Nintendos würdevollem Siegeszug beizuwohnen ist einfach ein Hochgenuss. Mehr als 10 Millionen verkaufte Switch-Einheiten und das nicht einmal 10 Monate nach Veröffentlichung der Konsole - bei Nintendo wurde in den letzten Tagen wahrscheinlich ordentlich Schampus verteilt. Aber zu Zeiten der Wii U sah das ganz anders aus: Wie Nintendo dennoch das Ruder herumriss, erfahrt ihr jetzt.

Damals waren viele skeptisch, heute ist sie ein riesiger Erfolg: Die Nintendo Switch!

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Die Wii U war per se nicht schlecht. Nur was sie auch nicht besonders innovativ. Tablets gab es zum Release der Nintendo-Konsole schon zu Genüge, während die Wii Motion Gaming einführte, war die Wii U einfach… Da. Keiner, inklusive der Entwickler, wusste so genau was mit dem Controller anzufangen, die besten Wii U-Spiele wie Bayonetta 2 und Xenoblade Chronicles X hätten wohl auch ohne funktioniert.

Mit der Switch hingegen hat Nintendo den Zahn der Zeit erkannt: Mobile ist das neue Schwarz, daran wird in Zukunft nichts mehr dran vorbeiführen. Machen wir uns nichts vor, egal wie verpöhnt Mobile-Spiele auch sein mögen, erfolgreich sind sie trotzdem. Während die Umsatzzahlen von Konsolen-Spielen sinken, scheißt ein Battle Royale oder Pokémon Go förmlich Geld. Und letzteres bringt mich schon zu meinem nächsten Punkt.

Kein Alleingang mehr

Nintendo ist ein konservatives, traditionell geprägtes Unternehmen. Daher war es völlig normal, dass wichtige IPs nur intern vergeben werden würden. Gleichzeitg war aber immer klar, dass Nintendo sich kaum an den Mobile-Markt heranwagen würde - wenn nicht mit einem revolutionären Konzept wie der Switch - also lagen diese Marken lange brach. Bis 2016 Pokémon Go eine weltweite Erfolgswelle auslöste, die bis heute anhält. Super Mario Run und Animal Crossing: Pocket Camp sollten folgen, für 2018 plant Nintendo sogar noch weitere Mobile-Spiele zu veröffentlichen. Ein Geniestreich, der besonders darauf basierte, sich von der alten Ideologie zu lösen.

Spielehits gut verteilt

The Legend of Zelda: Breath of the Wild, Super Mario Odyssey, Mario + Rabbids: Kingdom Battle, Super Mario Kart 8 Deluxe und Xenoblade Chronicles 2. Das sind alles Titel, die sowohl die Massen als auch Kritiker begeisterten - Zelda wurde sogar bei den Game Awards als Spiel des Jahres ausgezeichnet. Und das bei einem unfassbaren Spielejahr 2017.

Viel wichtiger als die Masse an Toptiteln, die bereits im ersten Switch-Jahr erschienen sind, ist aber das Zeitraum in denen sie rauskamen. Zum Start gab es Zelda, es folgte wenige Monate darauf Mario Kart, im August erschien Mario + Rabbis, Ende Oktober dann Super Mario Odyssey und Xenoblade Chronicles 2 schloss das Nintendo Switch-Jahr mit Bravour ab. Soll heißen: Alle paar Monate gab es ein neues, fantastisches Spielehäppchen. Und wer von den ganz großen Hits genug hatte, konnte sich auch mit Splatoon 2, ARMS oder SnipperClips die Zeit vertreiben.

Die Fans bekommen was sie wollen - meistens

Zu allerletzt möchte ich Nintendo aber besonders für eines loben: Sie hören mittlerweile darauf, was ihre Fans zu sagen haben! Lange gab es viel Unmut über die fehlenden Metroid-Titel - doch mit Metroid: Samus Returns landete Nintendo einen Paukenschlag, der zudem auch den Preis für das beste Mobile-Spiel bei den Game Awards erhielt. Außerdem kommt 2018 das langersehnte Metroid Prime 4 für die Switch. Kein Systemseller, aber eine Botschaft an die Fans: Wir sehen euch, wir hören euch zu.

In diesem Sinne: Glückwunsch Nintendo! Ihr habt es geschafft, nicht nur aus dem anfangs desaströsen 3DS eine Geldmaschine zu bauen, sondern euch auch von der Wii U und schrecklich veralteten Normen losgerissen. Ein innovatives Nintendo - das habe ich lange Zeit vermisst. Umso glücklicher bin ich, dass ich es nicht mehr missen muss.