Piu, piu – piu, piu, PIU! Tiiiijuuuu… uuu. Puff. Bei einem anderen Titel würde ich nach dem dritten Crash in einen Sternenzerstörer sofort den Controller weglegen, denn ich bin und bleibe ein ungeduldiger Spieler. In der Kampagne von Star Wars: Battlefront 2 tue ich nichts dergleichen, denn der fantastische Sternenkampf hat mich süchtig gemacht. Ebenso wie die Story. Die Kampagne eines Multiplayer-Shooters lässt mein Herz höherschlagen? Oh ja.

Ein voyeuristischer Blick hinter die Kulissen: Diese Modi erwarten euch in Star Wars: Battlefront 2:

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Ich werde nicht über den Multiplayer sprechen. Und ich werde keine Lootboxen erwähnen, da ich während der letzten Tage einzig in die Singleplayer-Kampagne eingetaucht bin. Während die Online-Modi auf der PS4 ohne Spieler tot im Vakuum schweben, strotzt die Story von Iden Versio und dem Inferno-Kommando an Lebendigkeit – Ist die Kampagne von Star Wars Battlefront 2 losgelöst vom Online-Prinzip ein Hingucker? Diese Frage werde ich euch in unserem Vorab-Test zum Spiel beantworten. Die vollständige Wertung zum Titel folgt dann nach Release, wenn wir die eigentliche Essenz von Battlefront 2 ausführlich testen konnten

Star Wars: Battlefront 2 - Die Kampagne im Test - Es ist wie ein Film

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Lootboxen hin oder her: An den Sternenschlachten gibt es nichts auszusetzen
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EA greift nach den Sternen

Wir wollten Sternenkriege. TIE Fighter, Sternenzerstörer; ja, ganze Fregatten an Raumschiffen, die im Raum wahnsinnige Schlachten gegeneinander austragen, von denen wir ein Teil sein können. Nach der Kritik am sechsten Battlefront-Teil wurde auch EA bewusst, was Star Wars eigentlich heißt und siehe da: Battlefront 2 erfüllt uns den lang ersehnten Wunsch, und das auf eine Art, die wohl den Worten “Das ist ja wie im Film!” am nächsten kommt.

Ob mit TIE- oder X-Wing-Fighter, der Weltraum in Star Wars: Battlefront 2 gehört wahrhaftig den Spielern. Auf der PS4 lassen sich eure Schiffe wunderbar steuern; mit dem linken Stick wird die Richtung sowie die Geschwindigkeit vorgegeben, während der rechte schnelle Drehungen ermöglicht. Im Sturzflug rotieren und dabei den Schüssen eines TIE-Fighters entgehen? Kein Problem. Ein feindliches Schiff bombardieren, während ihr auf einen Sternenzerstörer zusteuert und erst im letzten Moment abdreht? Filmreife Weltraummanöver sind in Star Wars Battlefront 2 an der Tagesordnung und machen selbst dann noch Spaß, wenn das eigene Schiff schon zum fünften Mal gegen ein anderes Vehikel gekracht ist. Bei der vorgegebenen Schnelligkeit im Spiel ist das im Übrigen kein Wunder.

Schön: Die verschiedenen Schiffe lassen sich auch unterschiedlich steuern; ihr spürt demnach, ob euer Fighter eher flink und wendig oder behäbig und schwer ist. Negativ aufgefallen sind mir höchstens einige Hit-Boxen anderer Schiffe, wenn ich der Meinung war, mein Fighter wäre knapp an der Außenwand des Zerstörers entlanggeschrammt – und mich das Spiel dennoch explodieren ließ.

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Iden Versio ist der Protagonist der Kampagne; aber nicht der einzig spielbare Charakter
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7 Stunden “Star Wars”-Feeling

Grandiose Stories erwartet niemand bei einer Singleplayer-Kampagne für ein Spiel, das den Fokus auf Online-Matches legt. Noch dazu ein Shooter, der im letzten Ableger ganz auf eine Geschichte verzichtete. Doch Battlefront 2 sorgt neben all der negativen Kritik zu Lootboxen und eventuellen pay2win-Strategien für eine Überraschung: Nicht nur überzeugt die grandiose Grafik, nein, auch die Charaktere sowie die um sie gewobene Geschichte zieht euch sofort ins Geschehen und hält euch die gesamten fünf bis sieben Stunden gespannt vor eurem Bildschirm.

Shooter, Lichtschwert- sowie Weltraumkämpfe geben sich in der Kampagne die Hand, während ihr auf den Spuren von Iden Versio und dem imperialen Inferno-Kommando wandert. Dabei schlüpft ihr in die Rolle von Droiden, infiltriert feindliche Schiffe und dürft sogar in die Fußstapfen einiger bekannter Jedi treten. Die Geschichte umfasst eine Story, die ihr aus der Sicht verschiedener Figuren erlebt. Entscheidungsmöglichkeiten gibt es nicht, es ist eine geradlinige Erzählung, deswegen aber nicht weniger interessant.

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Als Roboter durch den Luftschacht krabbeln und den NPCs eine Etage tiefer zuhören: Lauschen lohnt sich
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Kämpft ihr etwa die gesamte Kampagne über auf der Seite des Imperiums? Findet es heraus, denn die Twists in der Geschichte will ich euch natürlich nicht verraten. Nur so viel: Es lohnt sich, nicht nur durch die Level zu rennen, sondern auch stehenzubleiben und den NPCs zuzuhören. Ein bisschen “Jedi Knight”-Feeling kommt da schon auf. Apropos Jedi Knight.

Wo bleiben die Singleplayer-Spiele?

Ja, wo sind sie denn? Die KOTORs und Jedi Knights; wieso müssen alle neuen “Star Wars”-Spiele MMOs und Online-Erfahrungen sein? Auch die “Star Wars”-IP vom geschlossenen Studio Visceral Games soll nun in Richtung Online-Spiel gehen, aber warum denn, EA? Während die Filmindustrie am George-Lucas-Knochen nagt und jedes Jahr einen neuen Blockbuster in die Kinos bringt, müssen Rollenspieler und Singleplayer-Fans in die Röhre schauen – dabei würden wir uns die Spiele kaufen, denn Star Wars ist keinesfalls höchstens für Shooter-Action und MMO-Erfahrungen prädestiniert.

Star Wars Battlefront 2 zeigt mir, was ein neues, großes Adventure oder Rollenspiel im Genre sein kann und ich möchte mehr davon. Schade, dass die Geschichte rund um Iden Versio viel zu schnell durchgespielt ist – ich für meinen Teil wünsche mir einen puren Battlefront-Singleplayer, denn die Kampagne hat mich angefixt und wird mich so schnell nicht wieder loslassen.

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Fazit: Sehr gut

Die Singleplayer-Kampagne von Star Wars: Battlefront 2 ist ein Hingucker; und das nicht nur im Bezug auf die Grafik. Sicher, das Spiel ist wunderschön, aber vor allen Dingen die Story rund um die Charaktere sowie der ausgeglichene und kluge Wechsel zwischen Shooter, Lichtschwert- und Weltraumkampf sorgen für eine beeindruckende “Star Wars”-Erfahrung, die einem Film gleichkommt.

Einziges Manko: Die Kampagne ist und bleibt eben ein Extra zum eigentlichen Multiplayer-Spiel; sie wird euch also nicht mehr als fünf bis sieben Stunden vor den Bildschirm fesseln. Was als Gimmick zum eigentlichen Spiel schon recht viel ist. Trotzdem schade: Hoffentlich entscheidet sich EA für einen weiteren Ableger, der nur als Adventure oder Rollenspiel auf den Markt kommt.