufer, es ist (fast) irrelevant, wer auf dem Regiestuhl sitzt, ob er inspiriert oder einfach nur ein guter Handwerker ist, am Ende wird das Publikum dennoch in Strömen kommen. Interessanter als die Wahl des Regisseurs ist in diesem Fall tatsächlich, wie er selbst sich und seine Karriere definieren wird.