Autor: Manfred Duy

Wer nur allzu gerne über die sportlichen Fehlleistungen von Klinsi, Nowitzky und Konsorten ablästert, kann es ja besser machen. Die große, weite Welt der Sportspiele bietet für jeden Sesselsportler die passende Herausforderung.

Im fünften Teil unserer Genrespecial-Reihe nehmen wir euch mit auf eine Reise zu den Anfängen der sportiven Betätigung am PC. Vom uralten Pong bis zu Grafikwundern wie Fifa 2006 rollen wir die Geschichte der Sportspiele nochmal auf.

Wer behauptet, Computerspiele seien vor allem etwas für faule Couchpotatoes schiebt schlicht und einfach Null Durchblick. Schließlich führt ein gutes PC-Sportspiel stets zu glühenden Fingern, Strömen von Schweiß und Adrenalinausstößen, wie sie allenfalls bei Klinsmann während der Fußball-WM zu beobachten waren.

Keine Frage, Sportspiele eignen sich besonders gut für eine digitale Umsetzung, und das umso mehr, als es die Entwickler hier von vornherein sehr einfach haben: Anders als bei sämtlichen anderen Genres ist nämlich die spielerische Grundidee bereits vorhanden, muss also nicht erst aufwändig erfunden und danach auch noch auf seine Tauglichkeit hin überprüft werden. Auch erübrigt sich das so herzlich ungeliebte Regelstudium, denn die meisten Sportarten erfreuen sich ja allgemeiner Beliebt- und Bekanntheit. Worauf es stattdessen bei Sportspielen einzig und alleine ankommt, ist eine möglichst große Realitätsnähe der umgesetzten Sportart.

Sport - Leibesertüchtigung an PC und Konsole. Ein historischer Blick auf das Genre - von Pong bis Fifa.

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Je ähnlicher die digitalen Sportler ihren realen Vorbildern sind und je lebensnaher sie sich bei ihrer Berufsausübung benehmen, desto größer ist auch die Gaudi, den das jeweilige Sportspiel verbreitet. So einfach ist das!

Zwei goldene Regeln für den Sportspielkauf
Dies führt denn auch zu dem logisch-zwingenden Schluss, dass die neuesten Sportspiele fast immer auch die Besten sind, denn die voranschreitende Technik ermöglicht Jahr um Jahr immer lebensnahere Animationen und komplexere Bewegungsabläufe.

Aus genau diesem Grund liegen auch die populärsten Sportarten als Endlosserie vor, die jedes Jahr um ein paar neue Gimmicks und grafische Mätzchen bereichert werden. Wer also gerne mal ein bisschen in die Sportszene reinschnuppern möchte, ohne sich allzu sehr darin zu vertiefen, kann eigentlich fast schon aufhören zu lesen.

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Sofern er sich nur brav an zwei wichtige Regeln hält: Regel eins lautet schlicht, die aktuellste Version einer Sportserie ist fast immer auch die beste. Und Regel zwei - alle Sparhansel aufgepasst - besagt, dass man viel Geld sparen kann, wenn es nicht immer das allerneueste Spiel sein muss.

Die jeweilige Vorjahresausgabe des gewünschten Sportspiels ist nämlich in aller Regel zum Schnäppchenpreis erhältlich und nur ein ganz klein wenig schlechter als die aktuellste Version. Wer sich als Sportamateur an diese beiden goldenen Regeln hält, wird mit dieser Einstellung selbst in Kennerkreisen als Fachmann gelten und dort respektvolle Zustimmung ernten. Ein Hauch von Historie
Da sich die meisten Spieler nur für ein oder zwei Kernsportarten voll begeistern können, haben wir dieses Genrespecial nach Sportarten unterteilt. Motor- und Denksport werden übrigens in einem eigenen Special abgehandelt - zumal das Quälen von Gaspedalen oder Gehirnzellen allenfalls ansatzweise zu den Leibesertüchtigungen gerechnet werden sollten.

Ebenfalls nichts zu suchen haben hier die Sportmanagerprogramme, die dahin verbannt wurden, wohin sie auch gehören: Zu den Wirtschaftssimulationen. Bevor wir aber in die einzelnen Disziplinen eintauchen, gibt es noch ein ganz klein wenig Sportspielhistorie.

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Fragt man einen etwas angegrauten Computerspieler, welches denn sein aller erstes Computerspiel war, so lautet in neun von zehn Fällen die unvermeidliche Antwort "Pong". Bei jeder anderen Namensnennung könnte ja vermutet werden, dass der Befragte die Spieleszene NICHT von der ersten Sekunde an aufmerksam verfolgt hat.

Das 1972 von Atari auf den Markt gebrachte "Pong" war eine Art Tennis, in dem zwei Spieler mit Hilfe einer Art Schläger (schmaler weißer Balken) eine Art Ball (kleiner weißer Würfel) über eine Art Tennisplatz (schwarzer oder grüner Hintergrund) zuschoben. "Pong" war das erste außerhalb von Universitäten betriebene Computerspiel überhaupt.Oder im Akademikerslang: "Das erste Beispiel für eine spielerische Mensch-Computer-Interaktion" (Spiegel Online). Aber Studiosi wissen eben auch nicht alles, denn streng genommen sollte man ein ganz anderes Sportspiel als das erste seiner Art benennen.

Im Jahr 1958 erschuf ein gewisser William Higinbotham auf einem Oszillographen ein Spiel namens "Tennis for Two", mit dem er gelangweilten Besuchern eines Atomkraftwerks etwas Zerstreuung zukommen lassen wollte. "Tennis for Two" war ein aus der Seitenansicht gezeigtes Tennis, spielte sich ähnlich wie "Pong" und war damit sein geistiger Urahn.

Fußball
Die hierzulande populärste digitale Sportart ist natürlich Fußball und seine Entwicklung steht exemplarisch für die der anderen Sportspiele. Der erste erwähnenswerte Digital-Kicker stammt aus dem Jahre 1983 und lag damals dem Commodore C-64 als Dreingabe bei.

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Das von Andrew Spencer (der später das Polygon-Adventure "Ecstatica" erschuf) entwickelte Gebolze wurde aus einer schrägen Seitenansicht gezeigt. "International Soccer" überzeugte mit frei wählbaren Trikotfarben und Schwierigkeitsgraden, niedlichen Torwartparaden und einer "pfiffigen" Lärmkulisse.

Fast fünf Jahre lang dominierte "International Soccer" mindestens ebenso unangefochten die digitale Fußballwelt wie die Münchner Bayern die Bundesliga. Damals wie heute galt allerdings, dass eine offizielle Lizenz des jeweiligen Sportverbandes ganz wesentlich zum Spielvergnügen beiträgt.Es macht halt einfach weitaus mehr Spaß, einen Spieler namens Borowski im Originaltrikot von Werder Bremen über den Platz zu scheuchen als einen gewissen Karl Napf aus Duffenhausen. Den ersten Lizenzversuch startete pünktlich zur Fußball-WM 1986 U.S. Gold mit "World Cup Carnival" - und erlebte eine böse Bauchlandung. Denn es zeigte sich, dass prominente Namen alleine nicht genügen, um die Firmenkasse klingeln zu lassen, das Spiel selber sollte schon auch was taugen.

Eine leidvolle Erfahrung, die auch EA Sports Jahre später mit ihren Fußballmanagern machen sollte: Trotz klangvoller Spieler- und Vereinsnamen kamen die spieltechnisch unausgereiften EA-Fußballmanager (etwa gegen die nichtlizenzierte deutsche Anstoss-Serie) regelmäßig böse unter die Räder.Wachablösung nach fünfjähriger Dominanz

Nach vielen vergeblichen Anläufen gelang es erst 1988 dem aus der Draufsicht gezeigten "Microprose Soccer" von Sensible Software, "International Soccer" das Wasser abzugraben. Noch besser machte es ein Jahr später "Kick Off" auf dem 16-Bit Rechner Amiga. Bei "Kick Off" musste der Spieler schon über eine feine Ballführung verfügen, damit ihm das Leder nicht vom Ball sprang.Ein Novum, denn zuvor klebte die Pille noch wie ein Tattoo an den Beinen der Spieler. Die Einführung dieser realistischeren Ballführung wurde danach von praktisch sämtlichen Ballsportarten nachgeahmt. Sie führte zwar zu mehr Realismus, aber eben auch dazu, dass man seitdem wochenlang trainieren muss, um ein digitales Ballspiel auf gehobenem Schwierigkeitsgrad auch nur halbwegs zu beherrschen.

Nachdem jedenfalls Virgin 1990 mit "World Cup Soccer" einen weiteren lächerlich schlechten Gurkenkick absonderte, zeigte ein Jahr später Sensible Software mit "Sensible Soccer" wie es besser geht. Das von schräg oben gezeigte wuselige Gebolze mit Hobbit-ähnlichen, gedrungenen Spielern, war jahrelang mit weitem Abstand das populärste Fußballspiel auf dem Markt - und das sogar ganz ohne Lizenz.

FIFA- Die Geburt eines Rekordmeisters
Das Fußball-WM-Jahr 1994 verdient aus zweierlei Gründen eine Erwähnung. Zum Ersten setzte U.S. Gold mit "World Cup USA ´94" zum zweiten Mal eine sündteure Lizenz in den Sand. Zum Zweiten aber war 1994 die Geburtsstunde der wohl legendärsten Fußballserie überhaupt: "FIFA Soccer" von EA Sports, das zunächst für´s Mega Drive als "FIFA International Soccer" erschien und erst später für den PC umgesetzt wurde."FIFA Soccer" hat sicherlich kaum noch Ähnlichkeit mit den heutigen gleichnamigen Ablegern. Jedoch verfügte es damals schon über die berühmte Motion-Capturing-Technik. Um eine möglichst große Realitätsnähe zu erreichen, werden bei dieser Technik die Bewegungen gefilmter Spieler digitalisiert. Ungewohnt lebensecht animierte Polygon-Fußballer waren das Resultat.

Darüber hinaus war "FIFA Soccer" bei Weitem nicht so schwierig zu beherrschen wie "Sensible Soccer". Auch waren dort schon Kabinettstückchen wie Fallrückzieher oder gar ein Hackentrick möglich und für besonders spektakuläre Aktionen gab´s sogar eine Wiederholung. 1996 erschien mit "FIFA Soccer 96" ein runderneuertes Update, das über erste kleine Zoomeffekte verfügte und EA Sports auf eine geniale Geschäftsidee brachte.

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Warum nicht jedes Jahr mit minimalem Aufwand ein leicht verbessertes Update eines bereits vorhandenen Sportspiels auflegen, am Besten noch garniert mit einer offiziellen Lizenz? Seitdem gilt die "FIFA"-Serie als erfolgreichste Sportspielreihe aller Zeiten und EA Sports als weltweiter Champion in Sachen Sportspiele.

Denn diese erfolgversprechende Taktik verfolgt EA Sports auch mit seinen anderen populären Sportreihen wie etwa Eishockey (NHL Hockey), Basketball (NBA Live), Football (Madden NFL) oder Golf (Tiger Woods).

FIFA und sonst gar nichts
War noch was im Jahre 1996? Ach ja, mit "Euro 96" (ausgestattet mit der Engine der ziemlich lendenlahmen Kicker-Serie "Actua Soccer") ging mal wieder ein Lizenzprodukt böse baden - und das trotz der parallel dazu stattfindenden Fußball-Europameisterschaft.

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Während die "FIFA-Soccer"-Serie nach und nach immer komplexer wurde - erst nach vielen Monaten eifrigen Trainierens hatten Profis sämtliche Dribbeltricks, Bananenflanken und Schusstechniken intus - ging "World Wide Soccer" aus dem Hause Sega einen ganz anderen Weg.

Das Arcade-ähnliche Geschehen konzentrierte sich auf einfache Bedienbarkeit, flotte Action und einen herzerfrischend geradlinigen Kick-and-Rush-Fußball. "World Wide Soccer" erwies sich damit als einziges Kickprogramm, das sich zumindest auf der Konsole mit der inzwischen übermächtigen "FIFA"-Reihe anlegen konnte.Zumal 1997 mit "FIFA 98" das erste wirklich gute lizenzierte Fußballspiel erschien, welches EA Sports´ hervorragenden Ruf für die nächsten Jahre noch einmal so richtig festklopfen sollte. Ähnlich wie beim realen Sportgeschehen ging es hier mittlerweile nicht nur um das Geschehen auf dem Rasen, sondern auch um das ganze Drumherum.

Veitstänze nach einem Torerfolg, erzürntes Gestikulieren gefoulter Spieler, Einmarsch der Gladiatoren inklusive Nationalhymen - ein weiterer großer Schritt in Richtung Realitätsnähe war getan. Spätestens seit "FIFA 98" dominiert die "FIFA"-Serie das Fußballgeschehen nach Belieben.

Alljährlich erscheint eine Neuauflage mit noch schönerer Optik, noch flüssigeren Animationen, noch flotteren Kommentatoren und noch spektakuläreren Jubelszenen, während der Konkurrenz insbesondere auf dem PC nichts anderes übrigbleibt, als ohnmächtig zu applaudieren.

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Basketball
"Basketball" auf dem Atari 2600 entstammt dem Jahr 1978 und war das erste Basketballspiel, das diesen Namen verdient. Cineasten werden es kennen, denn in der Komödie "Die unglaubliche Reise im verrückten Flugzeug" zockt der NBA-Profi Kareem Abdul-Jabbar im Cockpit eine Partie des besagten Atari-Klassikers.

Danach folgten etliche kaum erwähnenswerte digitale Korbleger, bis EA mit "Dr J. vs. Larry Bird" das erste lizenzierte Basketballspiel auf die Beine stellten, bei dem sich zwei mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattete Spieler unter einem Korb duellierten. Spektakulär war hier, dass man mit einem besonders gelungenen Slam den gesamten Korb regelrecht pulverisieren konnte.Der recht ähnliche Nachfolger "Jordan vs. Bird" verfügte ebenfalls über zwei zugkräftige Namen aus der NBA-Profiliga, spielte sich recht ähnlich, verfügte aber über einen integrierten Slam-Dunk-Wettbewerb. Das erste erwähnenswerte Fünf-gegen-Fünf Basketballspiel kam Mitte der 80er auf dem NES, hörte auf den Namen "Double Dribble" und verfügte bereits über einen Powerbalken, der anzeigte, wann die Trefferwahrscheinlichkeit für einen Wurf am Höchsten war.

Übertroffen wurde es erst Anfang der 90er Jahre von "Tecmo NBA Basketball", das bereits über eine Lizenz verfügte und dadurch sämtliche Namen der US-Profiliga aufbot. EA warf zur selben Zeit das alte 1 gegen 1-Konzept über Bord und legte 1989 auf dem PC mit "Lakers vs. Celtics" ihr erstes 5 gegen 5-Basketball vor. Augrund lizenzrechtlicher Streitigkeiten konnte man nur die Hälfte der originalen NBA-Teams aufbieten und mehr als passen und werfen war dort auch nicht drin. Dafür gab´s aber immerhin schon einen Kommentator, der als Textzeile den unteren Bildrand bevölkerte.2K vs. EA
Erst 1994 rief EA Sports mit "NBA Live 95" ihre mittlerweile legendäre und voll lizenzierte Basketballserie ins Leben, die von Jahr zu Jahr auf PC und diversen Konsolen kontinuierlich verbessert wurde und die Konkurrenz das Fürchten lehrte.

Nur auf der Dreamcast erwuchs EA Sports mit "NBA 2k" ein ernstzunehmender Gegner. Nach dem Niedergang der Dreamcast wechselte die "2K"-Serie auf andere Konsolen wie die Gamecube, XBox oder die Playstation 2 und seitdem kämpfen diese beiden einander ebenbürtigen Serien um die Vorherrschaft im Basketballbetrieb.

Ab dem Jahr 2000 mischte auch Microsoft zeitweilig mit ihrer "Inside Drive"-Serie das Basketballlager auf, ohne jedoch an das Niveau der beiden erstgenannten Serien heranzureichen. Dafür bot "Inside Drive" einfach zu wenig Spieltiefe und auch die Managementoptionen ließen so manche Wünsche offen. Und wer mehr auf kompromisslose Action statt auf taktisch ziseliertes Spielen stand, dem gefiel sowieso das geradlinige "NBA Jam" von Acclaim besser.

Viele andere namhafte Firmen wie Midway, Konami, SEGA und Sony versuchten sich schon in Basketballgefilden, letztlich sind sie aber allesamt auf der Strecke geblieben.

Was bleibt, sind die beiden benannten Serien "NBA Live" von EA und "2K" von 2K Games (Take2), die sich zum Ergötzen der jeweiligen Fangemeinden einen alljährlich neu aufgelegten Zweikampf um das beste aller Basketballspiele liefern. Die derzeitigen Titel heißen "NBA Live 2006" respektive "NBA 2K6".Der Konkurrenz bleibt da nur das Ausweichen auf Nebenschauplätze wie etwa College Basketball oder Street Basketball. Das derzeit beste und schönste Basketballspiel ist sicherlich "NBA 2K6" von Visual Concepts, das aber leider nur für die XBox 360 erhältlich ist. Zwar besitzt "NBA 2K6" keine offizielle Lizenz der ESPN, aber die meisten originalen U.S. amerikanischen Kommentatoren und Spielernamen dürften für das hiesige Publikum ohnehin böhmische Dörfer sein.

Tennis
Abgesehen von den bereits erwähnten steinzeitlichen Simulationen á la "Pong" war "Tennis" auf der VCS-Konsole aus dem Jahr 1982 die erste ernstzunehmende Simulation dieser Sportart, zumal sie bereits ein perspektivisch einigermaßen korrektes Tennis bot. Einen Schritt nach vorne machte zwei Jahre später "Match Point" auf dem C-64, das bereits über kunterbuntes Pixelpublikum verfügte.

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Erstaunlicherweise waren es Ende der 80er Jahre mit Blue Byte respektive Starbyte zwei deutschen Firmen, die mit "Great Courts" bzw. "Tie Break" die Tennisszene aufmischten. Bei "Tie Break" marschierten knuffige Kugelmännchen über einen von oben gezeigten Platz.

Einen ausgereifteren Eindruck hinterließen "Great Courts" und dessen Nachfolger "Great Courts 2" mit ihrem integriertem Ballmaschinen-Trainingsmodus sowie vor allem der richtungsweisenden Kameraposition.Die war schräg hinter dem Spieler angebracht und erwies sich als so übersichtlich, dass sie auch heute noch die Standardperspektive praktisch sämtlicher Tennissimulationen ist. "Great Courts" dominierte die Tennisszene nach Belieben, bis es von "Jimnny Connors Tennis" (Ubi Soft) 1994 abgelöste wurde.

Bei "Jimmy Connors" konnte man eine komplette ATP-Tour absolvieren, wobei der Spieler mit zunehmender Erfahrung an Stärke gewann. Danach flaute der Tennisboom ein wenig ab. 1998 versuchte Blue Byte mit "Game, Net & Match" den "Great Courts"- Erfolg zu wiederholen und scheiterte kläglich: Die Grafik war zwar ganz passabel, aber leider war das Spiel viel zu einfach gestrickt, selbst die stärksten Computergegner konnten von jedem Laien mit simpler Serve & Volley-Technik 6:0 abgefieselt werden.Die Neuzeit
Sieht man mal vom optisch glanzvoll in Szene gesetzten und wunderbar einfach bedienbaren "Virtua Tennis" von Sega ab, führt eigentlich für Tennisfreunde kein Weg an "Top Spin" bzw. "Top Spin 2" vorbei. "Top Spin" wurde vom Entwicklerhaus Power & Magic für Microsoft exklusiv für die XBox auf die Beine gestellt und ist zusammen mit dem Nachfolger auf der XBox360 die bislang realistischste Tennis-Umsetzung überhaupt.

Sämtliche nur denkbaren Schusstechniken lassen sich abrufen, natürlich machen hier auch die berühmtesten Tennisspieler/innen wie Sampras oder Hingis ihre Aufwartung. Wer mag, darf sich sogar sein eigenes Alter Ego mittels einer Art Körpereditor zusammenbasteln.

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Ein kurzweiliger Spaß mit allerdings eher begrenzter Langzeitmotivation ist "Outlaw Tennis", bei dem man 16 originelle Charaktere wie etwa einen Ninja oder einen Wissenschaftlöer betreut, die jeweils über eine limitierte Anzahl abrufbarer Turboaktionen verfügen. Die individuellen Fähigkeiten lassen sich dort durch absurd-komische Minispielchen steigern.

Was den Tennisbetrieb anbelangt, haben es die Konsolenjünger sicherlich am Besten, denn neben der "Top Spin"-Serie warten alle auf "Virtua Tennis 3" von Sega, das leider erst 2007 kommen soll, aber der XBox 360 und der Playstation 3 vorbehalten bleiben wird.Eishockey
Wenn es eine Sportart gibt, die sich perfekt für den Rechnerbetrieb eignet, dann ist es sicherlich Eishockey. Während im Fußball allzu oft nur ödes Rumgegrätsche rund um den Mittelkreis geboten wird, geht es bei Eishockey in Sekunden vor den gegnerischen Kasten.

Auch müssen hier nur halb so viele Spieler wie beim Fußball animiert werden, was über den Daumen gepeilt eine doppelt so gute Grafik ermöglicht. Einsamer Champion bei dieser Sportart ist erneut EA Sports mit ihrer NHL Hockey-Serie. Von der erscheint praktisch jedes Jahr eine runderneuerte Version mit noch spektakuläreren Grafiken und noch lebensechteren Animationen.Am Ehesten mussten sich die NHL-Cracks noch vor Gremlins "Actua Icehockey"-Serie in Acht nehmen, die allerdings auch nie so ganz die Klasse der NHL-Champions erreichte. Während die erste Folge "NHL 95" noch ziemlich kleine und grobpixelige Jungs in die Arenen beorderte, war spätestens zwei Jahre später mit "NHL 97" die Konkurrenz vom Eis gefegt.

Spektakuläre Kameraschwenks, superrealistische Animationen, eine Optionsflut, die sowohl für Einsteiger als auch für Superprofis keinerlei spielerische Wünsche offen ließ sowie die hervorragende Spielbarkeit suchen auch heute noch ihresgleichen.

Dieser Überflieger wurde nach bewährtem Rezept Jahr um Jahr minimal verbessert, so dass es für einen Amateur ziemlich egal ist, welche NHL-Version er sich reinpfeift - eine bessere Eishockeysimulation wird er jedenfalls nicht finden.

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Insbesondere hier genügt es durchaus, sich die Vorjahresausgabe zu besorgen, die es normalerweise bereits für einen lockeren Zehner zu erstehen gibt.

Nur auf der XBox 360 leistet 2K Games hartnäckig Widerstand und erschuf dort mit "NHL 2k6" ein ganz vorzügliches Eishockeyspiel, das sich vor niemanden zu verstecken braucht. Übrigens haben kürzlich sowohl EA Sports als auch 2K die offizielle NHL-Lizenz erworben, in den nächsten Jahren dürfen wir uns damit auf ganz besonders spannende Eishockey-Duelle gefasst machen.

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Wintersport
Das Beste, was sich über Wintersportspiele sagen lässt, ist wohl, dass sie die Geldbörse nicht allzu sehr strapazieren, sind sie doch fast alle bereits bei Neuerscheinung zum Spartarif erhältlich. Ansonsten warten alle seit vielen Jahren auf eine rundum überzeugende Simulation der winterlichen Sportarten.

So viel vorneweg. "Supreme Snowboarding" von Infogrames überzeugt vielleicht noch am Meisten. Es entspricht schon fast einer Rennsimulation, so flott geht es auf dem Snowboard die Gletscher hinunter. Eine dynamische Angelegenheit, allerdings aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades nur gestandenen Pistensauen zu empfehlen. "Naja, wer´s mog" - wird wohl so manch bayerischer Skihase über das "RTL Skispringen" geseufzt haben, das eigentlich außer seinem zugkräftigen TV-Logo recht wenig zu bieten hat: Miese Optik, noch miesere Technik aber ideal geeignet, um mal eben einen RTL-Werbeblock zu überbrücken.

Entsprechendes gilt auch für die enttäuschenden "Wintersport Challenge" von Cyanide, "Extreme Winter Sports" von Headgames sowie "Torino 2006" von 2k Sports. Ganz zu schweigen vom unpräzisen und schwer zu kontrollierenden "ESPN Extreme Games" Der Einäugige unter all diesen Blinden ist "Bode Miller Alpine Skiing".Eine einigermaßen passabel umgesetzte Skisimulation, die über die vier recht ordentlich umgesetzten Disziplinen Abfahrt, Slalom, Riesenslalom, und Super G gebietet. Das 1998 erschienene Abfahrtsrennen "Front Page Sports Ski Racing" aus dem Hause Sierra hat zwar schon ein paar Jahre auf seinem Skibuckel, ist aber auch heute noch ein recht flotter und gradliniger Flitzer, der von der Konkurrenz nicht so leicht zu überholen sein wird.

"Ski Racing 2006" von Jowood steht ebenfalls sehr solide auf seinen Brettern und ist eine echte Alternative zu Front Page. "Ski Racing" orientiert sich am Ski World Cup, verfügt über präzise nachmodellierte Originalstrecken, einen Trainingsmodus, einen Event-Editor sowie ebenfalls über die vier Disziplinen Slalom, Riesenslalom, Super G and Abfahrt.

Bleibt noch eine letzte Warnung vor dem Kauf: "Salt Lake 2002" von Eidos ist Schrott der lupenreinsten Sorte. In Sachen Spielspaß macht dem sogar der C-64-Uraltklassiker "World Games" von Epyx noch was vor.Die Sommerolympiaden
Hier gilt leider dasselbe wie für den Wintersport: Weit und breit allenfalls Durchschnittskost wie etwa das olympische "Sydney 2000" von Eidos, bei dem es einzig und alleine darauf ankommt, den Powerbutton des Gamepads oder eine Tastaturtaste möglichst schnell zu traktieren.

Genauso schlecht bestellt war es mit der Olympiade 2004 in Athen. Das ebenfalls von Eidos stammende "Athens 2004" verfügte zwar über viele Disziplinen, verfuhr aber ebenso wie sein Vorgänger nach dem Prinzip "Klasse statt Masse". Mit anderen Worten: Die 20 Disziplinen wie Leichtathletik, Schwimmen, Gymnastik, Schießen, Gewichtheben oder Reiten nutzen ebenso wenig wie 800 Charaktere aus 64 Ländern, wenn es mit dem Spielspaß derart hapert.Denn letztlich geht es auch hier nur darum, möglichst schnell eine Taste zu beklopfen, um schlussendlich als Gewinner auf dem Treppchen zu stehen. Solange den Entwicklern außer dieser behämmerten Steinzeit-Steuerung keine neue Bedienmethode einfällt, sollten sich Freunde der olympischen Sportarten nicht von hübschen Grafiken oder zugkräftigen Namen blenden lassen.

Der uralte C-64-Klassiker "Summer Games" von Epyx ist mindestens ebenso spannend wie die aktuelle Konkurrenz und verfügt über exakt dieselbe Bedienmethode - zudem gibt´s ihn auf diversen Websites samt C-64-Emulator als Gratis-Download.

Test the Best
10 auserlesene Spiele aus dem Fundus selten betriebener Sportarten

1. Baseball: MVP Baseball 2004 (EA Sports): Einsteigerfreundlich und optionsreich, mit vielen Spielmodi und umfangreicher Kontrolle über jeden Spielaspekt

2. BMX: Mat Hoffman´s Pro (BMX/Activision): Anspruchsvolles Kunstradfahren, basiert auf der prachtvollen Tony Hawk-Engine, inklusive Mehrspielermodus

3. Boxen: Fight Night Round 3 (EA Sports): Das mit Abstand beste Boxprogramm, bislang leider nur für XBox 360 und Playstation 2 zu bekommen

4. Bullenreiten: Professional Bull Rider 2 (Sierra Sports): Herzerfrischendes Bullenreiten für Cowboys und solche, die es werden wollen, inklusive Editor

5. Fischen: Championship Bass (EA Sports): Gehaltvolles und erstaunlich komplexes Wettkampf-Barschfischen, fast so spannend wie am Angelteich

6. Football: Madden NFL 06 (EA Sports): Sehr realitätsnaher Football, der keine Wünsche offen lässt, inklusive superbem Karrieremodus

7. Golf: Tiger Woods PGA Tour 06 (EA Sports): Exquisites Golfprogramm mit schnellem Bildaufbau, gleichermaßen geeignet für Einsteiger und Profis

8. Segeln: Virtual Skipper 4 (Nadeo) - Konkurrenzlos gute und wunderbar in Szene gesetzte Segelsimulation für den anspruchsvollen Skipper

9. Skateboard: Tony Hawk´s Pro Skater 2 (Activision) - In jeglicher Hinsicht perfektes Skateboarding, ein vielgelobtes Kleinod unter den Sportspielen

10. Volleyball: Power Spike Pro Beach Volleyball (Infogrames) - Solide und variabel, mangels Konkurrenz der derzeit beste, erhältliche PC-Volleyball