Das heißt aber nicht, dass es keine Abwechslung gäbe. Immer wieder versuchen die Entwickler, ein wenig aus bekannten Mustern auszubrechen. Während das in Sequenzen sehr gut gelingt, wo Sam sich auf einem Jahrmarkt unbemerkt einigen Zielpersonen nähern muss oder ihr Laserfallen (Achtung: Augenkrebs!) ausweicht, misslingt der Ausflug in Modern-Warfare-eske Jagdgründe: 08/15-Geballer im Irak, ohne Schleicheinlagen, ohne Gadgets, ohne Schalldämpfer? Das fügt sich einfach nicht glaubwürdig ein, auch wenn es als Flashback inszeniert wird.
Brutale Verhöre erinnern an Jack Bauers Einsätze in '24'.Dazu passen auch einige Sequenzen gen Ende, wenn die Ballerei doch ein wenig überhand nimmt und das Schleichen nur noch Beiwerk zu sein scheint. Überflüssig, wenn auch storytechnisch stimmig, sind die ultrabrutalen Verhöre á la Jack Bauer ("24"), die per Knopfdruck ausgelöst werden. Sam tötet jetzt grundsätzlich und setzt niemanden lediglich außer Gefecht. Superlinear bleibt die mit elf Missionen bei lediglich fünf bis sechs Stunden Spielzeit sehr dünn ausgestattete Einzelspielerkampagne dennoch.
Um euch darüber hinweg zu trösten, bietet Conviction zum einen noch einige Nebenmissionen, die ihr entweder allein oder im Koop-Modus angehen könnt. Hier geht es tatsächlich mal darum, ungesehen zu bleiben und eine vorbestimmte Anzahl von bösen Buben auszuschalten, bis die nächste Ebene erreicht wird. Entdeckung führt aber auch hier nicht zum Missionsende, sondern nur zum Aufstocken der feindlichen Übermacht.
Wer gerne Koop zockt, wird sich zum anderen darüber freuen, dass sogar einige eigenständige Storymissionen für diesen Spielmodus gebastelt wurden. Diese gleichen im Spielablauf vollkommen der Einzelspielerkampagne, sind jedoch speziell auf die Zweispieler-Komponente ausgelegt.
Im Koop-Modus liegt der Schwerpunkt wieder mehr auf dem Schleichen denn Ballern.Das Zusammenspiel (auch im Splitscreen) funktionierte ausgesprochen gut - so werden z.B. markierte Ziele für beide Spieler zum Abschuss freigegeben. Innerhalb eines großzügigen Zeitfensters belebt ihr gefallene Kameraden außerdem wieder. Im Vergleich zur Kampagne erlebt ihr hier deutlich mehr ursprüngliches „Splinter Cell“-Feeling, liegt der Schwerpunkt eher beim Schleichen denn Schießen. Für zusätzliche Langzeitmotivation und Wiederspielwert sollen darüber hinaus die P.E.C.-Herausforderungen sorgen (Persistent Elite Creation).
Bestimmte Aktionen (z.B. ungesehene Kills, Headshots usw.) versorgen euch mit Credits, die ihr in Waffenverstecken gegen Upgrades für Waffen mit höherer Präzision oder Durchschlagskraft, Gadgets sowie Multiplayerskins- und Ausrüstungsgegenstände eintauscht.
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