Star Wars Battlefront gehört wohl zu den meist erwarteten Spielen dieses Herbstes, allerdings ist es bei den Battlefront-Fans nicht unumstritten. Vom 8. bis 12 Oktober veranstaltet EA nun eine Open-Beta, die, einen kleinen Vorgeschmack auf den Mitte November erscheinenden Shooter geben soll. Wir haben die Inhalte schon vorab gezockt und sagen euch, was ihr erwarten könnt (und was nicht).

Allzu umfangreich wird der „technische Test“ (so EA) nicht ausfallen und die Wahlmöglichkeiten auf PS4, Xbox One und PC werden stark beschränkt sein. Neben dem bereits bekannten Walker Assault (Mehrspieler) und dem Survival-Modus (Einzelspieler-Missionen) gibt es nur eine einzige Neuheit zu sehen: Drop Zone. Die meisten Menüpunkte darüber hinaus sind ausgegraut, können nicht angewählt werden. Das gilt auch für alles andere abseits der Modus-Wahl: Upgrades und Levelaufstiege gibt es in nur sehr begrenztem Ausmaß zu sehen; im Prinzip bekommt man überall Lowlevel-Zeug serviert. Das bedeutet aber nicht, dass ihr die Beta nicht zocken sollt (ich weiß, ich könnte euch das eh nicht ausreden). Im Gegenteil. Ich denke, sie ermöglicht ziemlich gute Ausblicke darauf, wie Star Wars Battlefront aussehen wird und wie es sich auf spielerischer Ebene schlägt. Doch der Reihe nach.

Kommen wir zunächst zu dem, was was wir bereits kennen: Walker Assault. Ein Multiplayermodus, in dem sich Gamer in zwei 20er Teams gegenüberstehen. Eine Massenschlacht, in der die Rebellen ihre Stellung auf dem Eisplaneten Hoth gegen anrückende Sturmtruppen verteidigen müssen. Im Prinzip zocken wir also die Anfangssequenz von „Das Imperium schlägt zurück“ nach. Was ja prinzipiell ziemlich geil ist und auch die Inszenierung ist exzellent gelungen. Das Soundgewitter aus Blastern, herumrasenden TIE Fightern und den typischen Star-Wars-Klängen hat Dice hervorragend umgesetzt. Aber vor allem die Grafik ist verdammt gut: Die herumstaksenden AT-ST, die langsam voranstampfenden AT-AT, die grelle Eiswüste, die detaillierten Modelle von Rebellen und Sturmtruppen, das ganze Drum und Dran – hei, das macht schon einiges her. Ein Punkt, der übrigens für alle in der Beta gezeigten Inhalte gilt: Alles sieht einfach ausgezeichnet aus; selbst im Hintergrund am Himmel scheint immer noch etwas Cooles zu passieren, das die Star-Wars-Stimmung komplettiert.

Star Wars Battlefront - Beta-Impressionen: Ein Zipfel der Macht

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Das Kartendeck bestimmt, mit welcher Ausrüstung man in die Schlacht zieht.
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Wer sich nicht auf seinen Handblaster verlassen will, bemannt als Verteidiger ein Geschütz oder einen X-Wing. Als Angreifer steigt man in TIE Fighter, stampft mit einem AT-ST los oder rennt den AT-ATs hinterher. Beide Seite haben außerdem Zugriff auf spezielle Heldenfiguren, etwa Luke Skywalker oder Darth Vader. Sie besitzen eigene Talente und können im Nahkampf ziemlich viel einstecken – allerdings sind sie auch keine unsterblichen Überfiguren und stechen aufgrund ihrer dunklen Kleidung zumindest auf dieser Map klar als Ziele für den Feind heraus. Als Belohnung für ihren Abschuss erhält man als einfacher Infanteriesoldat ein Vielfaches der üblichen Erfahrungspunkte gutgeschrieben.

Ihr könnt euch Vehikel oder Helden übrigens nicht beim Respawn schnappen, das funktioniert über hellblaue Marken, die im Gelände verteilt sind. Der Zufall spielt also eine große Rolle dabei. Die Rebellen müssen versuchen, ihren Verteidigungsring zu organisieren, sodass Jäger die AT-AT für kurze Zeit angreifbar machen. In diesen wertvollen Sekunden müssen die Attacken auf die Riesen gebündelt werden. Nur: Die Lage scheint genau so aussichtslos zu sein wie im Film. Nur sehr selten gelingt es den Rebellentruppen, eine Runde zu gewinnen. Zu groß ist die Feuerkraft, die das Imperium entwickelt und zu schwierig ist es offenbar, die Stellungen zu halten. Meist wird man überrannt und verliert das Match. Hier muss Dice dringend auf eine vernünftige Ballance achten.

Star Wars Battlefront - E3 2015 - Multiplayer Gameplay Trailer "Walker Assault on Hoth"11 weitere Videos

Drop Zone: Weniger Spieler, mehr Action

Deutlich ausgeglichener geht es in Drop Zone zu Werke, wenn zwei Teams mit je acht Spielern auf einer mittelgroßen Map aufeinander treffen. In der Beta spielt man auf dem neuen Planeten Sullust – ein von aufgeworfenem Vulkangestein geprägtes Gebiet, das von abgestürzten Raumschiffwracks übersät ist. Am Himmel ist noch eine Schlacht im vollen Gange, während wir als Bodentruppen um die herabfallenden Pods kämpfen. Die Ausgangslage ist simpel: Pods erobern und so lange halten, bis man einen Punkt erzielt hat – danach balgen sich alle um den nächsten. Wer fünf Pods holt oder sich bis zum Ende der zehn Minuten die Mehrheit unter den Nagel gerissen hat, gewinnt.

Packshot zu Star Wars BattlefrontStar Wars BattlefrontErschienen für PC, PS4 und Xbox One kaufen: Jetzt kaufen:

Dabei entsteht ein flottes Gameplay; wer an einer Stelle herumcampt, hat kaum Chancen zu gewinnen. Die Fronten verschieben sich unaufhörlich und es macht Sinn, die Stellungen nicht direkt zu attackieren, sondern Gegnern in den Rücken zu fallen oder aus erhöhter Position auf sie zu ballern. Wenn sich kein Team einen Pod schnappen kann, kommt ein zweiter herunter.

Die Sullust-Map bietet durch das offene, aber trotzdem recht unwegsame Gelände genügend Variationsmöglichkeiten für Angriff und Verteidigung, jedoch relativ wenig Deckung. So ist man ständig auf Achse, holt sich Pods, rennt zu ihrer Verteidigung oder versucht, sie den Kontrahenten zu entreißen. Dabei umgeht ihr heiße Schlammlöcher, klettert auf Felsen und bekommt peripher die Kämpfe am Himmel mit – ein ziemlich geiles Setting! Da habe ich tatsächlich das Gefühl, ein (sehr kleiner) Teil des Star-Wars-Universums zu sein.

Star Wars Battlefront - Beta-Impressionen: Ein Zipfel der Macht

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Helden-Figuren sind keineswegs unsterblich – hier wird Luke Skywalker bearbeitet und bringt dem Schützen massig Punkte ein.
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Feinde können dank der offenen Karte immer aus allen Richtungen antanzen, was die Eroberung besonders tricky macht – aber auch spannend. Campen wird so kaum möglich. Unschlüssig bin ich mir allerdings noch, wie ich das Level-System finden soll: Mit den gewonnenen Erfahrungspunkten kaufe ich Sternen-Karten, die mit verschiedenen Fertigkeiten verbunden sind, zum Beispiel ein Jet Pack, ein Scharfschützengewehr oder auch bestimmte Granatentypen. Wenn ich in die Schlacht ziehe, muss ich mich für maximal drei dieser Karten (also ein Deck) entscheiden. Anstatt fester Klassen scheint die Spezialisierung über Kartendecks abzulaufen. Das macht Star Wars Battlefront im Vergleich zu Battlefield vielleicht variabler, aber auch beliebiger. Spielerisch erscheint es im weniger anspruchsvoll zu sein und setzt eher auf ein Run-and-Gun-Action á la Call of Duty. Neben den Decks gibt es auch bei Drop Zone aufsammelbare Marken, die mich mit Spezial-Fertigkeiten versorgen, zum Beispiel Orbital Strikes oder starken stationären Geschützen.

Star Wars Battlefront bietet viele tolle Aspekte, muss diese aber noch sinnvoll zu einem großen Ganzen verknüpfen.Ausblick lesen

Auf einsamer Mission

Ein großer Kritikpunkt vieler Battlefront-Fans ist die Abwesenheit einer Einzelspieler-Kampagne. Das will Dice mit den Missions kompensieren. Einzelne Aufträge, die allein oder kooperativ mit einem Kumpel angegangen werden. In der Beta dürfen wir eine Survival-Aufgabe auf Tatooine spielen, bei der wir stärker werdende Wellen von Sturmtrupplern abwehren müssen. Im fertigen Spiel wird es bis zu 15 Wellen geben, in der Beta zocken wir jedoch nur bis zur Angriffswelle 6, was keine zehn Minuten dauert. Die Feinde rücken dabei aus allen Richtungen an, stellen sich meist nicht besonders geschickt an – zumal die Karte massig Platz bietet, um sich taktisch zu positionieren oder einen Rückzug anzutreten. Auch erobert man nebenbei Drop Pods, um Spezialfertigkeiten (etwa Geschütze) zu ergattern und die AT-STs, Scharfschützen, Stromtrooper oder TIE Fighter abzuwehren. Kann man machen, aber auf Dauer ist dieser Spielmodus wohl zu repetitiv.

Weitere Infos rund um das Star-Wars-Universum findet ihr auf unserer Fanseite Star Wars Planet.