Splinter Cell Chaos Theory (PC)
(von Nedzad Hurabasic)

Mit »Splinter Cell« belebte Ubisoft vor einiger Zeit nicht nur das Genre der taktischen Stealth-Shooter neu. Es wurden Maßstäbe gesetzt, an denen sich die Konkurrenz seitdem orientieren muss. Nun ist Superagent Sam Fisher in »Splinter Cell Chaos Theory« erneut darauf

angesetzt, die Welt zu retten. Ob das Spiel wieder für offene Münder sorgt und welche Neuheiten den dritten Teil der Schleicher-Action vom Vorgänger "Pandora Tomorrow" unterscheiden, das sagen wir euch in diesem Test.

Splinter Cell: Chaos Theory - NSA Training Trailer 69 weitere Videos

Wenn es einen berechtigten Kritikpunkt am Originalspiel Splinter Cell gegeben hat, dann war es der fehlende Multiplayer Modus. Die Entwickler von Ubisoft merzten diese Schwachstelle schon in Pandora Tomorrow - der zweite Teil der Serie - aus und schafften es, mit dem Mehrspieler Modus erneut zu überzeugen.

Mit Splinter Cell Chaos Theory geht die Spieleschmiede noch einen Schritt weiter und integriert einen so genannten "Kooperativen Modus" (Koop). Dieser gibt den Spielern nicht nur die Möglichkeit, einige Level gemeinsam (zu zweit) zu absolvieren, viele der Koop-Fähigkeiten stehen auch im Multiplayermodus zur Verfügung, wo man in Teams von je zwei Spielern gegeneinander antreten darf.

Sam Fisher ist der Held der Splinter Cell-Serie, ein Spezialagent des US-Geheimdienstes NSA (National Security Agency), bzw. dessen noch geheimerer Abteilung "Third Echelon". Wie auch schon zuvor, kann der Protagonist zwar auf ein

umfangreiches Arsenal an Waffen und technischen Hilfsmitteln zugreifen. Das eigentliche Ziel ist aber, die jeweiligen Missionen möglichst lautlos und unentdeckt abzuschließen. Zu diesem Zweck ist Fisher vor dem neusten Abenteuer ins Trainingslager gewandert und hat einige neue Fähigkeiten erlernt. Auch ein Besuch bei "Mr. Q" stand an, sodass Sam sich über eine Erweiterung seines Arsenals freuen darf.

Krisenherd Fernost
Trat Sam Fisher in den beiden vorangegangenen Spielen gegen verschiedene Terrornetzwerke an, so bekommen seine Einsätze diesmal eine ungleich größere Dimension, auch wenn dies nicht gleich zum Beginn des Spiels ersichtlich ist. Eine multinationale Krise im asiatischen Raum droht sich zum Krieg zwischen Japan und China, bzw. deren Verbündeten auszuweiten, während Fisher einem eher kleinen Fisch hinterherjagt. Wie sich aber schnell herausstellt, hat der Waffendeal eines zunächst eher unbedeutend

Splinter Cell: Chaos Theory - Sam Fisher besser denn je? JA!

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erscheinenden Bösewichts eine größere Tragweite als angenommen. Während man in der Haut von Sam Fisher ein Puzzleteil nach dem anderen zusammenfügt, führen einen verschiedene Cutszenen zu Beginn jeder der zehn Missionen immer weiter in die internationale Krise ein, bei der Japan die Unterstützung der verbündeten USA einfordert.

Schnell entwickelt sich ein spannender Spionage-Thriller, auf dessen Kulminationspunkt Fisher mit jeder abgeschlossenen Mission unaufhaltsam zusteuert. Natürlich gilt auch diesmal wieder die oberste Prämisse, im Verborgenen zu agieren. Denn offiziell gibt es die Spezialeinheit "Third Echelon" natürlich gar nicht. Um seine Ziele zu erreichen, stehen dem Spion einige Waffen und eine Menge technisches Spielzeug zur Verfügung.

Packshot zu Splinter Cell: Chaos TheorySplinter Cell: Chaos TheoryErschienen für 3DS, PS2, PC und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Waffenarsenal kontra Schleichfahrt
Die Hauptwaffe ist auch diesmal ein SC-20-Gewehr, allerdings lässt es sich nach einem technischen Update um vier Module erweitern, die im Laufe des Spiels freigeschaltet werden. Neben dem lauten aber durchschlagskräftigen Scharfschützenmodul für große Entfernungen erhält man in späteren

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Missionen auch Zugriff auf das Schrotmodul. Das erzielt vor allem bei Feuergefechten in Nahdistanz gute Ergebnisse, macht allerdings eine Menge Lärm und muss daher mit Bedacht eingesetzt werden.

Außerdem erwähnenswert ist das Werfermodul, mit dem man Projektile mit verschiedenen Eigenschaften abfeuern kann: Haftschocker verpassen dem Ziel einen elektrischen Schlag, beim Abschuss auf Wasseroberflächen werden alle damit in Verbindung stehenden Objekte ebenfalls unter Strom gesetzt. Die Haftkamera dient zum Auskundschaften von uneinsehbarem Terrain, außerdem kann man mit ihrBetäubungsgas freisetzen (was sie allerdings zerstört). Zum Ausschalten von Feinden kann man auch die beiden Module Gasgranate und Ringflächengeschoss einsetzen.

Fisher wurde für die neuen Missionen erstmals auch mit einem Messer ausgestattet. Die Nahkampfwaffe bewährt sich vor allem dann, wenn man für das Ziehen der Hauptwaffe keine Zeit mehr hat und man schnell reagieren muss.

Dann kann man mit verschiedenen Moves den Feind abstechen oder ihm flugs eine "zweite Luftröhre" verpassen - also die Kehle aufschlitzen.

Das Messer lässt sich aber auch für das Knacken von Türschlössern oder das Aufschlitzen von Planen oder Zelten einsetzen. Das kann sinnvoll sein, wenn man sich einen alternativen Zugang zu bewachten Objekten verschaffen will und nicht entdeckt werden möchte. Natürlich ist auch diesmal wieder die 5-7-Pistole dabei, die mit einem Schall- und Mündungsfeuerdämpfer versehen ist.Mit ihr lassen sich Ziele präzise und unauffällig ausschalten, wenn die Reichweite des Messers zu kurz ist.

Das vielleicht wichtigste Bestandteil von Fishers Ausrüstung ist jedoch keine Waffe, sondern sein Visor. Das EEV (Electronically Enhanced Vision) ermöglicht es dem Agenten nicht nur, sich durch seine Nachtsichtfähigkeit durch absolute Dunkelheit sicher fortzubewegen.

Mit dem Wärmebild können potenzielle Feinde ausgemacht werden, lange bevor sie ins natürliche Sichtfeld kommen. Wer gerne ein bisschen Voyeur spielt, darf den Zoom benutzen, um weiter entfernte Objekte in Augenschein zu nehmen.

Da man als herumschleichender Agent die Dunkelheit als Tarnung benötigt, ist vor allem das Nachtsichtgerät ständig im Einsatz. Sam verfügt zwar über viele weitere offensive und defensive Mittel, meist greift man im Spielgeschehen jedoch auf diese Standards zurück.Bewährtes Gameplay
Am bewährten Spielsystem hat Ubisoft nur einige Details geändert, viel verbessern konnte man hier ohnehin nicht mehr, so intuitiv und eingängig waren die Steuerung und der Spielaufbau des Gameplays in den beiden Vorgängern. Wie gewohnt

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erhält man am Anfang jeder Mission einen speziellen Auftrag, im so genannten "Briefing" werden die Details erklärt und die Schwierigkeiten und Gefahren von Experten erläutert. Neu ist, dass es neben dem Hauptziel auch eine Sekundär- und Bonusaufgabe gibt. Meist bestehen diese aus dem Auffinden von Gegenständen oder Objekten oder dem rechtzeitigen Erledigen von bestimmten Missionsaufgaben. Letztendlich haben die Nebenaufgaben aber nur eine geringe Bedeutung für das Gesamtspiel. Lediglich in der Missionsauswertung, die ohne Belang für das Vorankommen Fishers ist, erhält man eine Herabstufung für einzelne Missionspunkte. Wer die Hauptaufgabe erfolgreich löst, darf die nächste Mission spielen. Man kann aber auch denselben Level nochmal probieren, um seine Wertung zu perfektionieren.

Die jeweilige Aufgabenstellung ergibt sich aus der fortlaufenden Story. Meist geht es um Informationsbeschaffung, die den NSA-Bossen die Grundlage für folgenschwere Entscheidungen gibt. Während man etwa zunächst auf einer Insel nach Informationen sucht und auf nur wenig Gegenwehr trifft, wird es schon in der nächsten Mission schwieriger:

Ein Schiff muss auf offener See infiltriert werden, erstmals verfügt das Wachpersonal auch über ein Alarmsystem. Wenn man zu oft erwischt wird, scheitert man schnell, da die Alarmstufe ansteigt und die Wachen immer aufmerksamer werden. Glücklicherweise bleibt bei allem spielerischen Ernst der Humor nicht auf der Strecke, Mr. Fisher hat den ein oder anderen lockeren Spruch auf der Lippe. Neben einem flotten Mundwerk verfügt er natürlich auch über körperliches Durchsetzungsvermögen und setzt seine Gegner mit verschiedenen Nahkampftechniken lautlos außer Gefecht.

Ob man sich seinen Feinden von oben nähert und sie per "Überkopf-Genickbruch" tötet, ihnen mit einem gekonnten Sprung aus dem Wasser auf die Pelle rückt oder sie per "Shadow-Backstab" aus dem Hinterhalt erledigt. Hängt von der Situation ab. Wirkungsvoll ist jede dieser Fähigkeiten. Vor jeder Mission muss man übrigens seine eigene Ausrüstung zusammenstellen und hat dabei die Möglichkeit, zwischen drei verschiedenen Konfigurationen zu wählen. Wer lieber ein bisschen mehr Action will, nimmt mehr Munition für das Gewehr mit, andernfalls entscheidet man sich vielleicht doch lieber für eine ausgewogene Mischung aus Schleicher-Gadgets und Shooter-Elementen.

Oft kann man auch mit sehr einfachen Mitteln zum Ziel kommen und benötigt das High-Tech-Waffenarsenal gar nicht. Sam kann z. B. die Wachen mit einem Pfiff ablenken, um sie in eine Falle zu locken oder sie zu umgehen. Alternativ dazu kann man auch das Licht oder die Stromzufuhr ab- oder auch Musik einschalten, und das eigene Eindringen zu vertuschen.Wer auf diese Weise versucht Verwirrung zu stiften, kann allerdings auch auffliegen. Die Wachen bemerken aufgrund der sehr guten Feind-KI Veränderungen an der Umgebung und können schon bei einer offen stehenden Tür Alarm auslösen.

Wer will, kann auch versuchen, Missionen völlig ohne Feindkontakt zu lösen. Das ist nicht einfach, aber mit Geduld und dem Einsatz von Sams speziellen Fähigkeiten durchaus möglich. Dann dürfte die durchschnittliche Spielzeit von etwa 20 Stunden aber auf jeden Fall deutlich überschritten werden.

Multiplayer-Segen: Koop-Modus
Da das fast perfekte Gameplay kaum noch verbessert werden konnte, haben die Entwickler dem Spiel einen neuen Multiplayer-Modus spendiert. Nachdem in "Pandora Tomorrow" endlich ein Mehrspieler-Modus eingeführt wurde, darf man im so genannten Kooperativen Modus ab sofort einige Story-Missionen mit seinem Kumpel zusammen absolvieren.

Dabei folgt die Koop-Story teilweise dem Erzählstrang der Hauptgeschichte. Die Missionen sind eigens für das Spiel im Team entworfen worden, so stehen dem Schleicher-Duo auch entsprechende Spezial-Fähigkeiten zur Verfügung. Die Koop-Aktionen "Schnell-Aufstieg" (eine Art Räuberleiter), "Tom Nage/Weitsprung" (schleudert den Team-Kameraden über Hindernisse- trifft man dabei einen Gegner, wird dieser außer Gefecht gesetzt) oder Menschliche "Leiter" sind überall einsatzfähig, wo genug Platz vorhanden ist. Andere sind situationsabhängig nutzbar, wie z. B. das "Koop-Doppel-Abseilen", bei dem man seinen Kumpel an bestimmten Stellen an einem Seil herablassen kann.

Die vielseitigen Missionen lassen sich in etwa einer Stunde absolvieren und machen enorm viel Spaß. Es stehen zwei Koop-Modi zur Auswahl: Beim Missions-Modus kann man alle Einsätze aus dem Story-Modus in beliebiger Reihenfolge spielen, im Elite-Modus stehen den beiden

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Agenten keine tödlichen Waffen zur Verfügung, was die Schwierigkeit natürlich erhöht.

Neben dem Koop-Modus kann man auch diesmal wieder im Versus-Mode gegeneinander antreten. Hier spielen immer zwei Teams, bestehend aus je zwei Spielern gegeneinander. Eine Seite übernimmt dabei die Rolle der Shadownet-Spione, die andere verkörpert die Söldner. Die Söldner sind schwer bewaffnet, dafür aber nicht sehr beweglich. Ihre Widerparts sind schnell und wendig, vertragen aber nur wenige Treffer. Während die Agenten versuchen müssen, verschiedene Objekte zu beschaffen, müssen die Söldner das Areal
bewachen und sie daran hindern, ihren Auftrag auszuführen. Scheitert ein Team-Mitglied, verlieren beide Spieler, deshalb ist gutes Teamplay äußerst wichtig. Neben dem Story-Modus gibt es noch die Modi "Disc Hunt" (eine modifizierte Variante des beliebten "Capture the Flag") und natürlich den allseits beliebten "Deathmatch", bei dem es wie immer darum geht, das gegnerische Team vollständig auszuschalten.

Licht und Schatten
Sowohl die Solo-Missionen als auch die Mehrspieler-Modi überzeugen durch absolut ansehnliche Grafik. Die Licht- und Schattenspiele, ein Markenzeichen von "Splinter Cell",

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wirken diesmal noch realtistischer, was wohl auch dem Einsatz von Version 3.0 des Pixel-Shaders zu verdanken ist. Oftmals verharrt man nicht aufgrund einer bedrohlichen Situation für längere Zeit an einem Fleck, sondern weil man die Atmosphäre aufsaugen und auf sich wirken lassen will. Selten erreichte ein anderes Spiel diesen besonderen Effekt.

Doch die grafisch opulenten Spielereien dienen oft auch einem bestimmten Zweck. Wenn man beispielsweise einen Gegner aufgrund seines Schattens durch die hauchdünnen Papierwände eines japanischen Hauses hindurch
beobachten und schließlich auch ausschalten kann, dann ist das einfach nur klasse. Spielmotivation pur. So ist die grafische Umsetzung immer auch ein wichtiger Bestandteil des Gameplays und macht die Spiele der Splinter Cell-Reihe im Gegensatz zur Genre-Konkurrenz zu etwas Besonderem.

Dass sich die Geräuschkulisse dem hohen Niveau der grafischen Umsetzung anpasst, ist fast schon selbstverständlich. Oftmals nimmt man die musikalische Untermalung nur unbewusst wahr, wenn etwa ein Radio neuste Nachrichten verkündet oder Musik vor sich hindudelt. Wenn es dann aber plötzlich rasant wird, unterstützt der Soundtrack den Wechsel des Spielrhythmus perfekt und trägt damit zum steigenden Pulsschlag bei. Außerdem kann man Musik auch zu seinem taktischen Vorteil einsetzen. Wenn man z. B. ein Radio einschaltet, kann man auch selber ein bisschen mehr Lärm machen, ohne gleich entdeckt zu werden.

Auch die Vertonung der Charaktere lässt nichts zu wünschen übrig. Sam Fisher wird (im englischen Original) wie gewohnt vom US-Schauspieler Michael Ironside gesprochen.Pro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ Texturen & Grafik sind weltklasse + Hervorragendes Gameplay + Tolle Story + Klasse Sound + Neuer Koop-Modus

Contra:
- FehlanzeigePro & Contra

Wertung im Schnellüberblick:

Pro:
+ Texturen & Grafik sind weltklasse + Hervorragendes Gameplay + Tolle Story + Klasse Sound + Neuer Koop-Modus

Contra:
- Fehlanzeige