Pünktlich zum neunjährigen Jubiläum des asiatisch geprägten Rollenspiels Star Ocean: The Second Story veröffentlicht Square Enix demnächst die Neuauflage mit dem Titel Star Ocean: Second Evolution. Remakes sind ja angesagt, und Teil eins wurde bereits vor wenigen Monaten neu abgefrühstückt.

Diesmal hat man sich als Plattform die PSP ausgewählt, auf der man die teilweise von Star Trek inspirierte Story erneut nacherleben darf. Wir haben uns für euch in das intergalaktische Abenteuer gestürzt.

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Lichtschwerter gibt es in Star Trek bekanntlich nicht, dafür aber Phaser. Und diese futuristische Waffe spielt recht schnell eine entscheidende Rolle in Star Ocean: Second Evolution. Wählt ihr zu Beginn nämlich den männlichen Hauptcharakter namens Claude, seines Zeichens Fähnrich des Raumschiffs Calnus, verschlägt es euch bei eurer ersten Mission sogleich aufgrund eines Risses im Raum-Zeit-Kontinuum auf einen unerforschten Planeten.

Star Ocean 2: Second Evolution - Square Enix setzt (Sternen-)Staub an

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Die Städte sind recht ansehnlich.
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Trotz der aus Star Trek entlehnten "Ersten Direktive", die es verbietet, hochstehende Technologien auf rückständigen Planeten einzusetzen, rettet man mithilfe des Phasers sogleich das Mädchen Rena aus den Fängen eines Monsters. Der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel, dafür wird man jedoch sogleich als der lang erwartete Held mit dem "Schwert aus Licht" auserkoren. Womit die Grundlage für das Rollenspiel-Abenteuer gelegt ist.

Prachtvolle Zwischensequenzen

Inhaltlich hat sich somit im Vergleich zum Original kaum etwas geändert. Auch anno 2009 dürft ihr alternativ zum männlichen Helden Claude in die Rolle der mysteriösen Rena schlüpfen, die mit Heilkräften ausgestattet ist und auf der Suche nach ihren wahren Eltern ist. Für wen auch immer man sich entscheidet, die Unterschiede in der etwa 30-stündigen, üppigen Hauptkampagne sind eher gering. Lediglich der Anteil des früher ausufernden Backtracking wurde glücklicherweise deutlich zurückgedrängt.

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Allzu hübsch sind die Dungeons nicht ausgefallen.
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Optisch wurde das RPG aufgepeppt, doch so richtig überzeugen kann es aufgrund häufig unscharfer Darstellung der 3D-Szenarien nicht wirklich. Zudem wirkt die Landschaft außerhalb der Städte sehr dröge und leblos. Langweilig wirken vor allem die Kampf-Arenen, in denen der Grafikspeicher wohl vor allem für die Effekte verwendet wird und damit für die Umgebung kaum etwas übrig bleibt. Das gilt allerdings nicht für die aktualisierten und neuen Zwischensequenzen von I.G., die richtig prachtvoll daherkommen und einiges aus der PSP herausholen.

Solides Remake, das nur in den Zwischensequenzen Glanzlichter setzt.Fazit lesen

Wie es sich für ein Rollenspiel gehört, bietet Star Ocean: Second Evolution eine Fülle von Haupt- und Nebenquests, in denen die mit maximal vier Charakteren ausgestattete Gruppe diverse Abenteuer erlebt. Häufig geht es darum, verlorene Gegenstände zu finden oder an Informationen zu gelangen. Nebenbei sammelt man eine Vielzahl von wertvollen Items, die eure Charaktere stärker machen.

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Nein! Nicht noch ein ellenlanger Dialog!
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Durch die vielen Random Encounters, also zufällig generierte Kämpfe, steigen die Hauptfiguren schnell Stufe um Stufe auf und gewinnen dadurch stetig an Macht. Dies wird durch ein schwer zu durchschauendes Dickicht von kaum erklärten Fertigkeiten und Spezialfähigkeiten erweitert, durch die man zwar die Spielfiguren nach seinem Geschmack trainieren kann, große Auswirkungen auf die Kämpfe hat dies im Endeffekt jedoch kaum.

Dumm kämpft gut

Das liegt jedoch weniger am unübersichtlichen Skillsystem, sondern eher an den Kämpfen selbst. Die KI-Kontrahenten agieren meist ziemlich vorhersehbar bis dümmlich und machen das Siegen in der Regel einfach. Ihr steuert in kleinen 3D-Arenen den Hauptcharakter und bearbeitet die Feinde mit speziellen Skills (solange die Energie reicht) oder stürzt euch in den Nahkampf, wo meist allein Geschwindigkeit entscheidet: Button-Mashing rulz!

Was ihr alleine nicht hinbekommt, erledigen eure Begleiter, die euch entweder mit Heilsprüchen unterstützen (Rena) oder gleich mit Flächenzaubern mehrere Feinde gleichzeitig traktieren. Oft sind die Auseinandersetzungen schon nach wenigen Sekunden vorüber und die Erfahrungspunkte klimpern munter auf euer Konto. Kleinere taktische Komponenten bereichern das Gameplay zwar und ihr könnt während der Kämpfe Heil- und Manatränke zu euch nehmen, Gruppentaktiken anpassen, Gegenstände einsetzen oder euch zur Flucht entscheiden, doch letztendlich wirkt sich auch das selten auf den Ausgang aus.

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Die Optik kommt häufig unscharf daher.
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Die Kombination aus Quest- und Kampfelementen wird zusätzlich angereichert durch ein Handwerkssystem. Dieses erlaubt euch, eigene Gegenstände herzustellen, und erweitert das Gameplay dadurch für experimentierfreudige Naturen, die gerne eigene Waffen bauen oder gar das Kochen erlernen wollen. Man kann diese Komponenten jedoch auch getrost ignorieren.

Wer sich an Star Ocean: Second Evolution heranwagt, sollte jedoch nicht nur Questwillig sein, sondern auch viel Geduld mitbringen. Dialogszenen werden beispielsweise häufig endlos ausgewalzt und dauern bisweilen schon mal eine halbe Stunde an. Zwar sind sie alle tadellos vertont (uns lag eine englische Version vor), doch dummerweise kann man diese Sequenzen nicht weiterklicken bzw. überspringen. Man sollte zudem tunlichst jede sich bietende Speichermöglichkeit nutzen. Diese Chancen kommen nämlich teilweise nur recht selten vor.