Autor: Christopher Link

Nachdem sich leidensfähige Spieler Ende letzten Jahres durch die bugverseuchten Locations von "The Stalin Subway" geballert haben, steht uns noch dieses Jahr Nachschub bevor. Trotz ernüchternder Wertungen für das Basisspiel soll mit "Red Veil" ein Add-On veröffentlich werden. Ein mutiger Plan.

Wir haben das Gewehr geschultert und verraten euch, ob ihr auch um "Red Veil" besser einen großen Bogen machen solltet...

Mit den Waffen einer Frau...
Die Story spinnt den Faden des Originals weiter und versetzt Euch in die 50er Jahre des arschkalten Moskau. Im Unterschied zum ersten Teil übernehmt Ihr dabei nicht die Rolle des regimetreuen Gleb - bekannt aus Teil Eins - sondern die seiner Frau Lena. Die muss eines Tages hilflos mit ansehen, wie ihr Gatte entführt wird. Grund genug für die forsche Dame, sich auf die Suche nach dem verschwundenen Ehemann zu machen.

Stalin Subway 2 - Einmal mit Stalin U-Bahn-Fahren: Ob das Spaß macht?

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Im namengebenden Stalin-Subway gibt es ordentlich auf die Umme.
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Soviel vorweg: "Red Veil" macht vieles besser als sein Vorgänger. Zumindest die bisher gezeigten Level des Spiels wirken um Einiges atmosphärischer und abwechslungsreicher. In einer Mission kämpfen wir uns beispielsweise durch eine von Feinden förmlich überflutete U-Bahn-Station, die an einigen Stellen durch gekonnte Lichteffekte überzeugt.

Des Weiteren dürfen sich Grafik-Fetischisten auf eine vollkommen überarbeitete Optik freuen. Neben modernen Features wie HDR-Überstrahleffekten und einer gut funktionierenden Physik-Engine, die sich u.a. eindrucksvoll auf das Ableben unserer Gegner auswirkt, ist auch der Detailgrad der gestochen scharfen Texturen beachtlich. Natürlich nur dann, wenn Euer System mitspielt, denn das Gezeigte rechtfertigte bisher trotz einiger Eye-Candy-Effekte nicht die teils extremen Ruckler, die uns immer mal wieder aus dem Spielfluss rissen.

Die spinnen, die Russen!
Außerdem zerren in der Preview-Version noch einige Probleme an unseren Nerven, die uns auch schon im ersten Teil einen dicken Strich durch die Spielspaß-Rechnung machten. Da wäre beispielsweise die gleiche, quasi nicht vorhandene künstliche Intelligenz der gegnerischen Soldaten zu nennen.

Gutes Beispiel: Gleich zu Beginn stürmen wir einen Kontrollraum und erledigen dabei lautstark drei Feinde mit der Maschinenpistole. Ein weiterer Gegner, der es sich auf dem Klo gemütlich gemacht hatte, bemerkt unsere Anwesenheit erst, als wir mit geladener Waffe vor ihm stehen. Solche Momente, in denen eine künstliche Intelligenz genauso weit entfernt scheint wie ein Frieden im Nahen Osten, gibt es leider zuhauf in "Red Veil".

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Okay, Red Veil bietet historische Schauplätze, aber waren die schon immer so häßlich!?
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Ebenfalls ärgerlich: Die Pistole scheint die effektivste Waffe im Spiel zu werden. Mit allen anderen Waffen, deren Soundeffekte sich nur auf durchschnittlichem Level bewegen, bekommt man nämlich seltsamerweise auf Distanz keinen vernünftigen Treffer hin. Dementsprechend wissen die Gefechte auf Dauer auch ordentlich zu frustrieren, selbst auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad.

Für Verdruss sorgt bisher auch das ungenaue Schadensmodell sowie die hakelige Kollisionsabfrage, wegen der man ständig an irgendwelchen Gegenständen hängen bleibt.

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Fahren Sie schwarz? Nein, aber Sie sehen gleich schwarz!
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Zumindest das ansehnliche Waffenrepertoire dürfte Shooter-Fans zufrieden stellen: Neben der bereits erwähnten Pistole darf man sich noch auf verschiedene Maschinen-gewehre, einen Flammenwerfer, Granaten sowie Molotow-Cocktails für eine besonders heiße Party freuen.

So heiß, dass verbrannte Gegner nach ihrem Ableben mit einer makaberen, wenn auch unfreiwillig komischen Textur überzogen werden. Hmm, wenn man sonst nichts zu bieten hat…

Ausblick
Auch wenn "The Stalin Subway: Red Veil" schon jetzt einen runderen Eindruck macht als der erbärmliche Vorgänger, ist es dennoch meilenweit von Genre-Vertretern wie "Call of Duty 2" oder "Medal of Honor: Pacific Assault" entfernt.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Sämtliche Bereiche des Spiels sind enorm verbuggt und wirken unfertig, was bestimmt nicht nur an der Preview-Version liegt. Bis zum Release Ende des Jahres gilt es für Entwickler Orion Games noch eine lange Liste an Mängeln (Beispiel: KI) zu beseitigen. Sonst verkommt "Red Veil" zum Rohrkrepierer und nicht zur erhofften Wiedergutmachung für das Original.