Japan ist in vielerlei Hinsicht das Mutterland der heutigen Videospielindustrie, kamen Spiele und Konsolen nach dem Video Game Crash 1983 doch primär aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dementsprechend wichtig ist den Japanern dieses Entertainment-Medium. Ich war vor kurzem in Osaka und habe eine Tour durch einen ausgesuchten Videospielladen gemacht, bei dem es unter anderem ein Spiel für über 3.000€ zu erwerben gab.

Der Laden selbst nennt sich Super Potato und ist Teil einer Videospielladen-Kette, die sich gerade auf Retro-Titel spezialisiert hat. Grundsätzlich gilt hier: Wer suchet, der findet. Unter anderem NeoGeo-Spiele, die aufgrund einer geringen Stückzahl aber hohen Qualität für Mondpreise über die Ladentheke gehen, die im vierstelligen Bereich liegen.

Eine kleine, zweiminütige Video-Übersicht zum Super Potato findet ihr hier:

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Besonders lobenswert, gerade im Vergleich zu hiesigen “Videospielläden”, in denen man kaum mehr findet, als die aktuellen AAA-Releases: Die riesige Auswahl. Klar, Super Potato hat sich auf Retro Games spezialisiert, aber auch in generellen Gebrauchtläden findet man originalverpackte Game Boy-, Super Famicom- oder Sega Saturn-Spiele in einem fantastischen Zustand.

Spielekultur - Wie viel besser es ist, in Japan Videospiele zu kaufen

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Ein Spiel für 348.000 Yen gefällig? Das sind aktuell 2.600 Euro!
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Fantastisch sind meistens auch die Preise. Zwar war der Super Potato etwas hochpreisiger, ein originalverpacktes Pokémon Smaragd kostete bei einem anderen Laden etwa 15€, beim Super Potato hingegen 30€, im Vergleich zum europäischen Markt sind sie dennoch fair. Und gerade bei den generellen Gebrauchtläden schießt man ein Schnäppchen nach dem anderen: Harvest Moon für den Game Boy inklusive makelloser OVP und Anleitung für 2,50€? DS Spiele, selbst Pokémon-Ableger, für weniger als 5€? In Japan alles machbar.

Jetzt kann man sich natürlich denken: "Aber was ist mit westlichen Spielen?" Erstaunlicherweise sind auch diese ganz normal verfügbar, egal ob ein Destiny 2, The Witcher 3 oder Mittelerde: Shadow of War, all diese Spiele sind zum gleichen Preis wie in Europa erwerbbar. Wer also darüber nachdenkt, nach Japan zu ziehen, muss diese Spiele nicht missen.

Grundsätzlich sind japanische Läden ein absoluter Traum für jeden Nerd und Sammler und man muss sich schon richtig zusammenreißen, hier keine Hypothek aufzunehmen. Etwas unterrepräsentiert waren in jedem Fall Artbooks: Diese werden interessanterweise nicht in Videospiel-spezifischen Läden verkauft, sondern in generellen Gebraucht- und Buchläden.