Nach all den Kontroversen rund um die Mikrotransaktionen und dem Vorwurf eines Pay-to-win-Modells zeigen sich nun erste reale Folgen, die echte Auswirkungen auf Publisher EA haben werden. Im Vereinten Königreich fallen die Verkaufszahlen niedriger aus als erwartet.

Star Wars: Battlefront 2 - Britischer Markt straft Battlefront 2 ab: Umsatzeinbruch von über 60 Prozent

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Spätestens jetzt dürfte die Botschaft unmissverständlich angekommen sein
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Offensichtlich hat EA zu spät reagiert. Kurz nachdem die Kritik der Spieler und die Stimmen nach einem Boykott von Star Wars Battlefront 2 neue Dimensionen erreichten, ruderte das Unternehmen zurück und kündigte an, die Mikrotransaktionen vorerst aus dem Spiel zu nehmen. "Wir hören euch laut und deutlich", ließ Entwickler DICEs General Manager Oskar Gabrielson wissen. "Daher schalten wir alle In-Game-Käufe vorerst ab. Wir werden mehr Zeit damit verbringen, zuzuhören, anzupassen, auszubalancieren und Feintuning zu betreiben", versprach er.

Im Nachhinein erhält diese gönnerhafte Ankündigung einen schalen Beigeschmack, wenn man bedenkt, dass dem Ganzen offenbar ein Telefongespräch zwischen EAs CEO Andrew Wilson und Jimmy Pitaro, Vorsitzender bei Walt Disney Consumer Products and Interactive Media, vorausging. Den besorgten Investoren ließ EA ausrichten, diese Änderung werde sich nicht großartig auf das Fiskaljahr auswirken.

Umsatzeinbruch

Eigentlich wollte EA mit Star Wars Battlefront 2 vor allem im Rahmen des Kinostarts von Star Wars: Episode VIII - Die letzten Jedi vom Star-Wars-Hype profitieren. Dafür legte sich Entwickler DICE mächtig ins Zeug, um möglichst soviele Kritikpunkte am ersten Titel auszumerzen, wie möglich. Ob das klappte, sei mal dahingestellt. Fest steht nun, dass EA erstmals den Unmut der potenziellen Käufer zu spüren bekommt. Star Wars Battlefront 2 konnte im Vereinigten Königreich nicht am vor drei Wochen erschienenen Call of Duty: WWII vorbeiziehen und musste sich mit Platz zwei der Verkaufscharts zufrieden geben. In der Tat konnte Battlefront 2 nicht einmal die Zahlen des 2015er Battlefront übertreffen. Ganz im Gegenteil: 61 Prozent weniger Exemplare wanderten über die Ladentheke. Die digitalen Verkäufe wurden hierbei nicht berücksichtigt, was sich auch in der Aufteilung in Plattformen widerspiegelt. So wurden 55 Prozent der Verkäufe für die PS4 getätigt, 44 Prozent für die Xbox One und gerade mal ein Prozent für PC.

Nur in einem Punkt konnte Battlefront überholt werden: Gegenüber dem Multiplayer-Shooter von 2015 konnten die digitalen Verkäufe um 30 Prozent zulegen.

Es dürfte interessant sein, wie EA den Anlegern diesen Umsatzeinbruch beibringen will. Aber noch wesentlich interessanter dürfte sein, welche Auswirkungen der Umsatzeinbruch für die weitere Zukunft in Sachen Mikrotransaktionen, Lootboxen und Pay-to-win / Games as a service haben wird.

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