Gamona-Autor Benjamin Kratsch macht gerade in Kalifornien die Star Wars: Celebration unsicher und bringt schon vom ersten Tag jede Menge schöner Anekdoten von J.J. Abrams, Carrie Fisher, R2D und seinem kleinen Bruder BB-8 mit. Außerdem erzählen wir euch, warum Abrams seine Karriere als "Captain Lens Flare" an den Nagel hängt und für "The Force Awakens" auf ganz alte Filmschule setzt.

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Harrison Ford ist der härteste Kerl, den ich kenne“, erzählt Kathleen Kennedy, die als Präsidentin von Lucasfilm die wohl derzeit mächtigste Managerin des Filmgeschäfts sein dürfe. „Ich kenne keinen anderen, der erstens eine Maschine aus dem Zweiten Weltkrieg fliegt. Zweitens eine Notlandung auf einem Golfkurs versucht und dabei drittens direkt vor zwei Ärzten aufschlägt.“

Star Wars Celebration 2015 - Jener Morgen, als ein kleiner Droide J.J. Abrams die Show stahl

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Der neue Droide BB-8 piepste sich auf der Star Wars: Celebration in die Herzen der Fans.
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Privat fliegt Han Solo nämlich eine "Ryan Aeronautical ST3KR", die er mal auf einer Auktion ersteigert hat. „Es geht ihm schon wieder besser, denke ich“, ergänzt J.J. Abrams in einer Gesprächsrunde im Rahmen der Star Wars: Celebration im kalifornischen Anaheim. „Ich habe ihn letztens angerufen, da hat er mich abgewimmelt, er habe gerade wichtigen Besuch.“ Gott sei Dank, möchten wir sagen. Fords Flugzeug streifte einen Baum und schlug dann mit hoher Geschwindigkeit auf dem Grün ein. Warum ich das erzähle?

Weil es ganz schön skizziert, wie sich die "Star Wars: Celebration" anfühlt. Das hier ist keine Verkaufsshow, kein klassisches Presseevent. Stattdessen erzählen die wichtigsten Akteure aus ihrem Leben oder nette Anekdoten, die wir sonst nie erfahren hätten. Lucasfilm-Präsidentin Kennedy, die schon für Steven Spielberg E.T. und Jurassic Park produziert hat, lud J.J. Abrams zu einem Abendessen in New York ein.

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Harrison Ford ist kürzlich mit seiner Ryan Aeronautical auf einem kalifornischen Golfplatz abgestürzt. Laut Abrams befindet er sich aber auf dem Weg der Besserung.
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Kathleen meinte nur, dass wir noch auf einen Freund warten müssten.“ Der Freund war George Lucas, die ersten Ideen wanderten über den Tisch, Abrams willigte schließlich ein für die neue Trilogie Regie zu führen und Teile des Drehbuchs zu schreiben. Abrams selbst bezeichnet sich als „kleiner Star Wars-Nerd“: „Es gibt Fotos auf meinem Twitter-Profil, die bitte nie meine Frau sehen darf.“ Er hat sich nämlich erst vor einigen Jahren für Halloween als Jawa verkleidet.

Schluss mit Captain Lens Flare. The Force Awakens wird old-school produziert

J.J. Abrams ist eigentlich berüchtigt für seinen doch sehr extremen Einsatz von CGI-Effekten. The Force Awakens jedoch soll anders werden und sich so anfühlen wie die alte Trilogie. „Ich weiß noch, wie ich damals im Kino saß und das Gefühl hatte ich würde da gerade eine abgefahrene Dokumentation erleben. Denn alles wirkte so echt. Es wirkte so echt, weil das Team jeden X-Wing, jeden Tie-Fighter und jedes andere Objekt real gebaut hat.“ Deshalb ist die komplette Produktion von The Force Awakens jetzt auch auf „Practical Effects“ gemünzt. Das Team hat in Essex, England beispielsweise alle Gaspistolen aufgekauft, weil die Blaster der Stormtrooper einen Rückstoß haben sollten. „Warum faken, wenn wir es auch real shooten können?“.

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Zurück zu den Wurzeln, zurück zur Retro-Filmproduktion. Genau wie für die alte Trilogie hat Abrams alle Requisiten wie diesen X-Wing im 1:1 Größenverhältnis nachbauen lassen.
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In den Pinewood Studios in Los Angeles lagern in riesigen Hallen X-Wings, Tie-Fighter und natürlich ein 1:1-Nachbau des Millenium Falcon. "The Force Awakens" sei eine besondere Erfahrung für ihn als Regisseur gewesen, weil es seinen Blick für das Wesentliche schärfte: „Ich glaube wir haben es in den letzten Jahren mit CGI etwas übertrieben. Technologie ist immer ein wichtiger Motor, aber es sollte die Atmosphäre eines Filmes nicht überflügeln.".

Es wird Zeit einen neuen Standard zu setzen.Natürlich werde es auch in der neuen Trilogie viele aufwendige Special Effects geben, schließlich steht Abrams das geballte Know-how von Industrial Light & Magic zur Verfügung. Doch wo immer es ging, suchte man nach Alternativen und fand diese häufig in Fanbauten. Oliver Steeples und Lee Towersey sind zwei Hardcore-Fans aus England, die in ihrer Freizeit bereits viele Droiden gebaut haben. „Ich bin durch Twitter auf sie aufmerksam geworden, habe sie angerufen und wir haben sie an Bord geholt.“ Die Mission von Steeples und Towersey: ein leichtes Redesign von R2D2 und ein komplett neuer Droide.

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Da werden Fanträume war: Oliver Steeples, Hardcore-Fan und britischer Ingenieur wurde von Lucasfilm angeheuert um einen neuen R2D plus Brüderchen BB8 zu bauen.
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BB-8: ein Droide piepst sich in die Herzen der Fans

Wir haben lange überlegt, ob wir BB-8 digital erstellen, doch das wäre ein Fehler gewesen. Ich werde nie vergessen wie sich ein Kind neben den BB-8-Prototypen gesetzt und minutenlang unterhalten hat“, erzählt Abrams. „Das hat funktioniert, weil einer unserer Operator so lieb war, ihn während der Drehpause zu steuern.“ Dank der umfangreichen Sensorik im Droiden selbst, reagiere er zudem auf Bewegungen, das kleine Mädchen hatte das Gefühl mit einem echten Spielkameraden zu agieren.

Abrams spricht dabei übrigens über die Tochter von Schauspieler Simon Pegg ("Shaun of the Dead", "Mission Impossible: Rogue Nation"), der hat nämlich kürzlich in einem Interview verraten, das er das Set besucht hat. Ob er selbst mitspielt, ist aber weiterhin unklar. Wie quirlig und lebendig BB-8 ist, zeigte R2D2s kleiner Bruder dann auch gleich mal auf dem Eröffnungspanel. Als J.J. Abrams über seine Entwicklung sprach, fuhr er aufgeregt um den Regisseur herum und piepste immer wieder dazwischen. Erst als ihn Abrams ermahnte, fuhr er in eine Ecke und sagte keinen Piep mehr. Armer BB-8, aber wir freuen uns auf dich.