Spyro: Shadow Legacy (DS Review)
von Anja Rudlaff

Der drollige Drache Spyro macht Karibik-Urlaub. Aber statt all-inklusive-Entspannung gibt es einen magischen Sturm - allerdings ohne Mädchennamen. In der sinistren Schattenwelt muss der spontane Spyro wieder zahlreiche Prüfungen und Abenteuer bestehen.

Möge die Macht mit Dir sein
In dem Jump-and-run-Adventure mit Rollenspiel-Elementen schlüpft Ihr in die Rolle des lila-Laune-Lindwurms Spyro, der diesmal nicht nur durch die Gegend flattert und Gegner grillt, sondern nebenher auch noch die magische Schulbank im inseleigenen Dojo drückt. Spyro muss seine ständig wachsenden Kampfkenntnisse und magischen Fähigkeiten in zahlreichen Abenteuern und Prüfungen in die Praxis umsetzen. Also, ran an die mausgrauen Monster.

Inselurlaub und Magic Mushrooms
Spyro, der lustige Loderlurch hat sich nach den ausgiebigen Abenteuern für die gute Sache ein bisschen Erholung verdient.

Doch das Unheil lässt nicht lange auf sich warten. Kurz nach dem er seine Urlaubsbekanntschaften an Bord des Seedrachen, der Fähre nach Avalar, gebracht und sich für ein Nickerchen an den Strand gepackt hat, braust ein magisches Unwetter auf. Als der flinke Feuerspucker aufwacht, muss er feststellen, dass aus der sanften Südseeidylle eine düstere Schattendimension geworden ist. Natürlich muss Spyro mit Hilfe eines magischen Amuletts erst einmal die verschleppten Drachenältesten Tomas, Cho-Lei, Sensei und einige andere mehr retten. Im Drachentempel wird er nun nach und nach in die Geheimnisse der Drachen-Kata, der allgemeinen und der Angriffs- und Abschirm-Magie sowie anderer Spezialtechniken eingeweiht.
Neben Aufräumarbeiten sind im Laufe der Handlung weitere Bewohner zu befreien, Gegenstände zu finden und finstere Fieslinge zu bekämpfen. Sinnvollerweise solltet Ihr alles einsammeln, was Ihr findet: Schlüssel, Schmetterlinge für die Lebensenergie, Pilze für die magische Energie, aber auch Missionsgegenstände wie Sonnenmilch und Dracheneier. Edelsteine dienen als Zahlungsmittel. Kristalle können Schaden abwenden oder Fähigkeiten verstärken.

In der Inselwelt könnt Ihr Eure Energiereserven mit dem Zerlegen von türkisblauen Krabben, Schafen oder Yetis auffrischen. Aber lasst die Flügel von den Schafböcken. Die sind gar nicht gut drauf.

Mit jeder erfüllten Mission sammelt Spyro Erfahrungspunkte und kann in die nächsthöhere magische Stufe aufsteigen. Ist es soweit, wird dies durch einen kleinen Pfeil auf dem Topscreen angezeigt. Dann könnt Ihr zwei neue Fähigkeiten, wie z.B. den Chi-Angriff und Drachentechniken wie die Hornramme im Drachentempel erlernen. Die neuen Fertigkeiten braucht Ihr für die nächsten ausstehenden Aufgaben.

Daher will überlegt sein, welche der angebotenen Fähigkeiten Ihr als nächstes auswählt. Auf diese Weise könnt Ihr die Entwicklungsmöglichkeiten des dynamischen Drachens selbst beeinflussen.Neben Tastenkombinationen für Spezial-Angriffe lernt Spyro auch magische Sprüche in Form von Symbolen, die Ihr auf den Touchscreen zeichnen könnt, z.B. ein Dreieck für den schnellen Transport vom Dorf zum Drachentempel, oder einen Blitz als Schockzauber gegen einige Schattenwesen. Spätestens beim Kampf gegen den rasenden Rüpel Red, seines Zeichens Erzfeind und Verursacher der ganzen Misere, werdet Ihr alle erlernten Tricks und Finessen zum Einsatz bringen müssen. Der miese Monsterdrache ist übrigens nur durch das Dimensions-Flippen während des Kampfes zu besiegen.

Multi-Player kommen hier leider gar nicht auf ihre Kosten. Es gibt halt nur einen Spyro.

Der Weg ist das Ziel
Die Spyro-Entwickler sind auf dem richtigen Weg. Das knuffige Design der Charaktere und die lieblichen Landschaften trösten über die zuweilen langen Ladezeiten oder die unmotivierten Abstürze unseres digitalen Drachens hinweg.

Hat man sich erst mal an die karibische Trägheit des schlendernden Spyro gewöhnt, ist auch die Bedienung über Tastenkreuz und die zeitweilig hakigen Buttons nicht mehr ganz so nervig. Objekte überlagern sich relativ selten. Ärgerlich ist allenfalls die etwas ungenaue Treffsicherheit des farbenfrohen Feuerspenders. Untermalt werden die atmosphärisch dichten Dimensionen durch unaufdringliche asiatisch anmutende bis mysteriöse Melodiefolgen. Auch über die Geräusche lässt sich nicht klagen.

Die Nutzungsteilung auf Topscreen und Touchscreen ist logisch. Oben hüpft der findige Flammenwerfer durch die isometrischen Insellandschaften, während unten ein Blick auf seinen Beutelinhalt, einen Übersichtsplan, sein jeweiliges Missionsziel oder wahlweise auf den Zauberbildschirm geboten wird. Hier kommt dann auch der Touchpen durch das Zeichnen von magischen Symbolen zum Einsatz. Das Mikrofon wird leider nicht genutzt.