Es begann mit einem Selbstmord.

Es war das zweite Spiel, an dem Suda51 arbeiten durfte - vorher hatte er bei einem Bestattungsunternehmen gearbeitet. Super Fire Pro Wrestling Special war der Titel des Spiels: ein Wrestling-Spiel für das Super Famicom (Japanisches SNES). Suda51 war der Director und durfte auch die Story des Spiels schreiben. Und es endet mit dem Selbstmord des Hauptcharakters.

Von Wrestling zu Point & Click Adventures über Action-Brawler und Hack & Slays - Giochi Suda hat eine lange Geschichte als Entwickler hinter sich. Und nur wenige Entwickler haben so einen starken Einfluss auf ihre Werke, dass ihre Spiele unverkennbar ihrer Schaffenskunst zugeordnet werden kann. Ein Rückblick auf seine wichtigsten Spiele.

Super Fire Pro Wrestling Special (1994)

In Super Fire Pro Wrestling Special findet man viel, was Suda51 später berühmt machen würde. Die düstere Atmosphäre, die skurrilen Charaktere, das allgemeine Brechen mit altbekannten Gaming-Regeln. Goichi Suda ist ziemlich anarchistisch veranlagt, was die Entwicklung seiner Spiele angeht. Oder einfach enorm kreativ.

In Super Fire Pro Wrestling Special fightet man sich zunächst durch die Welt des Wrestlings, auch viele bekannte Profi-Wrestler wie der Undertaker oder Ric Flair sind dank legal vertretbarer Anspielungen vertreten – letzterer ist sogar euer erbitterter Widersacher. Doch immer wieder ereilen euch Schicksalsschläge: euer Trainer stirbt auf mysteriöse Art und Weise, ihr bringt aus Versehen einen Freund beim Training um und vor dem finalen Kampf wird euer bester Freund und Tag-Team-Partner von Ric Flair ermordet, nur wenige Tage, nachdem eure langjährige Freundin mit euch Schluss gemacht hat. Ihr seht schon, ein Spaziergang im Park ist dieses Spiel nicht. Besonders nicht für ein Wrestling-Spiel.

Als ihr dann im finalen Kampf Ric Flair endlich bezwingt, nachdem dieser auch noch zugibt, euren Trainer ebenfalls ermordet zu haben, habt ihr alles, wovon ihr immer geträumt habt: Das Publikum jubelt euch zu, ihr seid der Champion. Ihr habt alles erreicht, und dennoch alles verloren: euer Trainer? Tot. Euer bester Freund? Tot. Eure Freundin? Hat euch verlassen. Ein trostloser Gewinn. Drei Tage nach dem Gewinn des Meistertitels begeht ihr Suizid. Ein Ende, das sich in das Gehirn vieler Spieler gebrannt hat und auch außerhalb Japans deshalb bekannt geworden ist.

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Warum Suda51 seinen Hauptcharakter am Ende von Super Fire Pro Wrestling Special Suizid begingen ließ, sagt er euch am besten selbst. In einem Panel auf der ComicCon 2015 zum Thema “Die Kunst des japanischen Videospieldesigns”, ließ Suda51 diesbezüglich folgendes verlauten: “Ich hatte lange Zeit die Idee, zwei Enden zu basteln, ein gutes und ein schlechtes. Doch dann fiel es mir wie Schuppen vor den Augen: Er hat nur eine Wahl! Und für eine Person, die so viel erreicht hat wie er, musste er sterben. Er war so kurz vor Gottes Thron - die einzige Option war der Tod.”

Ein Kommentar über die Verfänglichkeit des Ruhms? Dass Erfolg und Geld nichts wert sind, wenn es keine Personen gibt, mit denen man diese Dinge teilen kann?

Dieses Wrestling-Spiel war der künstlerische Durchbruch für Goichi Suda. Suda durfte daraufhin bei Human Entertainment, (das Studio hinter der Horror-Reihe Clock Tower), seinen ersten eigenen Titel entwickeln: Twilight Syndrome.

Was es so besonders machte: Die sehr düstere Story war etwas komplett neues für das Sport-Genre, welches sich normalerweise vieler Klischees bedient und praktisch immer in einem Happy End endet. Die originelle Story war schließlich auch der maßgebliche Grund dafür, weshalb Suda51 bereits mit seinem zweiten Spiel ordentliche Anerkennung erlangte.

Inhaltsverzeichnis:

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