Stalin Subway (PC Review)
von Nedzad Hurabasic

Josef Stalin, das ist unbestritten, war einer der schlimmsten Diktatoren der überlieferten Geschichtsschreibung. Viele Historiker stellen ihn sogar auf eine Stufe mit Adolf Hitler.

Im Shooter The Stalin Subway müssen wir als junger KGB-Offizier nun einen Anschlag verhindern, der das Leben des wahnsinnigen Massenmörders beenden soll. Der Autor dieser Zeilen findet die Hintergrundstory mehr als geschmacklos, schließlich würde auch keiner auf die Idee kommen ein Spiel herauszubringen, das beispielsweise Stauffenbergs Anschlag auf Hitler verhindern soll. Doch jeder muss selbst entscheiden, ob das für ihn ein Hindernis wäre, das Spiel zu spielen. Ob es abgesehen davon überhaupt interessant genug ist, erfahrt ihr in diesem Test.

The Stalin Subway verschlägt uns zurück ins Jahr 1952. Es ist Herbst und Josef Stalin befindet sich 72-Jährig noch immer an der Macht. Doch es gibt einige Aufständische, die das ändern wollen und einen Anschlag auf den Generalsekretär des Zentralkomitees (ZK) der KPdSU planen.

Als junger KGB-Offizier namens Gleb Suvorov werden wir gegen unseren Willen in die Ereignisse verwickelt und müssen nicht nur versuchen zu verhindern, dass es zur Explosion kommt. Wir müssen auch um unser eigenes Leben kämpfen. Während wir uns durch den Sturm der Ereignisse kämpfen, sollen wir dabei die "berühmtesten Sehenswürdigkeiten und den geheimnisvollen Untergrund Moskaus kennen lernen" (Verpackungstext). Größtenteils irren wir aber im Spielgeschehen durch dunkle Katakomben und trostlose U-Bahnschächte, die sich alle gleichen wie ein Ei dem anderen.

Etwa drei Viertel der Zeit verbringen wir unterirdisch oder in Gängen, die sich voneinander kaum unterscheiden lassen.

Stalin Subway - Historischer Fehlschlag? Wir haben uns den Budget-Shooter angeschaut!

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Schon nach dem ersten kurzen Intro befinden wir uns auf der Flucht durch unübersichtliche, labyrinthartige Zimmer und Gänge und müssen einen Geheimtrakt verlassen. Das erste gravierende Problem des Spiels wird umgehend deutlich. Da sich die Flure und Tunnel alle sehr gleichen, fällt die Orientierung sehr schwer. Doch leider gibt es keine Map, die uns das erleichtern würde. So irren wir teilweise mehrfach durch dieselben Zimmer, ohne nähere Anhaltspunkte, wohin wir gehen sollen. Dabei treffen wir selbstverständlich ständig auf bewaffnete Feinde, deren KI aber teilweise katastrophal schlecht, ja geradezu saudumm ist.Selbst wenn man genau vor den Feinden steht, scheint sie das kaum zu kümmern. So beispielsweise, wenn man per Lift in einen neuen Raum kommt, dann stehen die Wachen direkt vor unserer Nase und unterhalten sich gemütlich weiter. Selbst wenn wir einen von ihnen gemütlich abknallen, reagieren seine Freunde oft nicht, sondern unterhalten sich mit dem Toten weiter, als wäre nichts geschehen. Wayne?!

Apropos Tod: Gegner auszuschalten ist trotz der miesen KI manchmal alles andere als leicht. Zum einen ist das Waffenarsenal zwar recht umfangreich und bietet eine ganze Reihe von historischen Schießprügeln an. Leider ist deren Effizienz und Genauigkeit unzureichend. Manchmal genügt ein ganzes Magazin nicht, um Feinde zur Strecke zu bringen. Selbst dann erheben sie sich, nachdem sie niedergeschossen wurden, und feuern weiter auf uns, als wäre nichts geschehen.Wenn sie dann doch endlich das Zeitliche segnen, fallen sie mit den unglaubwürdigsten Verrenkungen in sich zusammen, die eigentlich nur ziemlich lächerlich aussehen. Obwohl das Spiel erst ab 18 Jahren freigegeben ist, verschwinden die Leichen nach wenigen Sekunden. So weiß der Spieler auch deshalb nie ganz genau, ob er an einem bestimmten Ort schon einmal war oder nicht. Darüber hinaus kommt es sogar vor, dass uns im späteren Spielverlauf unsterbliche Gegner begegnen, die einfach nicht totzukriegen sind und selbst dann weiterfeuern, wenn Handgranaten neben ihnen explodieren. Oder sagen wir verpuffen, denn einerseits spricht die nicht vorhandene Wirkung an diesen Zombies dafür und andererseits die geringe Sprengwirkung insgesamt.

Packshot zu Stalin SubwayStalin SubwayErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Die Waffen haben einfach zu wenig Durchschlagskraft und scheinen sich auch nur die grafische Darstellung voneinander zu unterscheiden.

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Auch der zweite Feuermodus ist bei den meisten nicht vorhanden, wenn man einmal vom Pseudo-Zoom absieht, der die Ziele aber nicht wirklich näher heranholt. Die Sounds der verschiedenen Waffen unterscheiden sich ebenfalls kaum. Sie sind eher dünn und klingen zu ähnlich. Insgesamt sind die Soundeffekte des Spiels eher unterentwickelt. Das fällt vor allem dann auf, wenn wir mit der Spielfigur umherspringen oder getroffen werden. Ersteres erinnert eher an Stöhngeräusche aus billigen Softpornos, Letzteres an das Röcheln meines Opas. Zwar hört sich der Soundtrack recht authentisch an, während des Spiels ist davon jedoch nicht viel zu hören.

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So dürfen wir der netten Titel-Melodie nur lauschen, während wir uns im Menü befinden und auch das möchten wir nicht wirklich lange. Dafür reagiert es zu träge und enthält ebenfalls unverzeihliche Fehler. Warum wird das Spiel beendet, ohne das es eine Nachfrage gibt. Vielleicht hätte ich ja vorher abspeichern wollen? So ist der Spielstand futsch. Das ist er auch, wenn ich mitten im Spiel ins Menü wechsle und dann per entsprechendem Eintrag das Spiel wieder aufnehmen möchte. Das geht nicht, der Menüpunkt kann nicht angeklickt werden. Toll, alles noch einmal spielen ... Wenn das alles noch nicht genug wäre, sind auch die Ladezeiten recht lang, dafür reagiert aber die Quick-Load-Funktion zufriedenstellend.Wenn man es wagt per Alt-Tab auf den Desktop zu wechseln stürzt das Spiel übrigens jedes Mal ab.

Eigentlich ist es ja löblich, dass wir nicht erneut einen WW-II-Shooter oder ein Actionspiel vorgesetzt bekommen, bei dem wir Unmengen an außerirdischen Höllengestalten umnieten müssen. Selbst wenn wir außer acht lassen, dass Stalin ein unmenschlicher Despot war, könnte die Rahmenhandlung noch ihren Reiz haben. Doch leider ist das Spielgeschehen einfach zu schlecht umgesetzt. Nur ein Beispiel für technische Macken: Schatten von Feinden fallen durch Wände, sodass wir schon vorher wissen, wo sie sich aufhalten. Außerdem ist es auch dabei nicht verwunderlich, dass uns Kugeln sogar dann treffen, wenn wir uns hinter Objekten verbergen oder hinter einer Wand stehen. Das ist einfach ärgerlich und trübt den Spielspaß zusehends. Stichwort verbergen: Leider können wir uns auch nicht ducken, um dem feindlichen Beschuss zu entgehen.Dafür sind die sowjetischen Soldaten scheinbar alle als Stealth-Einheiten ausgebildet worden. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie ständig unvermittelt dort auftauchen, wo noch Momente zuvor kein Feind zu sehen war. Hier scheint es entweder ein Problem mit der etwas veralteten Grafik-Engine oder dem Game-Code zu geben. Der Ablauf des Spiels hingegen ist absolut linear. Wir rennen von einem Gebäudekomplex zum nächsten und versuchen von A nach B zu gelangen und den Ausgang zu finden.

Auf unserem Weg löschen wir alle Feinde aus, dürfen aber Zivilisten nicht gefährden. Wenn wir mehr als drei Unschuldige töten, wird das Spiel beendet. Eine kleine Anzeige gibt uns Aufschluss darüber, wie viele Unschuldige wir schon auf unserem Gewissen haben. Leider gibt es keine Anzeige für unschuldige Redakteure, deren Nerven dieses Spiel auf dem Gewissen hat ...

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Während die Vertonung der Charaktere noch durchaus gelungen daher kommt und glaubwürdig klingt, können Waffensounds und Spieleffekte überhaupt nicht überzeugen und wirken billig produziert. Der Multiplayer-Modus bietet übrigens nur sehr wenige Maps an. Doch selbst die sind nicht spielbar, weil es im Internet schlichtweg keine Server gibt, auf denen man spielen könnte.

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