Es ist soweit: Nachdem ich den Multiplayer von Star Wars Battelfront 2 auf der PS4 ausgiebig testen konnte, folgt nun eine abschließende Bewertung zum Spiel. Falls ihr mehr über die Singleplayer-Kampagne wissen möchtet, folgt diesem Link (Test). Reichlich Diskussionsmaterial zu den Lootboxen findet ihr in unserem letzten Thema der Woche (Artikel). Hier und heute widmen wir uns einzig der Frage, ob das Spiel nun trotz aller Kritikpunkte Spaß macht und uns das gibt, was wir von einem zweiten Star Wars Battlefront erwarten.

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Update: Wertung ist temporär

Diese Bewertung von Star Wars Battlefront 2 basiert auf einer Version des Spiels, in der die Mikrotransaktionen abgeschaltet sind. Lootboxen sind weiterhin im Level-System enthalten.

In einer Nachricht an die Community verspricht EA, das Bezahlsystem samt der Kristalle wieder ins Spiel zu integrieren:

"Die Möglichkeit, im Spiel Kristalle zu kaufen, wird zu einem späteren Zeitpunkt reaktiviert, wenn wir entsprechende Änderungen am Spiel vorgenommen haben."

Bitte seid euch bewusst darüber, dass Star Wars Battelfront 2 zum jetzigen Stand jederzeit wieder Mikrotransaktionen einführen könnte.

Helden, Sternenkriege und Match-Schatten

Star Wars ist halb “Böse gegen Gut” und halb epische Sternenschlachten, die schon zur Zeit der ersten Filme das Sci-Fi-Genre revolutionierten. Warum Star Wars Battlefront sich dagegen entschieden hatte, uns mit TIE-Fightern durch das All düsen zu lassen, bleibt mir ein Rätsel: Nichtsdestotrotz hat EA aus diesem Fehler gelernt und bietet euch in Battlefront 2 nicht nur ein paar atemberaubende Weltraumkämpfe im Singleplayer an, sondern auch einen eigens dafür geschaffenen Multiplayer-Modus: Sternenjäger-Angriff.

Star Wars: Battlefront 2 - Wie viele Lootboxen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?

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Star Wars Battlefront 2 im Test: Auf in die Weltraumschlacht!
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Jäger, Abfangjäger oder Bomber: Abwechselnd auf Seiten des Imperiums und der Rebellen entscheidet ihr euch für einen der drei Standard-Schiffstypen; mit wachsenden Kampfpunkten könnt ihr dann spezielle Bonbons freischalten, wie Han Solos Millenium Falke. Diese Währung existiert neben Credits und Herstellungsteilen nur im jeweiligen Spiel und funktioniert folgendermaßen: Je besser ihr euch schlagt, desto mehr Kampfpunkte heimst ihr ein. Ab einer gewissen Anzahl gebt ihr sie für spezielle Helden oder Schiffe aus und verbraucht sie damit. Nach dem Match verschwinden sie ebenso im Äther der Macht, Sparfüchse haben hier also nichts zu lachen.

Dieses Prinzip zieht sich über alle Multiplayer-Modi, die durchweg abwechslungsreich sind und auch nach der zehnten Runde noch Lust auf mehr machen. Schöne Shooter-Schlachten, in denen ihr entweder eure Basis verteidigt oder ein Gebiet angreift, Transport-Wettkämpfe mit einer Fracht, die von einem Spieler aufgesammelt und durch die feindlichen Reihen gebracht werden muss, Helden-Gefechte, in denen vier gegen vier Spieler als Iden, Yoda, Luke, Kylo Ren oder etwa Boba Fett gegeneinander antreten müssen.

Packshot zu Star Wars: Battlefront 2Star Wars: Battlefront 2Release: PC, PS4, Xbox One: 17.11.2017 kaufen: Jetzt kaufen:

Das Schöne: Jeder Modus kribbelt trotz ähnlicher Regeln ein wenig anders in euren Fingerspitzen. In einem Gefecht der Helden etwa fühlte ich mich sofort mit meinem Team verbunden, während die Shooter-Schlachten eher Wert auf den Skill des einzelnen Spielers legten. Jedem das, was er gut kann – allerdings haben es mir die Team-basierten Modi wie Gefecht und Helden vs. Schurken eher angetan, da es immer wieder angenehm ist, mit einem anderen Spieler ohne jegliche Kommunikation erfolgreich zu kooperieren.

Star Wars: Battlefront 2 - Wie viele Lootboxen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?

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Tretet mit Rey und anderen berühmt-berüchtigten Star-Wars-Charakteren in den Wettkämpfen an
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Wie viele Lootboxen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?

So schön und fein sich der Multiplayer-Modus auch anfühlt, die Lootboxen lugen weiterhin mit rot blinkenden, bedrohlichen Äuglein durch EAs Vorhang und bereiten uns Kopfschmerzen. Natürlich müssen und können wir derzeit kein reales Geld für hunderte von Star-Wars-Boostern ausgeben, aber mindern die galaktischen Ü-Eier unsere Freude am Spiel dennoch?

Star Wars Battlefront 2 ist jedem Punkt besser, als sein Vorgänger – abgesehen von Lootboxen & im Spiel integrierten Mikrotransaktionen.Fazit lesen

Um die Frage zu beantworten: Eigentlich nicht. Denn Sternenkarten und tolle Charaktere oder Schiffe sind in keinem der Modi ein Garant für den Gewinn; natürlich helfen sie euch, aber selbst als Low-Bob finde ich mich anfangs in der schönen Mitte der Ranglisten wieder.

Natürlich gibt es auch eine Kehrseite: Ein erster Platz wird schwierig, wenn ihr euch nicht intensiv mit dem Spiel beschäftigt und da eure gewonnen Credits am Ende einer Runde auch von den Kampfpunkten abhängen, werden die fähigen Spieler sehr viel schneller noch stärker, als die weniger talentierten. Wie viele Lootboxen braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln? Gar keine, aber wenn ihr der beste Handwerker im Spiel werden möchtet, dann jede Menge.

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Sternenkarten sind spezielle Fähigkeiten und Boni, mit denen ihr eure Figuren ausrüsten könnt
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Arcade: In 14 Stunden darfst du wieder farmen (yay!)

Neben dem Multiplayer gibt es noch so einen anderen Modus, der sich Arcade nennt. Dort kämpft ihr mit verschiedenen Helden und Figuren gegen den Computer, was euch sogar Credits einbringt. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt, dann sinkt die rote Farming-Schranke über euren Bildschirm und verweigert euch für einen gewissen Zeitraum den Geldregen.

Farmen nicht erlaubt? Obwohl mich die Nachricht im ersten Moment ein wenig frustriert hat, erscheint der Mechanismus schließlich doch sinnvoll: Farmen wäre ansonsten zu einfach und solange die Mikrotransaktionen ausgeschaltet bleiben, habe ich damit meinen Frieden geschlossen. Sollte EA sich für einen weiteren Shitstorm entscheiden und die Kristalle wieder einführen, erinnert die Credit-Sperre aber doch zu stark an eine ausbeuterische Strategie.

Die Macht ist stark in Battlefront 2

Könnte ich die ganze Lootboxen-Affäre außer Acht lassen, wäre Battlefront 2 für mich ein völlig rundes, ja fantastisches Star-Wars-Spiel, das nicht nur mit einer berührenden Kampagne glänzt, sondern auch noch einen ausgefeilten Multiplayer-Modus mitbringt. Langzeit-Spaß? Check. Für jeden etwas dabei? Check. Coole Grafik und noch bessere Weltraumschlachten? Check.

Die Verbindung zu den EA-Servers stockt hin und wieder, jedoch meiner Erfahrung nach nur für wenige Sekunden. Das jetzige Drei-Währungen-System ist und bleibt unübersichtlich, versteht ihr es jedoch einmal, steht eurem Weg als Jedi, Sith, Stormtrooper oder Rebell nichts mehr im Weg. Also: Schade EA, denn abgesehen von den Mikrotransaktionen habt ihr ein schönes Spiel entwickelt, das jetzt unter den vergangenen Shitstorms leidet.