Nach dem Rücktritt von Square-Enix-Präsident Yoichi Wada aufgrund aussergewöhnlicher Verluste im letzten Geschäftsjahr, blieb natürlich die Frage offen, wie ein so großes Unternehmen, das zuerst noch mit einem Gewinn in Höhe von 3,5 Milliarden Yen (rund 28 Millionen Euro rechnete, plötzlich einen Verlust in Höhe von 13,5 Milliarden Yen (rund 111 Millionen Euro) hinnehmen musste. Nun veröffentlichte Square-Enix seine internen Gewinnerwartungen für einige Spiele, die ein überraschendes Bild bieten.

Square Enix - Unternehmen enthüllt seine internen Verkaufserwartungen für Tomb Raider und Co.

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Eigentlich ein Erfolg und doch wiederum nicht
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Square-Enix' Versuch, mit westlichen Titeln Erfolge zu erzielen, war wohl trotz vermeintlicher Top-Titel wie Tomb Raider und Hitman: Absolution mit ein Grund für das katastrophale Geschäftsjahr.

So erhoffte sich der Publisher zwischen fünf und sechs Millionen verkauften Exemplaren von Tomb Raider allein im ersten Monat. Am Ende waren es rund 3,6 Millionen Exemplare. Für andere, kleinere Publisher ein riesiger Erfolg, aber für Square-Enix eine Fehleinschätzung. Ebenso bei Hitman: Absolution, das auf 3,08 Millionen verkaufte Exemplare weltweit kommt. Beides Top-Titel des ehemaligen Publishers Eidos Interactive, der 2009 für 117 Millionen Dollar von Square-Enix übernommen wurde.

Aber auch Sleeping Dogs, das Square-Enix von Activision übernahm, konnte die Erwartungen nicht erfüllen und verkaufte sich gerade mal 1,49 Millionen Mal.

Umso tragischer, da es sich bei allen drei Titeln um, von Kritikern mit überdurchschnittlichen Wertungen bedachte Spiele handelt und gerade Sleeping Dogs auch eine neue IP darstellt, die man durchaus weiter ausbauen könnte. Zwar kündigte Activison den Titel zuerst als weiteren Titel ihrer 'True Crime'-Reihe an, doch handelte es sich bei Sleeping Dogs um einen völlig neuen, eigenständigen Titel.

Basierend auf Metacritic-Wertungen und der Qualität der Spiele, rechnete Square-Enix mit 2 bis 2,5 Millionen verkauften Exemplaren bei Sleeping Dogs und zwischen 5 bis 6 Millionen verkauften Exemplaren bei Hitman: Absolution.

"Das Geschäftsjahr 2013 war unser Versuch, bedeutende westliche Titel zu veröffentlichen, ohne auch in Japan einen Blockbuster-Titel zu veröffentlichen. Wir haben eine beträchtliche Menge an Aufwand betrieben, um diese Titel zu perfektionieren und extrem hohe Metacritic-Wertungen erhalten. Jedoch sind wir enttäuscht darüber, dass sich die hohen Wertungen nicht auch in den tatsächlichen Verkäufen widergespiegelt haben."

Als Grund für die Diskrepanz zwischen erwarteten Verkäufen und tatsächlichen Verkäufen nennt Square-Enix unter anderem die stark nachgelassenen Video- und Computerspieleverkäufe in den USA und einen relativ schwachen Absatz in Europa.

Für Ex-Präsidenten Yoichi Wada waren die hohe Verluste "eine Stimme aus dem Himmel, die mir sagte, dass es Zeit ist, weiterzugehen." Er hätte das Unternehmen gerne in einem besseren Zustand übergeben, aber er glaube, dem Unternehmen besser dienen zu können, indem er seine Positionen und Verantwortungen jetzt abgebe.

Neuer Präsident ist nun Yosuke Matsuda, der das Unternehmen in allen Bereichen umkrempeln und von Bereichen befreien will, die unlukrativ seien. Wie sich das auf das Engagement Square-Enix' auf dem westlichen Markt auswirkt, wird sich zeigen müssen.