Wir kennen alle das viel zitierte Star-Trek-Technobabble um Warpspeed, "Beam me up, Scottie" oder die berühmt-berüchtigte Phrase vom "Riss im Raum-Zeit-Kontinuum". Obwohl all das schon kalter Kaffee ist, der längst Teil der modernen Sprache geworden ist, sind Filme und Serien aus unserer Kulturhistorie nicht mehr wegzudenken.

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Wenn man aber an die unzähligen Spiele denkt, fehlt - abgesehen von wenigen Ausnahmen - den meisten Games unter dem Banner "Star Trek" fast immer eines: Klasse. Ob sich das mit dem nächsten Versuch ändert?

Zumindest ist es das erklärte Ziel von Namco Bandai, Star Trek so authentisch wie möglich im Videospielformat abzubilden. Um das zu realisieren, haben sich die Entwickler mit dem Team zusammengetan, das für den letzten Kino-Film von 2009 verantwortlich zeichnet.

Auf diese Weise haben die Spielemacher Zugriff auf alle wichtigen Mitarbeiter wie Drehbuch-Schreiberlinge, Effekt-Experten, Kreaturen-Designer oder Produzenten.

Endlich wieder ein Star-Trek-Spiel, auf das ich mich freuen kann!Ausblick lesen

Die Video- und Grafikprofis sorgen beispielsweise für die originalgetreue Umsetzung der "Enterprise", bei der kein Detail verloren gehen soll. Auch der Soundtrack-Komponist ist quasi mit an Bord und schreibt sogar neue Musikstücke für das - so verspricht "Game Producer" Brian Miller – „ultimative Star-Trek-Game“.

Star Trek: The Game - Uncharted im All

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Leider werden wir die Enterprise nicht selber durchs All steuern dürfen.
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Kirk + Spock = Kock?

Und als Sahnebonbon leihen auch alle wichtigen Schauspieler wie Zachary Quinto (Spock) und Chris Pine (Kirk) ihren digitalen Pendants Aussehen und Stimmen, womit eine vollumfängliche Umsetzung der Charaktere gewährleistet werden soll. Laut Miller bringen die Darsteller sogar einen großen Teil Eigeninitiative mit. Quinto habe beispielsweise Dialoge verbessert, indem er kritisierte: "Spock hätte das so niemals gesagt." In dieser Detailversessenheit der Entwickler liege auch der Grund, weshalb das Spiel so lange (ca. drei Jahre) bis zur Fertigstellung brauche, so die offizielle Aussage.

Packshot zu Star Trek: The GameStar Trek: The GameErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Da sich die Handlung von "Star Trek" an den Film anlehnt, oder besser gesagt die Zeit danach (vermutlich als Brücke zum nächsten Film), stehen Kirk und Spock - das hat der blaublütige Vulkanier in euch sicher bereits logisch kombiniert - im Mittelpunkt des Geschehens. Sie zeigen in gewisser Weise die zwei Seiten einer Persönlichkeit: Spock, gibt den kühlen, überlegten Logiker (fast) ohne Emotionen, wohingegen Kirk den stets angriffslustigen Kapitän mimt, der keiner Konfrontation aus dem Weg geht.

Star Trek: The Game - Uncharted im All

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Gelegentlich kommt der Gedanke von „Uncharted im All“ auf.
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Das wird entsprechende Auswirkungen auf den Spielablauf haben, der stark auf den Koop-Gedanken ausgerichtet ist. So gegensätzlicher Natur die beiden Starfleet-Charaktere sind, so sehr sind sie auch voneinander abhängig und ergänzen sich spielerisch. Für euch sollen sich mit der der Wahl der Spielfigur zwei recht unterschiedliche Spielerfahrungen ergeben.

Wie zu erwarten verkörpert Kirk den eher schießwütigen Protagonisten, der mit den neuesten Phasern der Sternenflotte ausgerüstet in den Kampf gegen die "Gorn" zieht. Kirk und Spock unterscheiden sich jedoch nicht nur in ihrer Ausrüstung, auch ihre Talente beeinflussen die Lösung von Actionsequenzen.

Uncharted im All?

Ein Beispiel: Während Kirk sich mit Schusswaffen und harten Fäusten die Aufmerksamkeit der Feinde sichert, schleicht der wendigere Spock im Hintergrund umher und ermöglicht Zivilisten in der Zwischenzeit die Flucht. Der Vulkanier beherrscht selbstverständlich auch die Gedankenverschmelzung, mit der er an zusätzliche Informationen gelangt.

Kirk dagegen prügelt die Wahrheit lieber aus seinen Kontrahenten heraus, statt sich auf solche Spielchen einzulassen. Beide Charaktere nutzen dabei ein Deckungssystem, das Schutz vor feindlichem Beschuss und ähnlichem Unbill bietet. Ob das so intuitiv funktioniert wie in aktuellen Actionspielen, bleibt zunächst offen.

Ein weiteres Feature soll die intensive Interaktion mit der Umgebung sein, die Kirk und Spock auf verschiedenste Weisen zu ihrem Vorteil nutzen können, indem sie etwa ihre technischen Gadgets einsetzen. Oder knifflige Momente eben im Stile von "Uncharted" lösen, wenn sie nahezu unüberwindbare Hindernisse eben doch dank ihrer Agilität bezwingen. Miller räumt auch freimütig ein, dass sich das Team von Spielen wie Arkham City (Nahkampfsystem) oder "Uncharted" inspirieren lasse.

Doch jeder "Trekkie" weiß, dass Gewalt in Star Trek eigentlich immer nur die "Ultima Ratio" ist (außer bei den Klingonen...) und Ballern nicht an der Tagesordnung stehen sollte. Die gamona-Sorge, die Ballereinlagen würden deutlich in der Überzahl sein, will Namco entkräften: Rätsel, Puzzle und Erforschung der Gegend - etwa mit einem "Tricorder" - sollen selbstverständlich integraler Bestandteil der Spielmechanik sein. Mithilfe des Scanners erhaltet ihr Informationen über die Planeten und Spezies, die ihr besucht und denen ihr im All begegnet.

Star Trek: The Game - Uncharted im All

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Zwei Spiel-Erlebnisse: Während Kirk ballert, agiert Spock eher im Hintergrund.
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In der Regel sind Spock und Kirk in vielen Situationen voneinander abhängig, Probleme müssen also als Team gelöst werden. Ziemlich schade ist allerdings, dass Miller allen Weltraum-Piloten eine Abfuhr erteilt. Wie es aussieht, dürfen wir die Enterprise nicht selber durchs All steuern. Das Schiff sei ein "Charakter", behauptet der Producer, und daher nicht steuerbar.

Wer dabei nicht auf einen KI-Partner vertrauen möchte, greift auf menschliche Mitspieler zurück, die jederzeit per Drop-in/Drop-out ins laufende Match einsteigen können. Je nachdem, für wen ihr euch entscheidet, soll sich das Game entsprechend anders entwickeln, ein zweiter Durchlauf in der alternativen Rolle also lohnenswert sein.

Zu meinem Bedauern soll es laut Miller aber leider keine Mehrspieler-Pläne geben. Nicht, weil jedes Spiel unbedingt einen solchen Modus bräuchte, sondern weil ich den Multiplayer-Modus von "Voyager: Elite Force" verdammt gerne gespielt habe.