„Movie games suck!“ Diese Worte kommen aus dem Mund von Brian Miller, seines Zeichens Game Producer bei Paramount Pictures und dort u.a. verantwortlich für „Star Trek“, das Spiel zum Enterprise-Reboot von J.J. Abrams.

Star Trek: The Game - Launch-Trailer7 weitere Videos

Und der Beweis für seine These steht eigentlich gleich eine Tür weiter, wo uns im Anschluss darauf in einem Hotelzimmer in Las Vegas das Spiel zum Film „Madagascar 3“ präsentiert werden wird. Film und Spiel – das wird an diesem Beispiel wieder offensichtlich – sind doch wie Männlein und Weiblein: der eine vom Mars, die andere aus Galaxien, die nie ein Mann zuvor gesehen hat…

Doch statt den Schwanz einzuziehen, habe man das vermeintliche Problem bei Entwickler Digital Extremes als Herausforderung verstanden und diese angenommen. Wichtigste Gleichung in der Erfolgsformel, wie sie auch schon z.B. Knights of the Old Republic, Batman Arkham City oder Indiana Jones and the Fate of Atlantis gelöst haben: Statt die Geschichte der Vorlage nachzuerzählen und dabei ins Stottern zu geraten, nimmt sich „Star Trek“ lediglich deren Stützpfeiler, wie das ausgearbeitete Universum und die starken Charaktere, und baut darauf sein eigenes Story-Gerüst.

Army of Two

Wie genau dies aussehen wird, werde man wohl frühestens auf der E3 im Sommer bekannt geben. Auch der Bösewicht wird dort vermutlich enthüllt werden, um den Namco Bandai ein solches Geheimnis macht, dass Großes zu erwarten ist. Vielleicht sogar Khan?

Sicher ist nur, dass das Spiel in etwa zeitgleich zum nächsten Film über die Flegeljahre von Kirk, Spock, Pille und Co. erscheinen wird. Spielerisch stützt sich „Star Trek“ voll und ganz auf die Koop-Erfahrung und das pointierte Wechselspiel zwischen dem temperamentvollen Captain der Enterprise und seinem besonnenen Ersten Offizier.

Star Trek: The Game - Geht ab wie Warp 9

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 110/1121/112
Kirk und Spock als Koop-Dreamteam.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

„Star Trek wird ein Buddy-Movie zum Mitspielen“, nennen das die Verantwortlichen und deuten damit auf das Kernelement des Spiels. Denn wo andere Koop-Titel sich mit der gemeinsamen Spielerfahrung begnügen, bezieht Star Trek seine Dynamik aus den unterschiedlichen Charakteren, ihren verschiedenartigen Vorgehensweisen und dem humoristischen Schlagabtausch zwischen ihnen.

Packshot zu Star Trek: The GameStar Trek: The GameErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Als Kirk nach einem haarsträubenden Sprung mehrere hundert Meter durch das Vakuum des Alls von einem Shuttle auf das Deck der havarierten Enterprise etwas tollpatschig in einem Kistenstapel landet, wiegelt er verschämt ab: „Spock, es wäre nett, wenn diese Kleinigkeit in Ihrem Bericht nicht auftauchen würde.“ – „Es tauchen nur relevante Informationen in meinem Bericht auf, Captain“, antwortet dieser in seiner typisch trockenen Art und Weise.

Manchmal sind es nur Nebensächlichkeiten wie diese, Gesten, Blicke, kleine humoristische Spitzen, die eine fiktive Welt und die Personen darin lebendig scheinen lassen. Digital Extremes hat verstanden, dass sich die Faszination „Star Trek“ nicht aus Warpkernbrüchen und Aliens mit Gumminasen speist, sondern aus dem Aufeinanderprallen extremer Charaktere entsteht.

Spocktherapie

„Kirk ist in seinem Vorgehen ganz der Cowboy“, erklärt Sheldon Carter, Creative Director des Spiels. „Geradlinig, action-orientiert, jemand, der erst handelt und dann nachdenkt.“ Spock dagegen repräsentiert das genaue Gegenteil. „Spock ist eher eine Art Weltraum- Ninja.“ Besonnen, lautlos, einer, der aus der Distanz das Geschehen analysiert und dann möglichst überlegt vorgeht.

Faszinierend! Star Trek als Buddy-Movie zum Mitspielen – das geht ab wie Warp 9.Ausblick lesen

Dies soll derart unterschiedliche Spielweisen ermöglichen, dass sich im Singleplayer-Modus ein hoher Wiederspielwert ergibt. Während Kirk gerne einfach drauflos ballert, scannt Spock zunächst die Lage mit dem Tricorder, setzt andere Waffengattungen ein, geht möglichst gewaltlos vor. Dennoch steht Teamwork an oberster Stelle.

Als Kirk nach einer wilden Schießerei im Hangar der schwer beschädigten Enterprise getroffen zu Boden geht, hilft Spock ihm auf, schultert den verletzten Freund und schleppt ihn dergestalt in Richtung Krankenstation. Während der Spock-Spieler nun das Duo humpelnderweise durch’s Schlachtgetümmel lenkt, wehrt Kirk mit seinem Phaser die nach wie vor anstürmenden Feinde ab.

Star Trek: The Game - Geht ab wie Warp 9

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/3Bild 110/1121/112
Während die havarierte Enterprise führerlos im All treibt, wagen Kirk und Spock den waghalsigen Absprung zu ihrer Rettung.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Um uns herum sprühen Funken, bersten Rohre in der Wand. Die Enterprise wurde offenbar von einer feindlichen Spezies schwer beschädigt und geentert. Am Boden liegt ein „Red Shirt“, ein toter Sicherheitsoffizier – ein Running-Gag im „Star Trek“-Universum, mussten doch in der TV-Serie bei brenzligen Situationen schon häufig jene rot bekleideten Crewmitglieder dran glauben, um dem Zuschauer zu vermitteln, dass die aktuelle Situation wirklich, wirklich gefährlich ist. „Das darf auf keinen Fall fehlen“, lacht der Paramount-verantwortliche.

Auf der Krankenstation dann dasselbe Bild: Während Spock per Minispiel die Verletzungen seines Freundes verarztet, hält dieser auf der Pritsche liegend unablässig herannahende Feinde in Schach. Doch ohne Erfolg – die Übermacht ist zu groß. Die beiden werden überwältigt, gefangen genommen und auf die Brücke verschleppt. Dort soll Kirk die Kontrolle über das Schiff an den siegreichen Gegner übergeben.

Doch der Hitzkopf geht natürlich nicht auf den Schweinedeal ein, sondern zaubert ein plötzliches Ass aus dem Ärmel: Per Funk befiehlt er das nahe Shuttle auf Kollisionskurz mit der Enterprise, lässt es direkt in die Brücke prallen und entlässt damit seine Feinde in einer ähnlich spektakulären Zwischensequenz wie die berühmte Szene aus Dead Space in die Kälte des Vakuums…