Kann dieses Spiel die Brücke zwischen dem ersten Reboot von Captain J.J. „Lens Flare“ Abrams und dem bald startenden „Into Darkness“ schlagen? Die ersten Minuten auf einem Londoner Event sagen Ja: Explosionen erschüttern die Enterprise, Crew-Mitglieder stolpern panisch umher. Zwei rudern mit den Armen, winken Spock und Kirk zu sich her und werden von einem hässlichen Gorn gegen die nächste Wand geklatscht.

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Das giftgrüne Biest ist gut drei Meter groß, Brust, Arme und Schwanz interessanterweise mit einem Plattenpanzer, den er sich wohl von Brad Pitt aus Troya ausgeliehen hat, und wütet wild um sich. „Werden wir jetzt technisch gesehen angegriffen, Spock?“. „Der Feind hat den Angriff eingeleitet, laut Gesetz der Sternenflotte dürfen wir die Gewalt erwidern“, antwortet der Vulkanier.

„Warum nicht gleich so?“, herrscht ihn Kirk an. „Entschuldigen Sie, Captain, aber laut Protokoll sind wir gehalten, jeden Angriff zuerst zu melden und auf weitere Anweisungen zu warten“. „Dann sind wir tot, Spock. Tote können sich nicht mehr an Protokolle halten“. Hach, herrlich, auch im offiziellen Videospiel funktioniert die Zankerei zwischen Kirk und Spock.

Star Trek: The Game - J.J. Abrams, Star Trek und The Big Bang Theory im Koop

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Phaser knallen, Spock und Kirk streiten wie ein altes Ehepaar. Die Atmosphäre Marke J.J. Abrams funktioniert.
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Paramount spielt mit

Laut Brian Miller, Vice President des Filmstudios Paramount (Flight, Jack Reacher, G.I. Joe Retaliation), versucht der Hollywood-Gigant alles, „um nicht die gleichen Fehler zu machen wie die meisten anderen Filmversoftungen: „Die Geschichte schlägt die Brücke zwischen unserem Reboot und Into Darkness, sie muss im Kanon funktionieren“, erklärt er. „Deswegen arbeiten am Spiel Teile des Autorenteams des Films mit, wir bringen alle Schauspieler per 3D-Scanner ins Spiel und lassen jeden einzelnen seine Rolle sprechen“.

Für Fans dürfte das ein echter Pluspunkt sein, denn Chris Pine spielt den überheblichen, draufgängerischen Kirk genauso überzeugend wie im ersten Film. Gut, er wird vermutlich nie an William Shatner herankommen, aber den Fanboy-Krieg dürft ihr dann in den Kommentaren ausfechten. Zachary Quinto jedenfalls übernimmt den oberkorrekten Part von Spock, der sich nach „The Big Bang Theory“ anfühlt, und „Mission Impossible: Phantom Protokoll“-Star Simon Pegg spielt Scotty hervorragend.

Packshot zu Star Trek: The GameStar Trek: The GameErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Etwa als nach dem Angriff jede Menge Verletzte die Enterprise säumen, Kirk und Spock ihre Wunden lecken und er unter seinem Pult hervorgekrochen kommt und sagt: „Hab ich was verpasst?“. Der erste Blick aufs Star-Trek-Spiel ist also positiv, nur das Special-Effects-Team war offensichtlich im Urlaub. Explosionen fehlt es an Wucht, Feuereffekte wirken wie eine aufgemalte Textur und fallen irgendwie kantig aus.

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J.J. Abrams will uns mit Into Darkness „zum Weinen bringen“. Von der deutlich düstereren Atmosphäre ist im Spiel aktuell wenig zu merken.
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Kirk & Spock: Ein unzertrennbares Koop-Duo?
Paramount und Namco Bandai springen auf den Koop-Zug, der spätestens seit dem Erfolg von „Gears of War“ durch die Games-Lande fährt. Ergo habt ihr die Wahl zwischen Spock und Kirk. Als Vulkanier versucht Spock Gewalt eher zu vermeiden und ist der Leisetreter. Mit einem Stasisfeld versetzt er seine Gegner in Schockstarre und tänzelt um sie herum. Außerdem kann er die Gedanken der Gorn kontrollieren und so den ehemaligen Feind zum ballernden Verbündeten machen.

Ganz praktisch, allerdings fällt das Spiel damit noch eine Spur leichter aus, als es ohnehin ist. Kirk ist der klassische Elitesoldat, feuert zu Beginn mit einem Phaser und rüstet später auf Phaser-Sturmgewehre auf. Außerdem hat er seinen berühmten Tricoder dabei und kann damit jederzeit auf Knopfdruck die Gegend scannen.

Spielt sich gut, mit genug Abwechslung durchs Ballern, Klettern und Hacken, die Chemie der Crew stimmt und für den ein oder anderen Gag ist gesorgt.Ausblick lesen

Wer sich das Erkunden der Enterprise, der Solar1-Raumstation der Vulkanier oder den Heimatplaneten der Gorn sparen will, aktiviert einfach den Scanner und bekommt dann alle Objekte angezeigt, mit denen er interagieren kann. Wollen wir eine Tür öffnen oder ein Sicherheitssystem hacken, müssen wir ein simples Minispiel lösen und schon heißt es „Sesam öffne dich“.

Ein Hauch Uncharted und Star Wars 1313

Wenn Phaser-Feuer durch die heiligen Hallen der Enterprise fegt, fühlt sich das schon ein bisschen an wie in „Star Wars 1313“, sieht natürlich nicht so gut aus, aber auch nicht so schlecht. Skurrilerweise enttäuschen nur die Spezialeffekte, der Rest wirkt wie aus einem Guss. Insbesondere die Enterprise ist schick durchgestaltet, verfügt über einen leicht spiegelnden Boden, zahlreiche Aufzüge mit Touchpads und ein schickes Holo-Deck. Alles sieht gut aus, bis der Zerstörungswahn eintritt.

Wenn eine halbe Brücke weggesprengt wird, dann muss die Grafik-Engine richtig Power unter der Haube haben. Gleiches gilt für Außeneinsätze in Raumanzügen. Dead Space 3 hat gezeigt, wie fantastisch man eine solche Außenansicht in Szene setzen kann. Wer erinnert sich nicht gerne an diesen Moment, als sich das riesige Versorgungsschiff im All in den Vordergrund drängt und im Licht eines Sterns geheimnisvoll leuchtet?

Das bekommt die Engine des Star-Trek-Spiels nicht auf die Reihe, was sehr schade ist und viel Atmosphäre kostet. Gut funktioniert hingegen die Mischung aus Ballern und Klettern. Immer wieder müsst ihr an Balustraden hangeln, über Abgründe springen oder auch mal in einem Generatorschacht kraxeln, wo es richtig tief nach unten geht.

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Wie ein altes Ehepaar: Das Spiel lebt von den Zankereien zwischen dem draufgängerischen Kirk und seinem oberkorrekten ersten Offizier Spock.
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Auch gute Ideen zeigt das Entwicklerteam, etwa wenn ein Leck im Schiff dafür sorgt, dass plötzlich Schwerelosigkeit in einer großen Kabine herrscht. Wir können dann mit dem Phaser auf Tische schießen und so gleich zwei Gorn-Aliens vernichten. Allerdings gab es zumindest in den zwei Missionen recht wenige Gegner. Da dürfte gerne noch etwas mehr Schlachtgefühl rein, wenn die Gorn die Enterprise entern.

Kein Resi-Türöffner, Koop-Rätsel und Pimp my Spock

Der Koop-Modus ist nicht unbedingt ein zentrales Element, man merkt hier schon, dass der Titel auch alleine funktionieren soll. In der Regel ballern wir uns via Splitscreen (auch in stereoskopischem 3D) oder online via Xbox Live, PSN respektive Steam mit einem Kollegen oder KI-Kameraden durch die Level, hangeln hier und klettern da. Wir haben aber zumindest bis jetzt kaum Szenen erlebt, wo die Koop-Charaktere wirklich zusammenarbeiten müssen.

Das klassische „Du kletterst da hoch, gehst da lang und öffnest diese Tür für mich“ aus Resident Evil wird es laut Produzent geben, aber eher die zweite Geige spielen. Wichtig ist der Kooperativansatz nur für einige Rätsel, beispielsweise wenn wir einen Reaktorkern deaktivieren sollen und vorher vier gigantische Rotoren stilllegen müssen. Der Spock-Spieler schießt hier auf das Sicherheits-Relais am einen Ende des drehenden Rotors und Kirk muss direkt danach das Sicherheits-Panel am anderen Ende mit seinem Tricorder hacken.

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Wird's richtig große Weltraumschlachten Enterprise versus Schiffe der Gorn, Klingonen & Co. geben? „Absolut, sonst wäre es kein Star Trek“, sagt der Vice President von Paramount.
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Gute Teamabsprache ist hier ein Muss, mit der K.I. hat's nicht ganz so gut funktioniert wie mit einem Kollegen im Koop-Modus. Ansonsten mimt die K.I. allerdings gerne den Abräumer: Wenn wir nicht aufpassen, räumt Koop-Spock die halbe Enterprise alleine leer. Gott sei Dank gibt's für Abschüsse, gemeisterte Rätsel und einige optionale Jobs wie die Rettung der Crew vor einem Flammeninferno Erfahrungspunkte.

Die investieren wir in Munition mit mehr Kaboom-Faktor und zusätzliche Feuermodi, die uns drei Phaser-Strahlen gleichzeitig abfeuern lassen. Wer lieber den Vulkanier raushängen lassen will, zieht sich Schuhe an, die die Lautstärke dämpfen wie in „Splinter Cell: Blacklist“, oder schaltet ein Analysetool frei, das ähnlich wie in „Fallout: New Vegas“ anzeigt wo die Panzerung des Gorn-Anführers am schwächsten ist. „Lebe lang und in Frieden“. Oder so.