So richtig überzeugen konnte uns "Spore" bei seiner Veröffentlichung im September 2008 nicht (74% - Spore Test). Trotz vieler guter Ansätze wollte der Funke auf Dauer nicht überspringen und wir bemängelten eine gewisse fehlende spielerische Tiefe, die spätestens mit dem Erreichen der abschließenden Weltraum-Phase einsetzt. ´Die Sims´-Erschaffer Will Wright hat unsere Kritik möglicherweise erhört, denn mit der Erweiterung "Galaktische Abenteuer" legt man den Finger scheinbar genau auf den von uns beanstandeten wunden Punkt. Wird nun doch noch alles gut und die kreative Spore-Wundertüte verwandelt sich durch das Addon zum Dauerspiel-Paradiesvogel? Wir sagen euch, für wen sich die Anschaffung der Zusatzinhalte lohnt ...

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"Wie, das ist alles?"

Spore: Galaktische Abenteuer wählt einen zweigleisigen Ansatz, um die neuen Inhalte in den bereits bestehenden und bewährten Spielablauf zu integrieren. Auf der einen Seite erhaltet ihr die Möglichkeit, eurer Rasse Raumschiffkapitäne hinzuzufügen. Diese können ab sofort auf die Oberflächen der Planeten beamen, um dort Abenteuer-Missionen zu erleben. Andererseits setzt man noch mehr als bisher auf das Pferd "selbst erstellte Inhalte", die mithilfe des mitgelieferten Editors von Spore-Spielern in aller Welt entwickelt und zur allgemeinen Verwendung freigegeben werden.

Spore: Galaktische Abenteuer - Trotz Addon immer noch kein gutes Spiel

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Unser neuer Kapitän schaut ein wenig dumm aus der Wäsche.
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"Wie, das ist alles?", denkt ihr vielleicht und liegt damit gar nicht mal so falsch. Electronic Arts bzw. Entwickler Maxis machen es sich mit diesem Ansatz, nämlich auf von Spielern produzierte Inhalte zu setzen, ziemlich leicht. Die wenigen mitgelieferten Missionen sind sehr überschaubar und reichen kaum aus, um einen Kauf zu rechtfertigen - selbst wenn man weitere Abenteuer sukzessive nachliefern möchte.

Um an diesen Missionen teilnehmen zu können, benötigt ihr jedoch zunächst (neben dem Hauptspiel, ohne das die Erweiterung nicht spielbar ist) einen Raumschiff-Kapitän. Entweder entwerft ihr euch im dann separat spielbaren Addon völlig neue Kreaturen oder ihr rekrutiert dafür bereits vorhandene eigene Spezies, bzw. die virtuellen Geschöpfe anderer Spieler.

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Eine kleine Zwischensequenz verrät uns, dass wir unser erstes Abenteuer bestanden haben.
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Die intergalaktischen Abenteurer kommandiert ihr entweder als Anhängsel der Weltraumphase im normalen Spielablauf, wo ihr nun beim Ansteuern von Planeten unterschiedliche Aufträge erledigen könnt oder ihr wählt unabhängig von eurer eigenen Hintergrundgeschichte einzelne galaktische Abenteuer aus und spielt einfach einige Einzelmissionen. Integriert in den bisherigen Spore-Spielablauf ergeben die neuen Aufgaben jedoch deutlich mehr Sinn und machen als Erweiterung der Spiel-Mechanik zumindest kurzfristig durchaus eine gute Figur.

Beam me down, Schrotti

Macht ihr nun mit eurem Schiff an einem anderen Himmelskörper halt erweitern sich eure Möglichkeiten dank der "Galaktischen Abenteuer". Ihr beamt eure Kreatur allein oder begleitet von bis zu drei Kameraden, die man von alliierten Rassen rekrutiert, auf die Oberfläche und absolviert meist ziemlich kurze und simple Abenteuer im Rahmen bereits etablierter Handlungsprozesse.

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Wer einen gewissen Punktestand erreicht, kann sich nützliche Ausrüstungsgegenstände aussuchen.
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Ihr sozialisiert euch also mit den Bewohnern des Planeten, führt Balztänze aus, beschafft benötigte Gegenstände, beschützt oder attackiert die Wesen und so weiter. Sobald ihr die Aufträge erfolgreich abschließt, erhaltet ihr als Belohnung einige Erfahrungspunkte auf das Konto eures Kapitäns, der mit der Zeit im Rang aufsteigt und außerdem dafür mit neuen Ausrüstungsgegenständen (wie z. B. Waffen, Rüstungen oder Gesundheits- und Batterieupgrades) und Accessoires ausgestattet werden kann.

So richtig in Fahrt kommt dieser Teil der Erweiterung jedoch kaum. Zu oberflächlich wirken die Abenteuer, bieten sie doch - ähnlich wie die übrigen Spore-Spielmechaniken - ziemlich wenig Spieltiefe. Und daher halten sie ob des geringen Spannungsbogens auch nur sehr wenig Motivation bereit. Warum soll ich noch mal meinen Kapitän aufleveln und ihn mit neuen Ausrüstungsgegenständen upgraden? Die Antwort darauf bleibt man uns leider schuldig.

Selbst gemacht hält besser?

Die zweite Säule von "Galaktische Abenteuer" baut direkt auf den oben beschriebenen Abläufen auf, allerdings wird hier euer kreativer Drang gefordert. Mithilfe des "Adventure Creators" erstellt ihr eigene Abenteuer und erweitert damit den recht spärlich ausgestatteten mitgelieferten Missionsumfang des Addons. Die zur Verfügung gestellten Mittel sind umfangreich und mächtig, allerdings benötigt man eine ganze Weile, bis man sich mit allen Tools anfreundet.

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Abenteuer bestehen z.B. aus Rennen oder ...
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Die Lernkurve ist dementsprechend steil, dafür wird man mit beachtlichen Ergebnissen belohnt, wenn man sich auf den Design-Prozess eines eigenen Levels bzw. einer eigenen Welt einlässt. Ihr erstellt eigene Planeten, terraformt die Umgebung mit Pflanzen, Gebäuden, Fahrzeugen, entwerft eigene Spezies (oder "klaut" euch Ideen aus der Internet-Community), gebt ihnen Aufgaben und polt ihre Neigungen und Verhaltensweisen, fügt einige Spezialeffekte und Sounds hinzu und gebt eurem ganz persönlichen Abenteuer damit genau den Farbanstrich, der euch vorschwebt.

Der Kauf des Addons lohnt sich nur für Hardcore-Kreativlinge unter den Spore-Jüngern.Fazit lesen

Das funktioniert nach dem erwähnt holprigen Einstieg zwar recht gut, doch immer wieder behindern ärgerliche Clippingfehler den flüssigen Spielablauf. Zudem erweisen sich Wegfindungsprobleme der KI-Helfer regelmäßig als problematische Stolpersteine. Auch wenn die Länge der Missionen künstlich auf acht Akte beschränkt ist, sollte das ausreichen, um euch genügend Freiheiten bei der Ausgestaltung eigener Abenteuer zu lassen.

Spore: Galaktische Abenteuer - Trotz Addon immer noch kein gutes Spiel

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... Kämpfen in Arenen.
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Stellt ihr sie einmal für die Allgemeinheit zur Verfügung, kann die Spore-Anhängerschaft euer Werk bewerten oder geht selbst mit eigenen Kapitänen in eurem Abenteuer auf Punkte-Jagd. Hier zeigt sich auch die große Stärke von Spore - die exzellente Online-Integration. Alle erstellten Inhalte werden in der Sporepädia übersichtlich angezeigt bzw. gesammelt und stellen zur jeder Zeit alle verfügbaren Kreaturen, Vehikel und selbst erstellten Quests für die einfache Nutzung bereit. Allerdings ist das alles immer noch sehr eindimensionaler "Einbahnstraßenfußball", Multiplayer-Optionen gibt es nämlich leider immer noch nicht.