Elite Force II Test
(von Daniel Räbiger)

Wir schreiben das Jahr 2388. Auf der Erde feiert man ein ganz besonderes Jubiläum: Den zehnten Jahrestag der Heimkehr des Raumschiffs Voyager und seiner Besatzung. Unter den Würdenträgern der Feier zu Ehrung vergangener Zeiten befindet sich

Nach diesem Intro blendet das Spiel in die zweite Hälfte des Handlungsbogens der TV-Episode »Endspiel« zurück. Die U.S.S. Voyager steckt in den Fängen einer Borgsphere. Nun ist der Spieler an der Reihe: In der Rolle von Alexander Munro kämpfen Sie sich mit dem Hazard-Team durch den Kubus und versuchen verzweifelt das Dämpfungsfeld zu deaktivieren, welches die Voyager umgibt.

Unter massivem Feuereinsatz, einer Handvoll Tüfteleien mit dem Tricorder und viel Geschick gelingt dies auch zu guter Letzt. Doch wer sich zurück auf der Voyager in Sicherheit wiegt, liegt falsch: Die Entwickler haben vor den Abschluss des ersten Kapitels den wohl schauderhaftesten Borg der ganzen Serie gesetzt. Der übergroße Mutant wird aber nach einiger Zeit niedergestreckt und das eigentliche Abenteuer könnte beginnen ...

Im Ruhestand?
Doch drei Jahre später findet sich Munro als Kadettenausbilder an der Akademie der Sternenflotte wieder.

Mit der Begründung, im friedlichen Alpha-Quadranten werden keine Hazard-Teams mehr gebraucht, hat ein Bürokrat den zum Leutnant beförderten Kämpfer in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Gut, dass er zufällig Captain Picard (Serien-authentisch gesprochen von Ernst Meincke) über den Weg läuft. Dieser zeigt sich überrascht, dass man das Team aufgelöst hat und heuert Sie für seine Enterprise an. Überglücklich trommeln Sie die alte Mannschaft zusammen und gehen an Bord.

Endlich wieder Action!
Dort erwartet den Spieler ein gigantisch konstruiertes Schiff. Und bei dem ist alles - vom großen Shuttle-Hangar bis hin zu den kleinsten Türkonsolen - so, wie Sie es aus den Kinofilmen kennen. Sogar den aus »Star Trek 10: Nemesis« bekannten, neuen Tricorder bekommen Sie in die Polygon-Hände gedrückt.

Auf einem Streifzug durch die Enterprise können Sie zahlreiche Crewmitglieder belauschen.

Bis es plötzlich heißt: »Mr. Munro, bitte kommen Sie ins Besprechungszimmer.« So beginnt der große Handlungsstrang rund um die bösartigen Exomorphe.Die Feuerprobe des wiedervereinten Hazard-Teams soll auf der U.S.S. Dallas stattfinden. Deren Besatzung hat vor einigen Tagen einen SOS-Ruf losgeschickt, seitdem herrscht Funkstille. Nun sollen Munro und seine Crew die Untersuchungen leiten. Was sich anfangs einfach anhört, gestaltet sich bald schwerer als gedacht - ein Schiff voller Leichen und dunkler Jeffries-Röhren wartet auf den Spieler.

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Visuell umgesetzt wurde das Spektakel mit der bekannten Q3-Team-Arena-Engine. Die hat Ritual Entertainment allerdings mit den so genannten UEBER-Tools gehörig aufpoliert. Die selbst entwickelten Erweiterungen ermöglichen weitflächigere Außengebiete, höhere Polygon-Zahlen bei Spielermodellen und Levels sowie schönere Special-Effects.

Und das sind nicht nur leere Worte der Entwickler: Hier zerbersten ganze Schiffsteile, dort zerlegt ein platzierter Quantentorpedo einen Geschützturmder feindlichen Übermacht und vor dem Lauf der Föderations-Pumpgun zerplatzt effektvoll ein Exomorph-Alien in einer Fontäne aus grünem Schleim.

Die liebe Liebe ... ... macht auch vor »Elite Force 2« nicht Halt. Ihr Protagonist darf sich im Spielverlauf zwischen zwei holden Weiblichkeiten entscheiden.

Trifft man sich zwischen den Missionen lieber mit der leicht bekleideten idryllischen Wissenschaftlerin in der romantischen Sternwarte oder begibt man sich lieber zur alten Kollegin Telsia in die Bar, um über vergangene Zeiten zu plauschen?

Egal wie Sie sich entscheiden, von der anderen Damen bekommen Sie immer eine Standpauke.

Geschickt eingesponnen sind außerdem die sozialen Beziehungen der restlichen Crew.

Neue Waffen
Der neue Teamkollege Kourban bringt - neben der gehörigen Portion klingonischer Mentalität - alle paar Missionen eine unbekannte Waffe mit. Die modifiziert er, während Sie sich mit den oben angesprochenen Damen vergnügen oder das Schiff erkunden.

Im Spielverlauf erhalten Sie deshalb nicht nur eine verbesserte Variante des Quantenstoßes, sondern auch einige fremdartige Waffen, wie die attrexianischen Armbrust, die blaue Blitze verschießt, den tödlichen, romulanischen Disruptor oder die attrexianische Variante einer Gatling Gun.

Intelligente Gegner
Künstliche Intelligenz wird bei »Elite Force 2« groß geschrieben. Die meisten der anzutreffenden Gegner agieren sehr geschickt, gehen hinter Kisten und Säulen in Deckung oder laufen sogar mal davon.

Lediglich die zahlreichen Exomorphe, die man im ersten Drittel des Spiels vermehrt antrifft, verhalten sich sehr dumm und laufen zielstrebig in den Lauf des Sturmgewehrs. Doch im Multiplayer-Modus zeigt sich dann, zu was die computergesteuerten Bots fähig sind: »Capture the Flag« macht sogar ohne menschlichen Mitstreiter Spaß, und im »Deathmatch« sind die über 24 wählbaren Gegner eine harte Nuss. Auch die Wegfindungs-Routine, im ersten Teil noch ein großes Ärgernis, wurde verbessert. Frei nach dem Motto »macht dem Chef Platz«, weichen die Teamkameraden zur Seite und lassen Sie - auch in engen Gängen - passieren. Vorbei sind die Zeiten, als man in einer Tür feststeckte und weder nach vorne noch nach hinten gehen konnte.

Prima gelungen ist auch das Teamplay: Während Sie mit dem Tricorder versuchen, die Hauptenergie in der gestrandeten U.S.S. Dallas wiederherzustellen, wehren die Teamkameraden die anrückenden Exomorphe ab.

Deutsche Version
Das Sorgenkind jedes Shooter-Fans ist die eingedeutschte Fassung. Zu oft schon wurde das Spielgeschehen verstümmelt, Dialoge geändert und ganze Sequenzen weggelassen, um dem deutschen Jugendschutzgesetz gerecht zu werden. Für »Elite Force 2«, darf Entwarnung gegeben werden. Das Spiel besitzt zurecht eine »Ab 16«-Einstufung. Es bietet ähnliche Grusel-Elemente wie die Kinofilme, aber auch alle wichtigen Dialogelemente, die Fans lieben und schätzen. Synchronisiert wurde das Ganze sehr gelungen von den Originalsprechern der Fernsehserien. Sobald Sie als Spieler eine gewisse Toleranzgrenze bei der Befragung überschreitet, oder nicht-ethnische Methoden anwenden, werden Sie vom Aufsichtspersonal inhaftiert.