Bereits seit den frühen 80er Jahren, gruseln wir uns durch dunkle Gemäuer, verlassene Schulen und finstere Kathedralen. Es begann mit Titeln wie Haunted House oder Castlevania, bis wir uns in Clock Tower und Moonlight Syndrome ohne die Hilfe von Waffen oder anderen Mitteln gegen Geister und Dämonen zur Wehr setzen mussten. Seinen ersten Höhepunkt erreichte das Horrorspiel-Genre auf der Playstation 1: Unvergessene Games wie Resident Evil 1 oder Silent Hill lehrten Millionen Spielern weltweit das Fürchten - und Resident Evil 7 läutet jetzt den nächsten Höhepunkt ein. Der perfekte Zeitpunkt also, um sich bewusst zu machen, was Horrorspiele eigentlich so verdammt gruselig macht!

Das Spiel mit der Macht

In den allermeisten Videospielen spielt ihr den Helden. Und als Held muss man auch schließlich gewappnet sein - und zwar besser als die allermeisten der Gegner, die in der Spielewelt auf uns lauern. Ob ich im Gegensatz zu meinen Gegnern deutlich mehr Kugeln fressen kann oder besondere Fähigkeiten habe ist einerlei: Der vom Spieler gespielte Charakter ist meist der mächtigste.

Dies ist allerdings in vielen Horrorspielen nicht der Fall: In Spielen wie Slenderman oder Amnesia ist der Spieler praktisch hilflos, wenn er erst einmal einem der bekannten Gegner gegenübersteht. Da hilft nur eins: Flucht. Etwas, was die meisten Spielern gar nicht gewohnt sind. Wie wichtig es für die Spielerfahrung ist, dass der Spieler nicht einfach die angeblich gruseligen Gegner ignorieren kann, zeigt auch das Negativ-Beispiel Alone in the Dark (2009): Aufgrund von reichlich Munition und starken Waffen stellen die Gegner keinerlei Hürde für den Spieler dar. Da hilft auch kein gruseliges Design - denn wenn das gruselige Monster sofort zu erlegen ist, verliert man schnell die Angst und fühlt sich nicht mehr allein im Dunkeln, wenn man mit mächtigen Waffen unterwegs ist.

Das Spiel mit der Macht ist aus Sicht der Entwickler allerdings ein Balanceakt: Sind die Gegner zu schwer, macht sich schnell Unbehagen bei der Spielerschaft breit. Während Spiele früher noch für ihren hohen Schwierigkeitsgrad angepriesen wurden, scheint dies längst nicht mehr der Fall zu sein. So verzichten viele Entwickler von modernen Spielen auf wirklich gefährliche Gegner - die immer wieder erwähnten Ausnahmen wie die Dark Souls-Reihe oder Bloodborne mal außen vor. Auch bei vielen Horrorspielen, die euch Waffen in die Hände drücken, ist diese „Casualisierung“ in den letzten Jahren eingetroffen.

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