Spielekultur - Nach diesen Genres kräht kein Hahn mehr
Bild 1/10
00:

Dead and Deader: Nach diesen Genres kräht kein Hahn mehr

von Hy Quan Quach

Fragt man heute einen Gamer nach dem wohl beliebtesten aktuellen Game-Genre, fiele sicherlich nicht selten der Begriff Battle Royale. PlayerUnknown's Battlegrounds, besser bekannt als PUBG, hat es salonfähig gemacht, Epic Games' Fortnite Battle Royale hat es verfeinert. Sogar alteingesessene AAA-Franchises wie Activisions Call of Duty mit Black Ops 4 wollen auf den Battle-Royale-Zug aufspringen. Das Subgenre ist so heiß, dass es nun sogar schon Urheberrechtsklagen gibt. Dabei gab es dieses Subgenre als Spielmodus schon lange vorher: als Last Man Standing.

Viele Elemente wie der mittlerweile genrespezifische Spieleinstieg hat Entwickler und Schöpfer des Subgenres, Brendan Greene, mit PUBG eingeführt, das Kernprinzip ist aber immer noch dasselbe geblieben und geht bis 2013 zurück, als Greene die ARMA 2-Mod DayZ: Battle Royale veröffentlichte. Später war er auch an H1Z1: King of the Kill beteiligt, bevor er dann schließlich PlayerUnknown's Battlegrounds veröffentlichte. Greene hat, wenn man so will, einer Mod basierend auf Kōshun Takamis Roman Battle Royale zum Sprung auf die nächste Stufe als Subgenre verholfen. Und genauso verhält es sich mit allen Genres, seit dem Beginn der Videospiele. Wer denkt schon daran, dass das allererste Videospiel überhaupt ein Sportspiel ist, nämlich William Higinbothams Tennis For Two.

Genauso wie sich aus einer Zelle ein ganzer Organismus entwickelt, verhält es sich mit Videospiel-Genres. Und die Evolution ist fließend. Capcoms Resident Evil begründete 1996 das Subgenre des Survival Horrors und basierte selbst auf dem RPG-Titel Sweet Home. Zu Beginn war Shinji Mikamis Werk auch als Remake des NES-Titels angedacht. Aber während ständig neue (Sub-)Genres aus der Taufe gehoben (Endless Runner, anyone?) und Trends definiert und von der gesamten Branche verfolgt werden, gibt es auch Genres, die dabei das Nachsehen haben.

Einst populäre Genres mit Branche-definierenden wie wegweisenden Titeln sind plötzlich nicht mehr gefragt und teilweise über Nacht nahezu verschwunden. Die Gründe für Aufstieg und Fall eines Genres können dabei in einem Titel wie PUBG liegen, in einer Übersättigung des Marktes oder nicht selten auch in den technischen Errungenschaften, die Grenzen verschieben und Möglichkeiten für eine Erweiterung immersiver Elemente in bestimmten Spieltypen sorgen. Nicht zu überschätzen ist auch der sogenannte Zeitgeist und die gesellschaftliche Entwicklung für den Geschmack der Konsumenten. Der Shift der Gunst von japanischen Entwicklern hin zu westlichen Mitte der 2000er-Jahre beziehungsweise beim Übergang von der sechsten auf die siebte Konsolengeneration ist so ein Grund.

Genres sterben aber in den heutigen digitalen Zeiten und nicht zuletzt dank zahlreicher Indie-Entwickler im Grunde nicht mehr wirklich aus. Auch wenn die großen Publisher ihre einstigen Zugpferde nicht mehr vor das Gespann satteln, gibt es noch immer die Indie-Szene, die Liebhabern der jeweiligen Genres mit ausreichend Futter versorgen. Darben muss keiner mehr. Zumal viele Entwickler die Einteilung in Genres mittlerweile als überholt betrachten, da die Übergänge nahtlos ineinander fließen. Ein Spiel wie Grand Theft Auto lässt sich im Grunde nicht mehr in eine Kategorie allein fassen.

Nicht alle Genre gehören auf alle Konsolen - richtig?

Nichtsdestotrotz stellen wir euch hier (Sub-)Genres vor, die ihren Zenit eindeutig hinter sich haben und heute entweder nur noch ein Nischendasein fristen oder durch etablierte Titel vertreten werden, während die Trittbrettfahrer alle bereits abgesprungen sind.

Kommentare (0)
Gastkommentare sind für diesen Beitrag gesperrt. Bitte logge dich ein um einen Kommentar zu schreiben.