Seit Ewigkeiten tobt der Krieg zwischen Konsolen und dem PC. Doch obwohl sich gerade ältere Gamer auf ihren Desktop-Kumpel verlassen, boomt der Konsolen-Markt weiterhin. Warum auch ich mir die allermeisten Spiele lieber auf der Konsole als auf dem PC zulege, erkläre ich euch heute.

Das manifestierte Gute

Zunächst sei einmal betont, dass ich einer der immer weniger werdenden Verfechter des Retail-Handels im Videospielbereich bin. Ich mag es einfach nicht, Spiele herunterzuladen, nichts zu haben, was ich mir ins Regal stellen und in einigen Jahren darauf zurückblicken kann. Warum das im Übrigen auch eine psychologische Komponente hat, habe ich in dieser Kolumne erklärt - schaut doch einfach mal rein.

Jedenfalls ist es nunmal Gang und Gäbe, dass man sich Spiele für den PC nicht in einer Hülle sondern als digitale Version kauft - bevorzugt über Steam oder GOG. Die PC-Ableger von Titeln wie Sonic Mania, Tales of Berseria oder Nier: Automata haben sogar gar keine Retail-Fassung bekommen. Und selbst wenn ich doch zu der Retail-Version greifen würde: Die schwarzen Standard-Hüllen von PC-Titeln sind einfach nicht so hübsch wie die der Xbox, Playstation oder Nintendo Switch. Nennt mich verschroben, aber das Auge spielt schließlich mit.

Sonic Mania hatte im Übrigen eines der besten Intros aller Zeiten. Schaut's euch hier an:

Sonic Mania - Opening Animation10 weitere Videos

Die Genre-Vielfalt

Ich bin, als Kind der 90er, mit japanischen Rollenspielen und Jump & Runs großgeworden. Egal ob Pokémon, Dragon Quest oder Super Mario – die Spiele meiner Kindheit haben mich bis heute geprägt. Das JRPG-Genre ist und bleibt wohl mein liebstes von allen. Gerade deshalb ist die Auswahl an PC-Titeln, die mich wirklich interessieren, eher mau: Schließlich gibt es praktisch kein nennenswertes JRPG, das exklusiv für den Heimcomputer erschien.

Im schlimmsten und leider auch häufigsten Fall können PC-Zocker eine Umsetzung von beliebten JRPGs sogar komplett vergessen. Zwar hat Square Enix in letzter Zeit immer wieder PC-Versionen von alten Final Fantasy-Ablegern veröffentlicht, Franchises wie Dragon Quest, Persona oder Digimon Story sucht man vergeblich auf Steam oder im PC-Regal.

Auf Konsolen hingegen findet man alles was man spielen möchte und noch viel mehr - bis auf Echtzeit-Strategie-Spiele, zugegeben. Dafür ist der Controller auch nicht ausgelegt. Vielmehr soll dieses wunderbare Eingabegerät eher für Sportspiele, Rennspiele und die vorher genannten Rollenspiele genutzt werden. Und apropos Eingabegerät…

Der Controller

Sicherlich, Maus und Tastatur sind für Genres wie Strategie-Spiele oder First-Person-Shooter deutlich besser geeignet – Keine Diskussion. Aber wer spielt FIFA oder Life is Strange mit Maus und Tastatur?! Ich hoffe niemand.

Eigentlich gibt es in diesem speziellen Punkt keinen Gewinner und Verlierer, haben beide doch ihre Stärken und Schwächen. Doch zu oft beschimpfen PC-Spieler Controller zu Unrecht! Nicht umsonst schließen immer mehr PC-Spieler ein Xbox-One-Pad an ihren Rechner an.

Stressfrei spielen

Der letzte aber wohl wichtigste Punkt für mich, stets zu einer Konsolen-Version zu greifen, ist aber ein Punkt, der mich am PC-Dasein schon immer gestört hat: Installation und die Möglichkeit, dass ein Spiel schlecht optimiert wurde.

Kurz gesagt: Wenn ich ein Spiel für meine Xbox One kaufe, dann läuft dieses Spiel auch auf meiner Xbox One. Bei PC-Spielen bin ich diesbezüglich etwas gebrandmarkt. Zwei Beispiele. No Man’s Sky, bei dem vor Release angekündigt wurde, dass es auf niedrigeren Grafik-Treibern laufen würde, als die tatsächliche Release-Fassung. Dadurch war ich selbst nicht in der Lage, das Spiel zu spielen. Und Quake: Champions, das aufgrund einer schlechten Optimierung für Laptops auf keinem Gaming-Laptop läuft, der über zwei Grafikkarten verfügt. Also im Grunde auf fast gar keinem.

Das zusätzliche ständige Installieren von Updates, DRM und andere Methoden haben mich immer davon ferngehalten, komplett auf den PC umzusteigen. Klar, Installationen sind auch bei den neueren Konsolen die Regel geworden, aber es bleibt der Ansatz: Wenn ich mir ein Spiel für meine PS4 kaufe, dann läuft es auch auf meiner PS4. Diese Sicherheit bleibt bestehen. Und deshalb werde ich wohl noch lange den Konsolen treu bleiben.