Ridley Scott kann Science-Fiction. Das hat er mehrmals in seiner Karriere bewiesen. Alien, Blade Runner und Der Marsianer - Rettet Mark Watney, um nur einige zu nennen. Und doch sieht er sich als völlig falsche Wahl für einen Star-Wars-Film an. Warum, erklärte er in einem Interview.

Star Wars - Ridley Scott: Warum er eine denkbar schlechte Wahl für Star Wars wäre

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Ridley Scott ist ein Vielfilmer par excellence
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Abgesehen davon, dass man als Regisseur eines Star-Wars-Films, so wie die Dinge momentan laufen, sich erst dann sicher sein kann, auch tatsächlich als Regisseur in den Credits zu stehen, wenn der Film in den Kinos läuft, ist es mit Sicherheit ein Traum vieler Filmemacher, zur wohl erfolgreichsten und größten Science-Fiction-Saga beitragen zu können. Nicht so Ridley Scott, der 80-jährige Vielfilmer mit in den letzten Jahren eher schwankender Qualität hält sich selbst für eine zu gefährliche Wahl als Regisseur für einen Star-Wars-Film, wie er nun in einem Interview verriet.

Ein Sturkopf

"Weil ich ganz genau weiß, was ich tue", lacht Scott auf die Frage, ob ihn Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy bereits kontaktiert habe. "Ich denke, sie wollen alles unter Kontrolle behalten. Und ich will ebenfalls alles unter meiner Kontrolle behalten. Wenn man sich einen Kerl holt, der einen Low-Budget-Streifen gedreht hat und ihm auf einem Mal 180 Millionen Dollar anvertraut, ergibt das doch überhaupt gar keinen Sinn. Es ist verdammt dämlich. Wisst ihr, was die Nachdrehs kosten? Millionen! Millionen! Man kann mich für meine übliche Gage buchen, die hoch ist, aber ich werde das Budget nicht überschreiten und ich werde den Termin einhalten. Genau hier kommt die Erfahrung ins Spiel, so einfach ist das. Man kann so dabei so stumpfsinnig werden wie ein Tellerwäscher, aber zur gleichen Zeit, wenn man wirklich erfahren ist und weiß, was man tut, ist es auch verdammt essentiell."

Damit spricht Scott in gewisser Weise durchaus auf die Problematik bei Lucasfilm an. Denn die von diversen Star-Wars-Projekten geschassten Herren Josh Trank, Colin Trevorrow und das Regie-Duo Chris Miller und Phil Lord sind ausnahmslos Regisseure, die klein anfingen und direkt in den Regie-Olymp mit hunderte Millionen Dollar teure Produktionen katapultiert wurden. Bei Colin Trevorrows Jurassic World ging das gut, bei Josh Tranks Fantastic Four nicht.

Scotts Rat: "Wachst hinein, Schritt für Schritt. Startet bei Low-Budget, steigert euch ein wenig weiter. Nach vielleicht 20 Millionen Dollar kann man dann ein Projekt mit 80 Millionen Dollar verantworten. Aber nicht eines, das auf einmal 160 Millionen Dollar kostet." Definitiv ein Problem, das Scott in dem Zusammenhang bestätigt, ist die Tatsache, dass es aktuell kaum mehr mittelpreisige Filme im Rahmen von 50 bis 60 Millionen Dollar mehr gibt. Entweder handelt es sich um ein Low-Budget-Streifen bis 20 Millionen Dollar oder gleich um ein 160-Millionen-Dollar-Monster. "Das bringt einen um", so Scott.

Scotts eigene Erfahrung aus mehreren Jahrzehnten der Filmkunst zahlt sich aus. Der Marsianer - Rettet Mark Watney, führt er an, brauchte nur 72 Drehtage, normal wären 100 gewesen. Alles plane er bis ins kleinste Detail. Seine Storyboards sind jedes Mal für sechs Millionen Dollar versichert - so wichtig sind sie.