Spielekultur - Vol. 4 - Die ersten Star Wars-Spiele, ihre Werbung & meine Hoffnung
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Die ersten Star Wars-Spiele, ihre Werbung & meine Hoffnung

von Michael Paul

Früher mussten Videospieler besonders viel Fantasie haben. Und das klappte auch ziemlich gut, das mit der Fantasie. Trotz kaum vorhandener Grafik und Farbpalette, piepsigem Sound und begrenztem Spielumfang mit ebenso begrenzter Abwechslung. Man kannte es halt nicht anders in den frühen Jahren des Videospielens.

Noch mehr Vorstellungskraft war gefragt, wenn man anstatt auf dem großen Farb-TV im elterlichen Wohnzimmer auf einem kleinen schwarz-weiß Fernseher spielen musste. Es hielt sich das Gerücht, dass Videospiele den Fernseher kaputt machen würden... hartnäckig.

Obwohl mir die technischen Grenzen der damaligen Konsolen und Heimcomputer bewusst waren, kann ich mich gut daran erinnern, wie mich die Werbeanzeigen und redaktionellen Artikel in der ersten deutschen Videospielzeitschrift „TeleMatch“ immer wieder aufs Neue hoffen ließen, dass jetzt der große Knaller kommt. Andere Möglichkeiten, sich vorab über den Spielinhalt und vor allem die Spielumsetzung zu informieren, gab es damals nicht. Zudem waren echte, vom original Bildschirmgeschehen gemachte Screenshots Mangelware – und heute längst übliche Luxus-Infoquellen, wie etwa Trailer mit InGame-Footage, noch in ferner Zukunft. Auch das Wort Immersion wurde noch nicht verwendet, aber genau das schwebte mir naiverweise vor: Mittendrin zu sein, aus der Sicht des Spielcharakters grafisch gigantische Abenteuer zu erleben. Tja, Glaube und Hoffnung. Zum Glück gab’s ja wenigstens noch die Fantasie.

Bei den drei frühen Star Wars-Umsetzungen fürs Atari VCS, die wir hier für euch rausgesucht haben, war zugegebenermaßen nicht allzu viel Fantasie nötig. Technisch und inhaltlich waren zwei davon gut (The Empire Strikes Back) bis sogar sehr gut (Death Star Battle). Beim dritten Titel im Bunde schieden sich bzgl. Gameplay die Geister: Jedi Arena fiel nicht wenigen Spielern zu eintönig aus. Hinzu kam, dass es nicht mit den standard Atari-Joysticks spielbar war: Die optional erhältlichen Drehregler mussten her, wenn man auf dem heimischen Bildschirm das Laserschwert schwingen wollte. Viele Star Wars-Fans der ersten Stunde fanden trotzdem großen Gefallen daran.

Aber versetzt euch mal selber in diese Situation – aus der Sicht eines Kinogängers, der gerade den Film gesehen hat, völlig vom Hocker gerissen und begeistert ist. Und sich nun wer weiß was Großartiges (präziser gesagt: etwas technisch absolut Unmögliches) von der dazugehörigen Videospielumsetzung erhofft… Auf den folgenden Seiten findet ihr Textauszüge der originalen Werbeanzeigen sowie aus Artikeln der TeleMatch-Redaktion.

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